CHAPTER 2

1282 Words
CHAPTER 2 ~VOR 10 JAHREN~ „Nehmt alle eure verdammten Köpfe runter!“, donnerte eine tiefe Stimme, als eine Gruppe maskierter Männer in die winzige Wohnung stürmte. Der Raum, einst warm vom sanften Schein eines Familienabends, fühlte sich nun erstickend an, die Luft schwer vor Anspannung. Die kleine Cailey umklammerte die Hand ihres Bruders fest, ihre kleinen Finger zitterten, als sie sich tief hinter das Sofa kauerte. Tränen strömten ihr über die Wangen, doch sie biss sich auf die Lippe, um ihr Schluchzen zu unterdrücken. Das stumme Wehklagen ihres Bruders erschütterte sie zutiefst. Sie verstand nicht, was geschah, aber die Angst in den Augen ihres Vaters sagte ihr alles, was sie wissen musste. Gefahr. Ihr Vater hatte sie nach Hause gebracht. „Mr. Rogers, ich verspreche, ich werde für alles bezahlen, was ich verdorben habe. Sie müssen meiner Familie nicht wehtun!“ Richard, Caileys Vater, sprach mit einem bestimmten Mann, der offenbar der Anführer war. Doch sein Ruf stieß auf taube Ohren, als zwei der Männer ihn auf die Beine zerrten. Seine Frau wurde neben ihm hochgerissen, ihr Gesicht war bleich vor Schreck. „Halt die Klappe, alter Mann!“, bellte der Anführer der Gruppe, seine Stimme triefte vor Gift. Ohne Vorwarnung schlug er Richard ins Gesicht, der Klang hallte wie ein Schuss in dem engen Raum wider. Cailey zuckte zusammen, ihr Herz hämmerte so heftig, dass sie dachte, es würde gleich platzen. „Papa …“ „Da du beschlossen hast, unsere Organisation zu Fall zu bringen“, begann der maskierte Mann mit eisiger, belegter Stimme. „geht deine Familie mit dir unter.“ Er hob seine Waffe, deren Lauf im trüben Licht glänzte. „Nein! Bitte!“, schrie Mrs. Richard, ihre Stimme brach, als sie sich gegen die Männer wehrte, die sie festhielten. Der Schuss feuerte. Einmal. Zweimal. Cailey sah entsetzt zu, wie ihre Eltern leblos zu Boden sanken. Ihr stockte der Atem. „Papa!“ Sie stürzte sich nach vorn, doch der Mann war schneller. Ein brutaler Tritt schleuderte sie durch den Raum. Ihr kleiner Körper prallte mit einem dumpfen Schlag gegen die Wand, Schmerz schoss durch ihre Rippen. „Du bist keine Ausnahme, Mädchen“, knurrte der Mann und stieg über die Leichen ihrer Eltern hinweg. „Dein Bruder wird auch für die Sünden deines Vaters bezahlen.“ Cailey hatte kaum Zeit, seine Worte zu verarbeiten, als sie das Schlurfen von Stiefeln hörte. Ihr Bruder wurde weggezerrt, seine Schreie verklangen, als man ihn in die Nacht hinausführte. In der Wohnung wurde es still, bis auf den leisen Blutstropfen, der sich auf dem Boden sammelte. • PRÄSENTATION• ~UNTER DER ERDE, DEIGOS GEFÄNGNIS~ •Browns Flur• Cailey stöhnte vor Schmerzen, ihr Kopf pochte, als wäre er gespalten. Sie zwang sich, die Augen zu öffnen, nur um sie dann wieder zuzuknallen, als ein stechender Schmerz durch ihren Schädel schoss. Instinktiv massierten ihre Hände ihre Schläfen, doch sie stießen gegen etwas Kaltes und Unnachgiebiges; ihre Handgelenke waren fest auf ihrem Rücken gefesselt. Ihr stockte der Atem, als sie die Augen wieder öffnete und merkte, dass sie sich in völliger Dunkelheit befand. Die Luft war feucht, der Boden unter ihrem Körper kalt und nass. „Wer ist da?“, rief sie mit zitternden Lippen. Doch sie bekam keine Antwort, denn es schien, als sei niemand in der Nähe, nur das Echo ihrer eigenen Angst hallte zu ihr zurück. „Wo zum Teufel bin ich?“, fragte sie sich stockend, während sie versuchte, sich umzusehen, doch alles war dunkel wie die Nacht. „Was ist passiert?“ Sie versuchte, sich an das Letzte zu erinnern, an das sie sich erinnerte, und alles kam ihr wieder in den Sinn: der Sturz von der Bühne, die wilde Szene in der Garage, der skrupellose Mord, die maskierten Männer, das weiße Tuch vor ihrem Mund. „Wer sind diese Leute?