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Verliebt auf hoher See

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Lena hätte nie gedacht, dass ihre Traumkreuzfahrt zum Albtraum wird. Am ersten Tag erwischt sie ihren Freund in flagranti mit einer anderen Frau, was ihre Ferienpläne völlig auf den Kopf stellt. Doch als sie auf Finn trifft – einen charmanten, ehemaligen Eishockeyspieler, der ebenfalls ein gebrochenes Herz hat – beginnt sich alles zu ändern. Finn schlägt ihr ein verlockendes Angebot vor: Fake-Dating während der Kreuzfahrt, um ihren Ex eifersüchtig zu machen und gleichzeitig seine eigenen Wunden zu heilen. Doch was als harmloses Spiel beginnt, wird bald zu etwas viel Komplexerem. Werden die beiden in den Zauber der Feiertage verfallen oder wird ihre unkonventionelle Beziehung an den Wellen des Lebens zerbrechen? Tauche ein in eine Geschichte über die heilsame Kraft der Liebe, die unvorhersehbaren Wendungen eines Fake-Dating-Spiels und die unerwarteten Wunder, die Weihnachten mit sich bringen kann.

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1.
Kapitel 1: Der Traum, der zum Albtraum wird Die Sonne brennt heiß auf meine Haut, als ich die Aussicht vom Deck der „Ocean Empress“ betrachte. Das weite Meer erstreckt sich vor mir, ein endloser Ozean in verschiedenen Blau- und Grüntönen. Die warme Brise streicht durch meine Haare, die ich heute zu einem lockeren Knoten hochgesteckt habe. Ich schließe für einen Moment die Augen und atme tief ein. Hier sollte es ruhig und erholsam sein, aber irgendwie fühlt sich dieser Moment alles andere als beruhigend an. Ich habe mir diese Kreuzfahrt seit Jahren gewünscht. Ein luxuriöses, entspanntes Neujahr auf einem Schiff, das mich weit weg von der hektischen Welt und all ihren Problemen bringt. Der perfekte Ort, um den Druck des letzten Jahres hinter mir zu lassen. Ich stelle mir vor, wie ich den Sand unter meinen Füßen spüre, mit einem Cocktail in der Hand die Sonne genieße und endlich die Ruhe finde, nach der ich mich so sehr sehne. „Lena, du schaust wie eine dieser Reisekatalog-Werbungen“, ruft eine vertraute Stimme hinter mir. Ich drehe mich um und sehe meinen Freund Jonas, der auf mich zugeht. Er trägt ein lässiges Hemd und Shorts, seine Brille spiegelt die Sonne wider. Jonas ist groß, mit dunklen, kurzen Haaren, die immer perfekt sitzen. Er ist das genaue Gegenteil von mir – entspannt, cool und immer im Moment. Ein Teil von mir bewundert ihn dafür, der andere Teil fragt sich, warum ich nicht genauso sein kann. „Ich genieße einfach die Aussicht“, sage ich und schenke ihm ein Lächeln, das ich nicht wirklich fühle. „Du solltest dich entspannen“, sagt Jonas und setzt sich neben mich. „Wir sind hier, um den Stress hinter uns zu lassen. Gönn dir etwas.“ „Ich weiß“, antworte ich und sehe auf das endlose Meer. „Es fühlt sich einfach… seltsam an.“ „Seltsam? Wie das?“ „Ich weiß nicht“, murmle ich, „irgendwie fühle ich mich, als ob ich einfach weglaufen müsste, um all das hinter mir zu lassen.“ Ich gestikuliere in die Ferne. „Aber hier ist es schön. Wirklich.“ „Du bist hier“, sagt er und nimmt meine Hand. „Und das ist alles, was zählt. Lass uns einfach die Zeit genießen, okay?“ Ich nicke, aber das mulmige Gefühl in meinem Bauch bleibt. Es ist diese Unruhe, die ich seit Wochen nicht abschütteln kann. Aber ich sage nichts, weil ich weiß, dass es wahrscheinlich nichts ist. Wahrscheinlich ist es einfach die Vorstellung, dass wir uns endlich eine Auszeit nehmen – dass wir endlich Zeit miteinander verbringen können. Zeit, die ich so dringend gebraucht habe. „Du siehst heute wunderschön aus“, sagt Jonas und legt seinen Arm um meine Schultern. Ich lehne mich kurz an ihn, aber der Moment fühlt sich irgendwie… distanziert an. „Danke“, sage ich, aber meine Stimme klingt nicht ganz so überzeugt wie seine. Plötzlich ertönt eine laute Stimme hinter uns, die uns aus unserer kleinen Blase der Zweisamkeit reißt. „Lena! Jonas! Über hier!