CHAPTER 1

1226 Words
LUNA STRIP CLUB~ GARAGE „Töte sie!“, sagte Deigo lässig, als würde er den Tod eines Huhns befehlen. Während Cailey sich im Griff zweier fremder Männer wehrte. „Nein … das kannst du nicht tun, ich verspreche, nichts zu sagen“, flehte sie inständig, doch ihr Flehen stieß auf taube Ohren. Während die lauten Schüsse in ihren Augen widerhallten und sich ihre Augen in der kalten Nacht schlossen, ~ Cailey arbeitete tagsüber als Putzfrau, doch nachts war sie als Cabeza Clay bekannt, eine Erotiktänzerin im Luna Stripclub. Sie wollte Ballerina werden, doch ihr Glaube hatte etwas anderes für sie vorgesehen. Sie verlor ihre Eltern in den kalten Händen eines Mafiabosses, während ihr Bruder gewaltsam entführt wurde und lange Zeit verschwand. Wie jeden Abend wird sie auch heute Abend auf der Bühne stehen – für geile Männer, die alt genug sind, um ihr Vater zu sein. Doch was sie nicht wusste: Diese Nacht könnte ihr letzter Tag auf der Bühne sein, oder wahrscheinlich sogar der letzte! Sie bewegte sich wie eine Flamme – fließend, unberechenbar und unmöglich zu ignorieren. Ihre Hüften wiegten sich im Rhythmus der Musik, ihr Körper war eine perfekte Anziehungskraft aus Kraft und Anmut, während sie sich um die Stange drehte. Sie war magnetisch, und Deigo hasste es, wie leicht sie ihn anzog. Er war nicht deswegen hier. Er war wegen Lorenzo hier, einem seiner Rivalen, der sich dummerweise entschieden hatte, sich in Diegos Territorium zu zeigen. Er war selbst hierhergekommen, um ihn mit eigenen Händen zu töten. Es gab Informationen über seinen Besuch in diesem Club, und nun waren seine Männer im ganzen Club verstreut und verschmolzen mit dem Chaos, während sie ihn herausfischten. „Definitiv sein letzter Spaß!“, knurrte er, als er die Pfeife in das Whiskeyglas fallen ließ. Die Männer in der Menge brüllten und pfiffen, ihre Stimmen erfüllt von Verlangen. Cailey lächelte, doch Diego bemerkte die leichte Anspannung in ihren Bewegungen. „Sie ist nervös“, dachte er, verdrängte diese Bemerkung aber schnell wieder. Es war nicht seine Sorge, sie war aus einem anderen Grund hier, nicht aus diesem. „Sir“, knisterte eine Stimme durch den Ohrhörer. „Wir haben ihn.“ Ein verschmitztes Lächeln umspielte Diegos Lippen, als er sein Glas mit einem leisen Klirren abstellte. Langsam setzte er seinen schwarzen Hut auf, als er sich aus der schattigen Ecknische erhob. Sein schwarzer Mantel wehte hinter ihm her, während er dem stummen Befehl der Stimme folgte. „Führe mich“, sagte er leise und barsch. Auf der Bühne spürte Cailey ein flaues Gefühl im Magen. „Ich kann das nicht“, dachte sie und umklammerte die Stange fester, während sie versuchte, das Gleichgewicht zu halten. Ihr Chef funkelte sie von der Seitenlinie aus an, sein Gesicht war ungeduldig verzerrt. „Reiß dich zusammen, du Schlampe, sonst kriegst du heute Abend kein Geld!“, bellte ihr Chef, seine Stimme war wegen der Musik kaum zu hören. Cailey nickte. „Du schaffst das, Cailey …“, versicherte sie sich selbst, während sie sich über die Stange beugte. Aber ihr Körper ließ sie im Stich. Sie versuchte erneut, die Stange hochzuklettern, doch ihre Beine gaben nach. Mit einem lauten Knall fiel sie zu Boden, während die Menge in Jubel und Gelächter ausbrach. „Was zum Teufel ist mit dieser Schlampe los?“, rief jemand. „Ich brauche mein Geld zurück!“, sagte ein anderer. Tränen stiegen ihr in die Augen, als sie sich aufrappelte, ihr Magen drehte sich heftig um. Sie schaffte es kaum bis zur Hintertür, bevor sie sich krümmte und sich auf den kalten Betonboden der Garage übergab. „Ich habe alles ruiniert“, dachte sie und rollte sich zusammen, während ihr die Tränen über das Gesicht strömten. „Wie soll ich jetzt meinen Gehaltsscheck bekommen?