“ Ihr Magen drehte sich um, während ihre Gedanken an die Ereignisse von vor zehn Jahren zurückdrangen. Sie kamen ihr bekannt vor, die dunkle Aura, wie skrupellos sie waren. Es war nichts als ein Albtraum, der sie nie verlassen würde. „Ich bin tot, das muss ich sein.“ Heiße Tränen liefen ihr über die Wangen, während sie schluchzte, ihre Brust verkrampfte sich mit jedem Atemzug. „Kann mir bitte jemand helfen!“, schrie sie laut, als ihr die Luft wegblieb. Sie konnte nicht überleben, ihre Phobie griff sie erneut an, die Angst, gefangen zu sein, die Angst, eingesperrt zu sein. „Nein … nein … nein.“ Sie konnte nicht atmen, ihr Herz hämmerte unregelmäßig, und ihre Sicht verschwamm. „Bitte … helft mir“, keuchte sie und kroch blind über den Boden. Gerade als ihre Kraft nachließ und ihre Augen zufielen, öffnete sich quietschend eine Tür. Ein Lichtstrahl durchdrang die Dunkelheit, und eine Gestalt stand als Silhouette im Türrahmen. Sie konnte ihr Gesicht nicht erkennen, aber ihre Anwesenheit war unverkennbar. „Ist es zu spät?“ Ihre Gedanken verschwanden, als sie erneut bewusstlos wurde. ~DEIGOS LOUNGE~ Diego stand vor dem Badezimmerspiegel und schüttete die Whiskyflasche mit zusammengebissenen Zähnen ins Waschbecken. Das Glas zerschellte an der Wand, Scherben verstreuten sich auf dem Boden. Er zischte frustriert, seine Wut brodelte unter der Oberfläche. „Sie hat alles gesehen, diese verdammte Stripperin“, murmelte er leise und stürmte in den Hauptraum, wo Aria auf der Couch lümmelte. „Was machst du hier?“, fragte er und nahm sich ein Hemd zum Anziehen. „Ja … ich bin froh, dass du wusstest, dass sie alles gesehen hat. Warum hältst du sie immer noch fest?“, fragte Aria, stand von der bequemen Couch auf und ging langsam auf ihn zu. „Ich habe gefragt, was du hier machst?“, fragte Deigo erneut, diesmal mit fester Stimme. Aria ignorierte die kalten Worte, während sie ihn umspielte. „Hast du so schnell vergessen, was ich immer hier mache?“, fragte sie sinnlich und streichelte mit den Fingern seine nackte Brust. Doch zu ihrer größten Überraschung stieß er sie von sich und zog sein Hemd an. „Geh! Ich bin nicht in Stimmung dafür!“, sagte er kalt. Aria kicherte und versuchte, ihre Verlegenheit zu verbergen. „Hast – hast du mich gerade weggestoßen?“, fragte sie zwischen den Sätzen. Er antwortete nicht sofort, sein Schweigen verstärkte ihre Frustration nur noch. Schließlich drehte er sich zu ihr um, sein Blick kalt und undurchdringlich. „Ich sehe, du respektierst meine Grenzen nicht mehr, Aria“, sagte er eisig. „Welche Grenzen, Deigo? Du und ich wissen, was wir sind! Wir sind Sexpartner, willst du mich einfach so zurechtweisen?“, fragte sie. Deigo biss stumm die Zähne zusammen. „Aria … Geh einfach“, schleppte er sich. „Oh … du tust das ihretwegen? Wegen dieser dreckigen Stripperin!?“, rief sie. „Pass auf, Mädchen“, warnte Deigo. „Warum lebt sie noch?“, fragte sie und trat einen Schritt näher. „Du kennst die Regeln, Capo. Jeder, der uns sieht, stirbt. Keine Ausnahmen.“ Diego verschränkte die Arme vor der Brust, sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich. „Seit wann stellst du meine Entscheidungen in Frage, Aria?“ „Seit sie anfangen, uns in Gefahr zu bringen!“, schoss sie zurück. „Dieses Mädchen ist eine Belastung, und du weißt es. Worauf wartest du?“ Er starrte sie einen langen Moment an, bevor er sich umdrehte, eine Pistole von seinem Tisch nahm und sie ihr reichte. „Sie ist auf der anderen Seite des Flurs der Browns. Geh und töte sie!“, sagte er mit belegter, eisiger Stimme. „Dich selbst …“ Er schleppte sich, seine dunklen Augen durchbohrten ihre.
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