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Die Blaupausen des Verrats

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Elias Thorne ist der „Architekt der Imperien“, ein Mann, der Stadt-Skylines mit rücksichtsloser Hand neu gestaltet. Doch ein Schatten bringt sein Vermächtnis ins Wanken: ein anonymer Whistleblower, der nur als „The Level“ bekannt ist. Um ihn aufzuspüren, engagiert Elias die beste forensische Architektin des Landes, Ava Sterling.Ava ist brillant, akribisch und Elias’ neueste Obsession. Er schwört, sie vor dem Rechtsstreit zu schützen, den er entfacht hat, um den Maulwurf zu finden. Das einzige Problem? Ava ist The Level. Sie ist in seiner Firma, um Beweise für die Vertuschung von Sicherheitsmängeln zu finden, die ihren Vater das Leben gekostet haben. Nun ist sie in einem hochhausartigen Katz-und-Maus-Spiel gefangen mit einem Mann, der beginnt, sie ebenso sehr zu lieben, wie er seinen Feind vernichten will.CharakterisierungElias Thorne (Der Milliardär): 36, intensiv, äußerst aufmerksam. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und betrachtet seine Gebäude als seine einzige wahre Familie. Er ist die Verkörperung der „grauen Moral“ – er würde ein Gesetz brechen, um sein Vermächtnis zu retten.Die Besessenheit: Er verliebte sich zuerst in Avas Verstand (über ihre Baupläne), noch bevor er sie jemals getroffen hatte.Ava Sterling (die Whistleblowerin): 28, stoisch, technisch versiert und von einer stillen, schwelenden Wut angetrieben. Sie verbirgt ihre „Sunshine“-Persönlichkeit hinter einer Maske aus unternehmerischer Professionalität.Das Geheimnis: Ihr Vater war Vorarbeiter bei einem Thorne-Projekt und starb „zufällig“; sie weiß, dass es Fahrlässigkeit war.

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Kapitel 1: Die Glasmenagerie
Die Stille im Obsidianturm war ein Luxus, der mit einer Million stiller Opfer erkauft wurde. Es war die Abwesenheit von Geräuschen, die Elara am meisten hasste; ein Vakuum, das die rohe, mechanische Kraft der sechzig Stockwerke tief schreienden Stadt hervorheben sollte. Sie stand vollkommen still im Penthouse-Observatorium, getaucht in den synthetischen Indigoschein des simulierten Mitternachtshimmels. Ihre Uniform – ein maßgeschneiderter, tief anthrazitfarbener Kochmantel – war eine zweite Haut, die sie bereits abstreifen wollte. Sie sah so aus: unauffällig, effizient, unsichtbar. Ihr Ziel war die Konsole, die in den Hauptschreibtisch integriert war. Nicht der Schreibtisch, an dem er tagsüber arbeitete, sondern der, an dem er arbeitete kommandierte nachts Imperien. Sein Schreibtisch. „Sie haben genau siebenundneunzig Sekunden, Miss Thorne“, flüsterte die ruhige Stimme in ihrem Ohrhörer. Es war Lyra, ihre Betreuerin, die drei Meilen entfernt in einem verstärkten Keller stationiert war. „Sein Aufzug hat gerade die Sicherheitskontrolle bei vierzig passiert. Er hat einen Anruf entgegengenommen. Er ist früh dran.“ Elara bewegte sich nicht. Ihre Herzfrequenz, normalerweise eine ruhige Grundlinie, versuchte, durch ihre Rippen zu schlagen. Sie war zwanzig Sekunden früher als geplant, aber seine Schicht war die ultimative Variable. „Ich kann die Strukturverschlüsselung nicht abrufen“, murmelte sie, während ihr Blick auf die komplexen Architekturdiagramme gerichtet war, die über ihren handtellergroßen Bildschirm rollten. „Es ist vielschichtig. Es erfordert einen biometrischen Zugriff, um den Grundplan freizuschalten.“ „Er ist noch nicht drin. Benutzen Sie die passive Signatur, die ich Ihnen gegeben habe. Der Zugriff ist eine Reflexion, kein Schlüssel. Beeilen Sie sich!“ Elara manipulierte die Schnittstelle. Dabei handelte es sich nicht um einen üblichen Unternehmensverstoß. Sie versuchte, die ursprünglichen technischen Pläne für das Obsidian-Netzwerk zu stehlen, das gesamte Stromnetz der Stadt, das ihm persönlich gehörte. Gerüchten zufolge besaßen sie einen fundamentalen Fehler – eine Blaupause der Verwundbarkeit, die, wenn sie ausgenutzt würde, zum Zusammenbruch der Elite führen könnte. Und Elara hatte vor, diese Blaupause dem Widerstand zu geben. Ihre Finger flogen über die Schnittstelle. Der Fortschrittsbalken kroch schmerzhaft. 70 % ... 