“ Ich drehe mich um und sehe, wie zwei ältere Damen auf uns zuströmen – Marlene, eine Bekannte von Jonas‘ Mutter, und ihre Freundin, die immer so aussieht, als wäre sie aus einem alten Film von Audrey Hepburn direkt in dieses Kreuzfahrtschiff teleportiert worden. „Kommt, wir haben Plätze bei der Cocktailparty reserviert!“, ruft Marlene und winkt uns zu. „Es wird bald losgehen!“ „Ja, klar“, sagt Jonas, während er mir einen schnellen Blick zuwirft. „Lass uns rübergehen.“ „Klar“, antworte ich, obwohl ich nicht wirklich danach fühle, mich jetzt zu einer Party zu begeben. Aber ich tue es trotzdem, weil ich weiß, dass es die richtige Sache ist. Diese Reise war nicht nur für mich, sondern auch für Jonas und uns als Paar. Und ich will nicht, dass er enttäuscht ist. Ich stehe auf, und wir folgen den Damen zum Partybereich des Schiffs. Die laute Musik dringt durch die Wände und wirft sich wie eine Welle auf uns, als wir den Raum betreten. Es riecht nach einer Mischung aus teurem Parfüm und frischen Zitrusfrüchten. Die Menschen, die hier versammelt sind, sehen aus wie aus einem Hochglanz-Magazin: Designeranzüge, makelloses Make-up, Lächeln, die fast zu perfekt sind. Ich versuche, mich in die Menge einzufügen, nehme einen Drink von einem Kellner, der an uns vorbeigeht, und nicke höflich den Leuten zu, die an uns vorbeigehen. Jonas spricht mit Marlene und ihrer Freundin, also lasse ich mich in einer Ecke nieder und beobachte das Geschehen. Doch während ich das Glas an meine Lippen setze, entdecke ich etwas, das mir die Kehle zuschnürt. Er ist da. Jonas‘ bester Freund, Paul. Ich hatte ihn schon die letzten paar Tage am Schiffsbord gesehen, aber er war mir immer irgendwie aus dem Weg gegangen. Jetzt steht er jedoch mitten im Raum, gerade dabei, mit einer dieser Frauen zu flirten, die in der Ecke des Raumes stehen. Sie ist groß, dunkelhaarig und trägt ein Cocktailkleid, das ein kleines Vermögen gekostet haben muss. Paul steht ihr ziemlich nahe und spricht mit ihr in einem vertrauten, fast zu vertrauten Tonfall. Und da ist er – dieser Blick, den er mir gegenüber nie zeigte. Ich spüre, wie sich meine Hand, die noch immer das Glas hält, verkrampft. Mein Herz setzt einen Schlag aus. „Lena? Alles okay?“ Ich wende mich schnell zu Jonas, der mich besorgt anschaut. „Ja, alles in Ordnung“, sage ich hastig. „Ich habe nur Kopfschmerzen, glaube ich.“ „Du siehst nicht so aus“, sagt er skeptisch, aber ich nicke nur und hoffe, dass er mich nicht weiter fragt. Doch meine Gedanken sind bei Paul. Bei dem Blick, den er mir zuwarf, als er mich bemerkte. Der Blick, der mich an alles erinnert, was nicht stimmte. Die Dinge, die Jonas und ich niemals besprochen haben. Es ist, als ob ich ihn in einem Moment des Fehlens wieder sehe, und es tut weh. Plötzlich wird das Bild unscharf. Ich setze das Glas ab und stehe auf. „Ich gehe kurz raus an die frische Luft“, sage ich, bevor er etwas erwidern kann. „Lena, warte!“ Aber ich gehe trotzdem, ich kann nicht mehr an diesem Ort bleiben. Die Luft draußen ist kühler, die Brise weht mir ins Gesicht, als ich mich an den Rand des Decks stelle. Der Blick auf das dunkle Meer beruhigt mich ein wenig, doch das mulmige Gefühl in meinem Magen bleibt. Was zum Teufel ist mit mir los?

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