CHAPTER 3

1487 Words
•WEITER• Aria erschrak, als sein kalter Blick ihren durchbohrte. Sie kannte diese Blicke. Da war etwas, etwas Dunkles, etwas … Gefährliches, und sie wagte es nicht, ihm zu nahe zu treten. „Warum tust du mir das an?“, fragte sie ruhig mit Tränen in den Augen. „Aria, ich möchte dir von unserer Beziehung erzählen, falls du sie vergessen hast“, sagte er und ließ die Pistole auf den Tisch fallen. „Deine Fickfreundin? Die einzige Person, die mir wirklich etwas bedeutet?“, antwortete Aria sofort, doch Deigo schüttelte den Kopf. „NEIN … ich bin der Boss und du bist mein Arbeiter. Du arbeitest für mich, und ich bezahle dich großzügig“, sagte er mit fester Stimme. „Warum tust du das? Warum gibst du mir das Gefühl, wertlos zu sein? Warum ziehst du sie mir vor?“, fragte sie mit Tränen in den Augen. „Sie geht nirgendwo hin, bis ich etwas anderes entscheide. Ende der Diskussion.“ Arias Augen verengten sich, sie ballte die Fäuste. „Das sieht dir gar nicht ähnlich, Diego. Was ist hier wirklich los?“ Er trat näher an sie heran, seine Präsenz imposant. „Vorsicht, Aria. Du bewegst dich auf dünnem Eis.“ Die Spannung zwischen ihnen knisterte wie ein elektrisierender Draht, als sie sich gegenseitig anstarrten, ohne nachzugeben. Ihre Vergangenheit war kompliziert, und obwohl sie sich beruflich immer nahegestanden hatten, spielten persönliche Gefühle nie eine Rolle. Schließlich brach Aria das Schweigen. „Na gut“, sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen. „Aber wenn uns das um die Ohren fliegt, sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“ Sie drehte sich um und ging zur Tür, doch dort traf sie Ace, der offenbar alles mitgehört hatte, mit einem leichten Grinsen im Gesicht. Sie zischte laut und ging dann weg. „Hat sie mich gerade angezischt?“, fragte Ace irritiert, als er den Raum betrat. „Ignorier sie einfach“, murmelte Deigo. „Ich sollte sie ignorieren? Du hast das alles verursacht! Du hast gesehen, wie respektlos sie mich behandelt hat“, beschwerte sich Ace. Ace ist der zweite Capo nach Deigo im Penthouse. Er ist in der Organisation als rücksichtsloser und herzloser bekannt. Die beiden verbindet eine einzigartige Beziehung, die sie eng verbunden hat. Wie beste Freunde. Diego seufzte, als er sich in den Stuhl hinter seinem Schreibtisch fallen ließ. Er nahm einen Stift und drehte ihn zwischen seinen Fingern. „Das ist deine Schuld, Ace, du hast das alles verursacht!“, sagte er kalt. „Ich?“, spottete Ace und beugte sich vor. „Wie zum Teufel kann ich das verursachen? Wie habe ich das verursacht?“ „Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen immer ihre Masken aufbehalten“, blaffte Diego mit leiser, gefährlicher Stimme. „Aber sie haben alle geschleimt!“ „Bleib ruhig, Großer, ich habe sie schon bestraft“, sagte Ace. „Aber das ändert nichts, sie haben es ruiniert!“ Ace grinste und zuckte lässig mit den Schultern. „Woher sollte irgendjemand wissen, dass deine kleine, hübsche, liebenswerte Tänzerin zur falschen Zeit am falschen Ort auftaucht?“ Diego warf ihm einen bösen Blick zu. „Das ist kein Witz, Ace. Wir reden hier von ernsten Konsequenzen.“ „Da hast du recht, aber lassen wir sie etwa in Ruhe? Ich meine, sie hat die Gesichter unserer Jungs schon gesehen, und es wird definitiv eine große Gefahr für uns sein“, zeigte sich Ace besorgt. Diego seufzte frustriert. „Wo ist sie?“, fragte er. Auch wenn Diego der Boss sein mochte, hatten die beiden eine sehr enge Bindung zueinander, wenn sie zusammen eher wie beste Freunde waren. „Wenn du nicht da wärst, hätte ich ihr ohne zu zögern eine Kugel in den Schädel gejagt“, sagte Ace, ohne Reue zu empfinden. Diego drehte sich zu ihm um. „Ich hätte dasselbe getan, wenn es jemand gewesen wäre, den ich nicht kenne …“, sagte er fast flüsternd und wandte sich ab. „Oh … du wirst ihren Tanz vermissen?“, scherzte Ace. „Warum machst du so gern Witze mit mir, wenn es ernst ist?!“, fragte Diego müde, sein Kopf war völlig durcheinander. Etwas, das er überhaupt nicht gebrauchen konnte. „Okay, okay“, sagte Ace und hob gespielt kapitulierend die Hände. „Also, was ist los? Lässt du sie am Leben? Oder räumen wir wieder ein Chaos auf?