80 % ... Sie Ich konnte das schwache hydraulische Heulen des Hochgeschwindigkeitsaufzugs hören, der sich näherte. Jedes Stockwerk, an dem er vorbeifuhr, fühlte sich wie ein physischer Schlag an. „Fünfzig Sekunden“, zischte Lyra. „Er ist bei fünfzig. Normalerweise steigt er bei zweiundsechzig aus. Er ist bei sechzig.“ Die blauen Diagramme auf dem Glasschreibtisch verschwammen. Ihre Hand zitterte. Sie stellte sich den letzten Schritt vor – eine zarte Abfolge von Berührungspunkten, die die geometrische Sperre vortäuschen sollten. 90 % ... 95 % ... Ein Glockenspiel ertönte. Leise, melodisch, völlig erschreckend. Die schweren, schalldichten Türen zur Aufzugsbank auf der anderen Seite der riesigen Halle begannen sich zu öffnen. Elara wirbelte herum und rutschte fast auf dem polierten Obsidianboden aus. Sie hatte keine Zeit, elegant zu gehen. Die Die Schatten in der Nähe der massiven Strukturpfeiler waren ihr einziger Zufluchtsort. Sie stieß sich vom Schreibtisch ab und tauchte hinter den dicken Stamm eines biolumineszierenden Olivenbaums in einem reich verzierten Pflanzgefäß aus Obsidian. Sie war Millisekunden in der Dunkelheit, als sich das Licht änderte Voss ging mit einem für einen Mann seiner Größe gefährlichen Geräuschlosigkeit. Er war nicht allein. Zwei Sicherheitskräfte, die wie monolithische Statuen in taktischer Rüstung aussahen, gingen ihm voraus in den Raum. Einer setzte sofort eine passive Sweep-Drohne ein, die ein schwaches, violettes Laserbrummen ausstieß. Elara hielt den Atem an, ihre Augen waren weit aufgerissen und auf die Konsole gerichtet, die sie gerade verlassen hatte. Der Fortschrittsbalken war verschwunden, der Bildschirm leer, aber ein schwacher blauer Geist des komplexen Netzwerkdiagramms brannte sich immer noch in die Netzhaut der Zentrale Prozessor. Wenn seine Sicherheitskontrolle Restenergie von einem nicht autorisierten Gerät entdeckt hat ... „Melden Sie sich“, schnitt Julians tiefe und klangvolle Stimme durch die weiße Stille. Es war die Stimme, die tausend Erfassungen auslöste. Der Sicherheitschef salutierte und bedeutete dem zweiten Wachmann, sich zurückzuziehen. Julian entließ sie mit einer trägen Handbewegung. Er schaute nicht zurück. Stattdessen ging er direkt auf das Fenster des Observatoriums zu, dessen großes Glas auf die leuchtende, pulsierende Matrix der Stadt blickte. Er stand da, eine Hand auf dem kalten Glas, und betrachtete die Architektur, die er gemeistert hatte. Von ihrem Standpunkt aus betrachtete Elara ihn. Er war ein Paradox aus scharfen Winkeln und Unerwartetem Fließende Anmut. Sein von den Lichtern der Stadt umrissenes Profil war streng, aber sie sah die Anspannung in seinen Kiefermuskeln.Aus dieser Nähe erreichte sie sein Geruch: Zedernholz, teure Seide und das Ozon des Ehrgeizes in großer Höhe. Die Frau im Ohrhörer schrie etwas, aber Elaras Gedanken waren verstummt. Dies war der Mann, der die Arbeiterbezirke hungern ließ, um diesen leuchtenden Gipfel anzutreiben. Sie sollte ihn hassen. Julian drehte sich langsam um, seine Augen wanderten durch den Raum. Sein Blick war beunruhigend intelligent. Er blieb auf dem Schreibtisch hängen, den sie gerade verlassen hatte. Er hielt inne. Ihre Hand schwebte zu ihrem versteckten Gürtel, zum Flash-Shred-Gerät. Wenn er das Restglühen bemerkte, musste sie es auslösen. Das würde ihre Entdeckung und den Verlust der Informationen bedeuten, aber es war besser, als eine Spur zu hinterlassen. Julian näherte sich dem Schreibtisch. Er blieb nur wenige Zentimeter vom Prozessor entfernt stehen. Elara hörte auf zu atmen. Er berührte die Konsole nicht. Stattdessen beugte er sich leicht nach unten und neigte den Kopf. Er schnüffelte. „Jemand war hier drin“, sagte er ruhig ins Leere Luft. Lyras Stimme im Ohrhörer verstummte. Stille. Totale, erstickende Stille. Julian rief nicht nach seinen Wachen. Er aktivierte die Sperre nicht. Er drehte sich einfach wieder in die dunklen Ecken des Raumes um und scannte die dichten Schatten mit Augen, die alles gesehen und das meiste davon überwunden hatten. Fräulein..." Das Spiel war vorbei. Sie konnte versuchen zu fliehen, aber sie kannte die Protokolle. Jeder Ausgang war bereits verschlossen. Elara Thorne traf eine Entscheidung. Sie trat aus dem Schatten des Olivenbaums und streifte den Kochmantel ab, um einen taktischen Anzug darunter zum Vorschein zu bringen Er sah sie an, der Ausdruck in seinen dunklen Augen war kein Zorn. Es war eine kalte, absolute, besitzergreifende Neugier. „Ich wusste es nicht“, korrigierte er sanft und verringerte den Abstand zwischen ihnen. Seine Präsenz schien sich auszudehnen, um die Leere des Turms zu füllen. „Ich hatte das Gefühl. Sie sind ein Leck in meinem Plan, Miss Thorne. Und ich bin von struktureller Integrität besessen.