CHAPTER 5

1727 Words
PENTHOUSE UNTERGRUND~ •BROWNS-FLUR• Diego lehnte sich an die Wand des Browns-Flurs vor dem Zimmer, in dem Cailey festgehalten wurde. Durch die Tür hörte er ihr gedämpftes Schluchzen, ein Geräusch, das man leicht hätte ignorieren können, aber nicht konnte. Ihre Stimme hatte eine gewisse Anziehungskraft, eine Verletzlichkeit, die ihn tief berührte. Er hasste sie. „Was zum Teufel mache ich hier?“, fragte er sich, während er seine Finger in ihr Haar grub. „SIE HAT MEIN GESICHT GESEHEN, SIE HAT UNSERE GESICHTER GESEHEN! SIE MUSS STERBEN!“ Arias Worte hallten in seinem Kopf wider, scharf und unnachgiebig. Diego biss die Zähne zusammen, seine Finger zuckten an seiner Seite. Er wusste, was zu tun war. Cailey war eine Zeugin, ein offenes Ende, das nicht im Unklaren gelassen werden durfte. Doch jedes Mal, wenn er daran dachte, den Befehl zu geben, hielt ihn etwas davon ab. Es war keine Schuld – daran glaubte er nicht. Es war etwas anderes, etwas, das er nicht benennen konnte. Habe ich sie in meinen früheren Leben beleidigt?“, fragte er sich verbittert und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Alte Erinnerungen an seine erste Begegnung schossen ihm durch den Kopf – er wollte einen Deal mit einem seiner Geschäftspartner abschließen und wurde von dem Mann in den Stripclub eingeladen. Am selben Tag, als es passierte, trat Cailey für die Crew auf. Das war das erste Mal, dass Deigo Cailey sah, wie sie sich bewegte, als gehöre ihr der Raum. Er hatte es nicht lassen können, Nacht für Nacht dorthin zurückzukehren, nur um sie zu sehen. Aber jetzt hat sie unter dem Keller seines Penthouses geschlafen, und er kann nichts dagegen tun. „Also, wen haben wir hier?“, durchbrach Aces Stimme die Stille und riss Diego aus seinen Gedanken. Er lehnte sich mit verschränkten Armen an die gegenüberliegende Wand, ein Grinsen umspielte seine Lippen. Diego spottete und wich seinem Blick aus. „Ich bin nur vorbeigekommen.“ „Nichts weiter“, erklärte er. „Oh“, sagte Ace gedehnt, seine Stimme triefte vor Spott. „Ich dachte, du bist hier, um deine Tänzerin zu sehen“, erwiderte Ace. Diegos Kiefer spannte sich an, aber er antwortete nicht. Stattdessen warf er Ace einen scharfen Blick zu. „Was machst du hier?“ Ace zuckte träge mit den Achseln. „Ich bin gekommen, um herauszufinden, warum Aria so sauer ist. Und mir ist gerade aufgefallen, dass ich nicht einmal weiß, wie sie aussieht. Also dachte ich, ich könnte genauso gut sehen, wie dieses Mädchen aussieht, bevor sie … du weißt schon, weg ist.“ Diegos Magen verkrampfte sich, aber er behielt seine neutrale Miene bei. „Sie sieht erbärmlich aus.“ Ace musterte ihn einen Moment lang, sein Grinsen verschwand leicht. „Willst du deshalb gegen die Regel verstoßen, die du aufgestellt hast?“ Diego zögerte, dann zwang er sich zu sprechen. „Aria hat recht. Sie am Leben zu erhalten ist zu riskant. Heute Abend werden sich ein paar der Jungs um sie kümmern.“ Wirf sie in den Fluss.“ Ace kicherte, obwohl es hohl klang. „Wow. Ich dachte, du würdest sie gehen lassen.