CHAPTER 4

1047 Words
Owen; Ihre Hand in meiner fühlte sich überraschend...richtig an. Es war ein seltsames Gefühl, wenn man unsere anfängliche, eher gewalttätige Einführung bedenkt. Es gab dort einen Funken, eine unbestreitbare Verbindung, die unter der Oberfläche unserer erzwungenen Vereinbarung knisterte. Gefährlich, ja. Aber auch...faszinierend. Wynter Hall erwies sich als eine viel komplexere und fesselndere Kreatur, als ich ursprünglich beurteilt hatte. "Ein Deal", wiederholte ich, während mein Daumen leicht über ihren Handrücken strich. Ihr Blick flackerte auf unsere gemeinsamen Hände, und ich sah einen Hinweis auf etwas - Überraschung? Unbehagen? – in ihren dunklen Augen, bevor sie es schnell maskierte. "Also, was sind die Grundregeln dieser ... Scharade?" Fragte sie, ihre Stimme gewann etwas von ihrer früheren Schärfe zurück. "Grundregeln", grüberzte ich, ein langsames Lächeln spielte auf meinen Lippen. "Nun, für den Anfang müssen wir ... überzeugend wirken. An meine Großmutter, an meine Familie, an die Geier, die mein Erbe umkreisen.“ "Geier?" Ihre Augenbraue wölbte sich wieder. Sie hatte sicherlich ein Händchen dafür. "Meine Cousins", erklärte ich mit einem Seufzer. "Sie sind... wettbewerbsfähig. Und die kleine Ankündigung meiner Großmutter hat zweifellos ein Feuer unter ihren bereits beträchtlichen Ambitionen entzündet.“ "Also, wir müssen eine Show machen", sagte sie, ihr Blick nachdenklich. „Genau. Handhaltend, vielleicht ein lässiger Arm um die Taille. Liebenswerte Blicke durch überfüllte Räume. Das ganze ekelerregend süße Paket.“ Die Worte schmeckten bitter auf meiner Zunge, aber ich wusste, dass es notwendig war. Ihre Lippen zuckten leicht. „Ekal süß. Verstanden. Sonst noch etwas?" "Wir brauchen eine Hintergrundgeschichte", fuhr ich fort, wobei mein Verstand bereits eine plausible Erzählung zusammensetzte. "Wie wir uns kennengelernt haben, wie wir uns so schnell und unwiderruflich verliebt haben..." Der letzte Teil fühlte sich besonders lächerlich an, wenn man bedenkt, dass unsere erste Begegnung einen zerquetschten Mittelfußknochen beinhaltete. Wynter schnaubte leise. „Verliebt? Wirklich? Ist das nicht ein bisschen d**k?" "Meine Großmutter schätzt eine gute romantische Tragödie", erklärte ich trocken. "Die Wirbelwindromantik, die unbestreitbare Verbindung gegen alle Widrigkeiten ... es spielt gut." "Alle Widrigkeiten zum Trotz, was?" Ihr Blick flackerte zu meinem Fuß, und ein kleines, fast unmerkliches Lächeln berührte ihre Lippen. "Ich kann sicherlich den 'gegen alle Widrigkeiten'-Teil sehen." Ich kicherte, überrascht von ihrem unerwarteten Humor. „Sehr lustig. Nun zu dieser Hintergrundgeschichte...“ Wir verbrachten die nächsten Minuten damit, eine lächerlich erfundene Geschichte über eine zufällige Begegnung bei einer Wohltätigkeitsgala, einen gestohlenen Tanz und eine sofortige, unbestreitbare Verbindung zu erzählen, die sich zu einer leidenschaftlichen Romanze entwickelt hatte. Es war die Art von zuckersanem Unsinn, die selbst den erfahrensten Rom-Com-Autor zusammenzucken ließ, aber ich hatte das Gefühl, dass meine Großmutter es mit einem Löffel auffressen würde. Während wir uns unterhielten, beobachtete ich Wynter genau. Sie war eine schnelle Studie, ihr scharfer Verstand erfasste leicht die Nuancen der Leistung, die wir liefern mussten. Es gab einen Pragmatismus an ihr, einen No-Nonsense-Ansatz, den ich angesichts der üblichen Flusen und Vortunge meines sozialen Kreises überraschend erfrischend fand. "Also, wann entfesseln wir dieses ... Meisterwerk der romantischen Fiktion?" Fragte sie, ein Hauch von Amüsat in ihrer Stimme. "Eher früher als später", antwortete