“ Er blieb zu nah stehen. Elara wich zurück, bis die scharfe Kante eines Glastisches in ihren Rücken drückte. Er drängte sie hinein, legte beide Hände auf den Tisch neben ihr und beugte sich nach unten, bis sie sich auf Augenhöhe befanden. „Für wen arbeiten Sie?“ fragte er mit leiser, fast intimer Stimme. „Das wirst du von mir nicht bekommen.“ Julian stieß ein kurzes, trockenes Lachen aus. „Ich bewundere Überzeugung, wie fehl am Platz sie auch sein mag. Aber weißt du, Elara Thorne, ich weiß es bereits. Du bist beim ‚Blueprints‘-Kollektiv. Du bist wegen der Architektur meines Turms gekommen.“ Er verlagerte sein Gewicht, sein Knie streifte ihr Knie. Ein heftiger und heißer Schock ging durch ihren Körper. So nahe war sie dem Feind noch nie gewesen. Die pure Anziehung war ein ganz eigener Verrat. Sie konnte jetzt den Geruch seiner Haut riechen – Moschus und sauberer, teurer Schweiß. „Und was wäre, wenn ich es wäre?“ forderte sie heraus und hob ihr Kinn. „Was wirst du tun?“ Er schaute auf ihren Mund, seine Augen waren dunkel vor Wut. „Du bist nicht wie die anderen, die sie schicken. Du hast deine eigene Architektur. Schichten. Fundamente.“ Er streckte einen Finger aus und zeichnete die Linie ihres Kiefers nach. Elara zuckte zusammen, aber sie wandte sich nicht ab. Die Berührung war leicht, aber elektrisierend. „Du hast nicht bekommen, weswegen du gekommen bist“, flüsterte er und lehnte sich näher, sein Atem heiß an ihrem Ohr. „Der Download wurde zu 99 % gefälscht. Deine Freunde haben nichts als beschädigte Daten. Und du ... du gehörst jetzt mir.“ Elaras Gedanken rasten. Es war ein Bluff. Es musste so sein. Aber Lyra schwieg. „Sie sind gebrochen, Herr Voss“, sagte sie und drehte ihren Kopf, sodass ihre Lippen nur um Haaresbreite voneinander entfernt waren. „Sie haben eine Stadt aus Glas gebaut, und Sie haben Angst vor dem Stein.“ Der Moment knackte. Ein Glockenschlag ertönte, diesmal scharf, der Ton eines hochrangigen Sicherheitsereignisses. Julian richtete sich auf, der proprietäre Dunst verließ seine Augen und wurde durch kalte Analyse ersetzt. „Die Blueprints-Gruppe hat gerade versucht, die Kernsignatur meines Netzwerkfehlers in den globalen Stream hochzuladen“, sagte er und konsultierte ein subtiles, am Handgelenk getragenes Gerät. Er blickte zurück zu Elara, sein Gesichtsausdruck wechselte von Neugier zu kalkulierter Belustigung. „Ihre Mission war die Ablenkung“, schloss er mit seidenweicher Stimme aber mit Kanten aus Stahl. „Sie haben dich geopfert, Elara Thorne. Während du damit beschäftigt warst, mich zu faszinieren, haben sie das Stück gemacht.“ Er beugte sich ein letztes Mal vor und sein Blick traf ihren.„Sie haben dich gegen den Schatten einer Blaupause eingetauscht.“ Er richtete sich vollständig auf und wandte sich von ihr zur Hauptkonsole. „Und jetzt werde ich ihnen genau zeigen, warum ich diese Stadt gebaut habe.“ Julian schlug mit der Handfläche auf die Hauptschnittstelle. Die gesamte Struktur des Schreibtisches löste sich auf und enthüllte eine komplexe, leuchtende unterirdische Lichtmatrix unter dem Boden. Ein kolossales, blau leuchtendes Hologramm des Obsidianturms, zehn Fuß hoch, erblühte in der Mitte der Halle und pulsierte mit leiser, harmonischer Kraft. Dies war kein Standardschema. Dies war das arkane Herz des Systems. Ein ohrenbetäubender Alarmton begann zu heulen und vibrierte durch die Halle „Sicherheitsstufe Omega aktiviert“, verkündete eine synthetische, kraftvolle Stimme im ganzen Turm. Julian blickte Elara über die Schulter an, ein dunkles, gefährliches Lächeln spielte auf seinen Lippen, als der Alarm weiter schrillte. Sie war gefangen zwischen dem Feind, den sie zu verlockend fand, und dem Verrat an der Sache, der sie gedient hatte. „Bleib dort, wo ich dich sehen kann“, befahl er, als die verstärkten Brandschutztüren an den Fenstern zu öffnen begannen „Wir werden ein sehr langes Gespräch führen, du und ich. Über Blaupausen und Verrat.“

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