“ Diego warf ihm einen finsteren Blick zu. „Gib mir einfach etwas Zeit zum Nachdenken, ja?“, blaffte er. „Oh … ich vergaß dir zu sagen, der Penthouse-Arzt hat mir erzählt, dass sie aufgewacht ist, aber plötzlich ohnmächtig geworden ist, nachdem sie sich die Seele aus dem Leib geschrien hatte“, erwiderte Ace. „Ohnmächtig geworden?“, spottete Diego. „Ja, aber sie ist wieder ohnmächtig geworden, nachdem sie sich die Seele aus dem Leib geschrien hat“, erwiderte Ace lässig. „Hab sie vom Penthouse-Arzt untersuchen lassen. Ihr geht es gut.“ „Warum tust du so, als ob es dich interessiert hätte? Du hast dich die ganze Zeit nie für sie interessiert“, sagte Deigo. „Es ist mir immer noch egal und wird es vielleicht nie sein. Tu einfach das Richtige und lass dich nicht von deinen Emotionen überwältigen“, sagte Ace, stand auf und verließ den Raum. Deigo seufzte frustriert und vergrub seine Finger in seinen Haaren. „Scheiß auf alles!“ „Ich muss es einfach richtig machen“, bekräftigte er. EINIGE MINUTEN SPÄTER• ~UNTER DER ERDE, DEIGOS GEFÄNGNIS~ Cailey schnappte nach Luft, als ihre Augen aufsprangen und ihre Brust sich hob und senkte. „Ist das ein Traum?“, fragte sie sich. Einen Moment lang dachte sie, es sei ein Albtraum gewesen, bis sie versuchte, ihre Arme zu bewegen und spürte, wie sich die Seile in ihre Handgelenke schnitten. Sie war an einen Stuhl gefesselt, in einem Raum, der … fast normal aussah. Ein Bett, ein Schreibtisch, ein Kleiderschrank – es war wie ein Hotelzimmer, aber etwas daran fühlte sich unheimlich an. „Wo ist dieser Ort?“, murmelte sie mit zitternden Lippen. „Nein … nein … nein“, geriet sie in Panik und versuchte, sich zu befreien, doch es war vergeblich. „Hallo?“, rief sie mit zitternder Stimme. „Ist da jemand?“ Das Letzte, woran sie je dachte, die letzte Situation, in der sie je sein wollte, war, an einem unbekannten Ort gefangen zu sein. „Wer ist da?“, rief sie. Die Stille war ohrenbetäubend. Tränen stiegen ihr in die Augen, während sie gegen die Fesseln kämpfte. „Bitte, ich sage nichts, versprochen“, flehte sie mit brechender Stimme ins Leere. „Wie kann ich mir da sicher sein?“, hallte eine tiefe Stimme hinter ihr wider. Cailey erstarrte, ihr Herz hämmerte in ihrer Brust. Langsam drehte sie den Kopf, ihre Augen weiteten sich, als sie eine maskierte, schwarz gekleidete Gestalt mit einem Glas Wasser in der Hand erblickte. Die Gestalt umkreiste sie wie ein Raubtier, das seine Beute verfolgt, bis sie vor ihr stehen blieb. „Wer … wer bist du?“, stammelte sie. „Der Besitzer dieses Lokals“, erwiderte er kalt. „Und die Person, in deren Angelegenheiten du dich eingemischt hast.“ Cailey stockte der Atem. „Ich schwöre, ich habe nichts gesehen! Bitte, lass mich einfach gehen!“ „Natürlich hast du das“, sagte er mit bedrohlicher Stimme. „Cailey Amber Braham, die Stripperin.“ Ihr wurde ganz flau im Magen. „W..wie..wie kennst du meinen Namen?“, flüsterte sie. „Du hast es mir angetan, als du zufällig in meine hineingestolpert bist“, sagte er, stellte das Wasserglas auf den Tisch und zog einen Stuhl näher an sie heran. Er setzte sich, seine dunklen Augen trafen sie. Caileys Brust zog sich zusammen, Panik durchfuhr sie. „Bitte … binde mich los. Ich kann nicht atmen, ich ersticke.“ „Damit du weglaufen kannst?“, fragte er und beugte sich leicht vor. „Nein! Ich schwöre, ich laufe nicht weg! Ich … ich kann so einfach nicht atmen!“, flehte sie, während ihr die Tränen übers Gesicht liefen. „Ich glaube, ich werde ohnmächtig.“ Sie zitterte. Der Mann legte den Kopf schief und musterte sie einen Moment lang. Dann sagte er mit erschreckender Ruhe: „Glaubst du, es interessiert mich?“ Seine Stimme triefte vor Verachtung. Cailey verstummte, als ihr klar wurde, dass der Sprecher kein Scherz war. „Was willst du von mir?“, fragte sie und versuchte, etwas Mut zu zeigen. „Nichts Ernstes, ich will nur sichergehen, dass du still bist, selbst wenn das bedeutet, dass du vom Erdboden verschwinden wirst“, sagte er kalt, und die dunkle Luft mischte sich ein.
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