ich, mein Blick driftete auf meine Großmutter zu, die jetzt mit einer Gruppe ihrer Kumpane vor Gericht stand, ihre Augen flippten gelegentlich mit einem wissenden Schimmer in unsere Richtung. "Der Wettbewerb hat bereits begonnen, ich kann es spüren." Genau dann kam eine vertraute Gestalt auf uns zu, eine perfekt gestylte Blondine mit Augen, die Gletscher zum Schmelzen bringen könnten. Virginia. Mein...ehemaliger... Bekannter. Ihr plötzliches Wiederauftauchen ein paar Tage zuvor war, gelinde gesagt, unerwartet gewesen. Und da ich Virginia kenne, war ihr Timing wahrscheinlich alles andere als zufällig. "Owen, Liebling!" Virginias Stimme war ein sirupartiges süßes Gebräu, das mir immer die Zähne auf den Rand zauberte. Sie glitt auf uns zu, ihr Blick verweilte auf Wynter mit einer sorgfältig verschleierten Neugierde. "Ich wusste nicht, dass du jemanden zur Party mitgebracht hast." "Virginia", antwortete ich und zwang ein höfliches Lächeln. "Erlauben Sie mir, Ihnen Wynter vorzustellen. Wynter, das ist Virginia Yale, eine... alte Freundin.“ Virginias Lächeln erreichte ihre Augen nicht ganz, als sie eine perfekt gepflegte Hand in Richtung Wynter ausstreckte. "Schreu, Sie kennenzulernen, Wynter. Owen hat dich vorher nicht erwähnt.“ Es gab eine subtile Betonung des "hat nicht", ein klarer Hinweis auf ihre Skepsis. Wynter traf ihren Blick stetig, ihr eigenes Lächeln höflich, aber ohne wirkliche Wärme. "Es ist mir ein Vergnügen, Virginia. Owen und ich ... kennen uns noch nicht sehr lange.“ Eine subtile Betonung auf "nicht sehr lange". Ich musste ihr Anerkennung zollen; sie war schnell auf den Beinen. "Oh? Eine Wirbelwind-Romanze, dann?" Virginias Augen verengten sich leicht und beurteilte Wynter von Kopf bis Fuß mit einer geübten Prüfung. "So etwas in der Art", mischte ich mich sanft ein, legte einen lässigen Arm um Wynters Taille und zog sie etwas näher. Ihr Körper versteifte sich kurzzeitig, bevor sie sich gegen mich entspannte. "Wenn Sie es wissen, wissen Sie es, richtig?" Ich bot Virginia mein charmantes und hoffentlich überzeugendstes Lächeln an. Virginias Lächeln wurde fester. „In der Tat. Nun, Owen, Liebling, ich bin sicher, wir werden später nachholen.“ Ihr Blick verweilte einen weiteren Moment auf Wynter, eine stille Herausforderung in ihren Augen, bevor sie sich schließlich umdrehte und wegrutschte. Sobald Virginia außer Hörweite war, lehnte sich Wynter leicht von mir weg, ein fragender Gesichtsaussehen. "Eine 'alte Freundin', die aussieht, als wolle sie mir die Augen auskratzen?" "Das wäre Virginia", bestätigte ich mit einem Seufzer. „Vergiss sie nicht. Sie hat ... eine gewisse Besitzgier, wenn es um Menschen geht, die sie als ihre betrachtet.“ "Und du warst einer von ihnen?" Ihre Augenbraue wölbte sich wieder. „In der fernen Vergangenheit“, stellte ich schnell klar. "Es ist...kompliziert." "Kompliziert bedeutet normalerweise Ärger", bemerkte Wynter trocken. "Du hast keine Ahnung", murmelte ich leise, mein Blick folgte Virginia, als sie sich wie ein ziemlich intensives Gespräch mit einem seltsamen Mann einmischte. Diese kleine Scharade mit Wynter erregte bereits unerwünschte Aufmerksamkeit. Aber als ich auf die Frau neben mir herabblickte, trafen ihre dunklen Augen auf meine mit einer Mischung aus Besorgnis und einem Funken von etwas anderem... vielleicht Intrigen... Ich konnte das Gefühl nicht abstoßen, dass dies nur der Anfang eines sehr komplizierten und potenziell sehr gefährlichen Spiels war. Und trotz der möglichen Auswirkungen freute sich ein Teil von mir tatsächlich darauf, zu sehen, wie es sich entwickelt hat.
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