“ Diego antwortete nicht. Er drängte sich an Ace vorbei und ging davon. Seine Schritte hallten durch den Flur. Hinter ihm sah Ace ihm nach, mit nachdenklichem Gesichtsausdruck, bevor er sich umdrehte und den Raum betrat, in dem Cailey festgehalten wurde. Cailey war immer noch an den Stuhl gefesselt, ihr Kopf war mit einem Sack bedeckt. Ihr Atem ging stoßweise, ihre Schultern zitterten. „Wer ist da?“, fragte sie zwischen zwei Schnüffeleien, als sie zu bemerken schien, dass die Tür offen stand. „Warum weinst du, als würde die Welt untergehen?“, fragte Ace, eine naheliegende Frage. Ashe ging langsam auf sie zu, seine Stiefel hallten leise auf dem Boden. Sie zuckte bei dem Geräusch zusammen und riss den Kopf hoch, um ihn anzusehen. „Bitte …“, flüsterte sie, ihre Stimme kaum hörbar. „Ich weiß nichts, ich schwöre, ich habe nichts gesehen, ich werde nichts sagen, ich schwöre es.“ Ace hockte sich vor ihr hin und nahm seine Maske ab. „Bist du schon dreimal ohnmächtig geworden? Bist du krank?“, fragte er. „Ich … ich mag es nicht, gefesselt zu sein“, gab sie mit brechender Stimme zu. „Ich fühle mich nicht sicher. Bitte, binde mich einfach los, ich renne nicht weg. Versprochen.“ „Du bist eine Gefangene“, sagte Ace tonlos, stand auf und sah auf sie herab. „Alle Gefangenen sind dazu bestimmt, gefesselt zu sein.“ Cailey schüttelte verzweifelt den Kopf, und wieder strömten Tränen über sie. „Ich weiß gar nichts! Ich … ich war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Das ist alles!“ „Und du glaubst, das macht es besser? Das entschuldigt dich?“ Aces Stimme war kalt, aber da war etwas – fast so etwas wie Neugier. Cailey schluckte schwer, ihr Atem beschleunigte sich. „Nein … aber ich bin keine Bedrohung für dich. Ich will einfach nur leben.“ Bitte.“ Er hielt ihrem Blick einen langen Moment stand, sein Gesichtsausdruck war undurchschaubar. Etwas an ihr – ihre Verletzlichkeit, ihre Stimme, die Art, wie sie zitterte – kam ihm unheimlich vertraut vor. Wie etwas, das er schon immer gehört hatte, seit langem … “„Ich weiß, ich kann dich nicht sehen, aber … Deine Stimme … kommt mir bekannt vor“, sagte Cailey plötzlich. Ace kicherte. „Vertraut? Wir sind uns bestimmt noch nie begegnet“, sagte Ace schließlich, nachdem er sie gemustert hatte. Er seufzte und zog ein Messer, um die Seile zu durchtrennen, die ihre Arme fesselten. „Ja, mein Bruder, du hast seine Stimme“, sagte sie und rieb sich die schmerzenden Handgelenke. „Danke“, murmelte sie. „Ja“, murmelte Ace und starrte sie immer noch an. „Also … dieser Bruder von dir. Erzähl mir von ihm.“ Cailey zögerte und senkte den Blick. „Er … er hat uns verlassen. Sagte, er müsse.“ Aces Augen verfinsterten sich, aber er antwortete nicht. Stattdessen stand er auf und ging zur Tür. Er hielt inne, bevor er ging. „Deine Beine bleiben angekettet.“ Ich gehe kein Risiko ein.“ „Nimm die Maske nicht ab“, warnte er, bevor er den Raum verließ. NACHT, 21:00 UHR ~ACES LOUNGE~ Ace spürte ein seltsames Engegefühl in der Brust, als er sich kaltes Wasser ins Gesicht spritzte und sein Spiegelbild betrachtete. Seine verhärteten Gesichtszüge, die Narben auf seiner Haut – all das erinnerte ihn daran, wer er jetzt war. Doch tief in seinem Inneren, unter all den Schichten aus Wut und Gewalt, steckte immer noch der kleine, ängstliche Junge, der er einmal war. „Ich war noch nie so wie früher“, murmelte er, als er das Badezimmer verließ und in sein Schlafzimmer ging. „Ich war ein kleiner, schwacher, ängstlicher und erbärmlicher Junge.