“ Sie schniefte, während sie still einsprang. „Ich wollte das, ich brauchte das Geld!“, schluchzte sie leise, als der kalte Boden ihre Haut berührte. Ihre Phobie übermannte sie immer wieder – Demophobie, die Angst vor Menschenmengen, die Angst, gefangen zu sein, die Angst, in einer schwierigen Situation zu sein. Sie verfolgte sie seit ihrer Kindheit, ein Schatten, dem sie nie entkommen konnte. Sie hatte ihren Moment, ihr alles ruiniert. Sie wollte Tänzerin werden, aber sie konnte es nicht, weil sie nicht mit ihren Altersgenossen mithalten konnte und alle sie immer als Versagerin, als eine andere Person, als ein anderes Wesen angesehen hatten. „Ich werde nie so sein wie die anderen“, schniefte sie und zog die Knie an die Brust. ~ Doch dann vernahm sie etwas – leises, bedrohliches Grunzen, jemand kämpfte mit etwas. Sie erstarrte, ihr stockte der Atem, als sie näher an die Quelle herankroch. Als sie um die Ecke spähte, blieb ihr fast das Herz stehen. Eine Gruppe schwarz gekleideter Männer umringte eine hilflose, am Boden gefesselte Gestalt. Ein großer Mann mit schwarzem Hut stand in der Mitte, seine Präsenz gebieterisch und furchteinflößend. „Bindet ihn los“, befahl er, seine Stimme durchschnitt die Stille wie ein Messer. Die Männer gehorchten, lösten die Seile und rissen dem Gefangenen das Klebeband vom Mund. „Diego“, keuchte der Mann mit zitternder Stimme. „Das musst du nicht tun! Ich schwöre, ich halte mich aus deinen Angelegenheiten raus!“ „Lass uns diesen Vielfraß endlich fertigmachen und dann verschwinden!“, meldete sich eine wütende Frau zu Wort. Sie schien das einzige Mädchen dort zu sein. „Beruhige dich, Aria“, beruhigte sie jemand. Diego duckte sich, sein Gesichtsausdruck war undurchschaubar. „Zu spät, Lorenzo. Daran hättest du denken sollen, bevor du mir in die Quere gekommen bist.“ Er hob eine Pistole, deren Metall im trüben Licht glänzte. Caileys Hand schnellte vor ihren Mund, um einen Schrei zu unterdrücken. „Er wird ihn nicht töten“, dachte sie verzweifelt. „Er kann ihn nicht … töten, er kann nicht …“ Der Schuss hallte durch die Garage, und Lorenzos Körper sackte zu Boden. Blut sammelte sich unter ihm, als Caileys Kontrolle zerbrach. „Nein!“, keuchte sie, lauter als beabsichtigt. Diegos Kopf schnellte in ihre Richtung, seine Augen verengten sich gefährlich. „Wer zum Teufel ist das?“, knurrte die Frau leise, während sie in die Richtung raste, bevor es jemand konnte. Cailey wich zurück, ihr Herz hämmerte in ihrer Brust. „Ich bin tot.“ Ich bin tot.“ Sie wandte sich zum Weglaufen, doch die Frau materialisierte sich vor ihr und versperrte ihr den Weg. „Beweg dich, und ich blase dir das Hirn raus“, knurrte sie, die Waffe direkt auf ihren Kopf gerichtet. Cailey ging sofort auf die Knie und rieb sich die Handflächen. „Ich schwöre … ich habe nichts gesehen, ich habe nichts gesehen … ich verspreche, den Mund zu halten!“, flehte sie mit fest geschlossenen Augen. „Zweiter Capo, ich warte auf deine Befehle. Soll ich ihr ein paar Kugeln in den Schädel jagen?“, bellte Aria wütend und starrte Cailey wütend an. „Dieselbe Stripperin?“, spottete Diego, während er sie aus der Distanz beobachtete. Er wusste es besser als alles andere, die Frau kannte bereits viele seiner Männer, und das würde sein Team nur in Schwierigkeiten bringen. „Töte sie!“, befahl er lässig, als befehle er den Tod eines Huhns.
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