“ So habe ich meine Familie im Stich gelassen..., mein Blut, meine Schwester, ich habe alle im Stich gelassen...“, seufzte er tief und schnappte sich ein Hemd zum Anziehen. „ICH MAG ES NICHT, GEFESSELT ZU SEIN, ICH MAG ES NICHT, GEFANGEN ZU SEIN“, hallte Caileys Stimme in seinem Kopf wider, vermischt mit Erinnerungen an ein Mädchen, das er zurückgelassen zu haben glaubte. „Warum klingt sie wie Cassie?“, kicherte er und schlug sich den Kopf. „Reiß dich zusammen“, murmelte er vor sich hin und ballte die Fäuste. „Jeder kann die gleiche Geschichte haben“, erinnerte er sich. „ER HAT MICH VERLASSEN, ER SAGTE, ER MUSS“, wiederholten sich Caileys Worte in seinem Kopf. „Was zum Teufel ist los mit mir?“, murmelte er, als er vom Stuhl aufstand. „Irgendetwas an ihr ist, das ich wissen muss“, sagte er, verließ den Raum und ging dann direkt zum Kontrollraum, wo er hereinplatzte. Er weckte Kelvin und Jordan, die tief und fest schliefen. „Wacht auf, ihr müsst etwas für mich nachschlagen!“, donnerte er, als beide ihm sofort gehorchten. „Was ist das, Sir?“, fragte Kelvin und riss die Augen auf. Er war zwar müde, aber er konnte sich nicht träge benehmen, wenn Ace in der Nähe war. „Das Mädchen, das hereingekauft wurde, ihr müsst ihre Daten nachschlagen“, sagte Ace eindringlich und legte die Handflächen auf den Schreibtisch. Kelvin und Jordan machten sich sofort an die Arbeit und klickten auf den Computern herum, und innerhalb kürzester Zeit erschienen alle ihre Daten. „Ihr Name ist Cailey Braham“, begann Kelvin. „Braham?“, dachte Ace mit rasendem Herzen. „Das ist mein alter Vorname.“ „Ich bin vor drei Jahren als Waise nach Seattle gekommen und die letzte, die wir alle kennen“, murmelte Kelvin. „Stripperin, richtig?“, sagte Jordan, als sie beide schüttelt ihm die Hand. „Aber warum brauchst du die Informationen noch, wenn du Raymond und Raphael doch schon befohlen hast, sie ins Meer zu werfen?“, scherzte Kelvin, doch stattdessen erntete er Aces Wutausbruch. „Halt die Klappe und tu, was ich verlangt habe: Hol dir mehr Informationen über sie!“, donnerte Ace. Jordan kam schnell zur Sache, als er schnell lostippte, und innerhalb weniger Minuten war es raus. „Sie hat ihren Namen geändert, vor zehn Jahren …“, sagte Jordan. Aces Herz sank sofort. „Wie … Wie war der alte Name?“ Er konnte nicht glauben, dass er stotterte. „Cassie Braham“, sagte Jordan, und Ace fühlte, wie die Welt über ihm zusammenbrach, als er Jordan am Kragen packte. „Was zum Teufel hast du gerade gesagt!“, donnerte Ace, seine Augen brannten. „C – Cassie Braham“, keuchte Jordan, als Ace ihn grob losließ, seine Hände zitterten, als er zurückstolperte. „Das konnte nicht sein „Es passiert.“ Cassie sollte tot sein – vor zehn Jahren von Diego getötet. Aber wenn Cailey wirklich Cassie war … dann war alles, was er zu wissen glaubte, eine Lüge. „Ich dachte … ich dachte, Diegos Vater hat sie vor zehn Jahren getötet“, flüsterte Ace vor sich hin, während sein Herz in seiner Brust hämmerte.
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