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Alphas verbotene Gefährtin

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Geboren ohne das heilige Mal, war sie für immer verdammt zur Unsichtbarkeit. Er kam als gnadenloser Alpha, um ihre Schwester zu beanspruchen, sie heimlich zu brechen und dann zu entsorgen. Doch ein einziger, verhängnisvoller Blick weckte ein Band, das kein Rudelgesetz je erlauben würde. Ein Mann, der niemals Schwäche zeigte. Eine Frau, die niemals gewollt werden durfte. Nächte voller brutaler, verzweifelter Hingabe. Ein Biss, der die Welt entzündet. Und ein Duell im eisigen Morgenrot, bei dem entweder ihre Liebe siegt oder alles in Blut und Schnee untergeht.

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Kapitel 1
Die kalte Morgenluft drang durch die Ritzen der alten Holzwände und ließ Heidi erschaudern. Sie zog das fadenscheinige Tuch enger um ihre Schultern und bewegte sich leise durch den langen Flur des großen Hauses. Ihre bloßen Füße kannten jeden knarrenden Bodenbrett, jede unebene Stelle, sodass sie sich lautlos wie ein Schatten fortbewegen konnte. Seit ihrer Kindheit hatte sie gelernt, unsichtbar zu sein. Unsichtbar zu bleiben war ihre einzige Waffe in diesem Haus, das eigentlich ihr Zuhause hätte sein sollen. Heidi war die Tochter des Alphas, doch niemand nannte sie so. Sie war die Bastardtochter, geboren ohne das heilige Mondsichelmal, das jedes Mitglied des Rudels als würdig auswies. Das Mal, das ihre Halbschwester Elsa von Geburt an stolz auf ihrer linken Schulter trug, silbern schimmernd wie der Halbmond selbst. Elsa, die Perfekte. Elsa, die zukünftige Luna. Elsa, die alle liebten. Heidi trug stattdessen nur Narben. Unsichtbare Narben, die tiefer gingen als jede sichtbare Wunde. Sie hatte gelernt, den Blick zu senken, wenn ihr Vater Frank durch die Gänge schritt. Sie hatte gelernt, schneller zu arbeiten, leiser zu sprechen und niemals um etwas zu bitten. Sie war die Dienerin in ihrem eigenen Vaterhaus. Die unsichtbare Schwester. Die, die man vergaß, sobald sie den Raum verließ. An diesem Morgen war das Haus ungewöhnlich still. Die Vorbereitungen für das große Fest hatten bereits begonnen, doch die meisten packten noch in den Küchen oder schliefen ihren Rausch vom gestrigen Vollmondlauf aus. Heidi nutzte die Stille, um die großen Kamine im Speisesaal zu reinigen. Sie kniete vor dem kalten Stein, schrubbte mit rußgeschwärzten Händen die Asche weg und versuchte, nicht an das zu denken, was in wenigen Tagen geschehen würde. Der Mondsichelball stand bevor. Der Moment, in dem Elsa offiziell dem zukünftigen Alpha vorgestellt werden sollte. Dem Mann, den alle nur den Eisernen nannten. Frank hatte monatelang von ihm gesprochen, mit einer Mischung aus Stolz und Furcht in der Stimme. Der Erbe des Nordrudels. Der Mann, der mit einem Blick ganze Meuten zum Schweigen bringen konnte. Der Mann, der niemals lächelte. Heidi hatte ihn nur einmal aus der Ferne gesehen, vor zwei Wintern, als er mit seiner Eskorte durch das Dorf geritten war. Groß, breitschultrig, mit pechschwarzem Haar und Augen wie Gewitterwolken. Selbst aus der Entfernung hatte sie die Gefahr gespürt, die von ihm ausging. Eine animalische, urtümliche Macht, die die Luft schwer machte. Sie hatte sich damals hinter einem Karren versteckt und gehofft, dass er sie nicht bemerkte. Doch nun würde er kommen. Und er würde Elsa wählen. Das war beschlossene Sache. Frank hatte es so arrangiert. Eine Verbindung zwischen den beiden stärksten Rudeln. Eine Allianz, die unbesiegbar sein würde. Und Elsa war das perfekte Opferlamm. Schön, gehorsam, mit dem heiligen Mal gezeichnet. Alles, was ein Alpha sich wünschen konnte. Heidi biss sich auf die Lippe, bis sie Blut schmeckte. Sie durfte nicht neidisch sein. Neid war ein Luxus, den sie sich nicht leisten konnte. Elsa hatte ihr nie etwas Böses getan. Im Gegenteil. In den stillen Momenten, wenn niemand zusah, hatte Elsa ihr manchmal ein Stück Brot zugesteckt oder eine Decke gebracht, wenn die Nächte besonders kalt waren. Kleine Gesten der Güte, die für Heidi mehr wert waren als Gold. Elsa war die Einzige, die sie je wie einen Menschen behandelt hatte. Und genau deshalb musste Heidi sie beschützen. Sie hatte in der vergangenen Nacht etwas gehört. Etwas, das sie nicht hätte hören sollen. Sie war spät in der Nacht aufgestanden, um Wasser aus dem Brunnen zu holen, als sie Stimmen aus dem Arbeitszimmer ihres Vaters hörte. Frank sprach mit jemandem. Die Stimme des anderen war tief, kalt und kontrolliert. Sie erkannte sie sofort. Es war ER. Der Eiserne war bereits hier. Früher als erwartet. Heidi hatte sich gegen die Wand gedrückt, das Herz bis zum Hals schlagend, und gelauscht. „Sie ist perfekt“, hatte Frank gesagt, seine Stimme ölig vor Eifer. „Elsa trägt das Mal. Sie wird dir starke Welpen schenken. Das Rudel wird sie akzeptieren.“ Eine Pause. Dann diese eisige Stimme. „Ich brauche keine perfekte Luna. Ich brauche eine Zuchtstute.“ Heidi hatte nach Luft geschnappt, die Hand vor den Mund gepresst. Frank lachte nervös. „Nun, das lässt sich arrangieren. Elsa ist jung, fruchtbar…“ „Nicht Elsa“, unterbrach die Stimme. „Die andere.“ Stille. Dann Franks ungläubiges Schnauben. „Heidi? Die Unmarkierte? Sie ist nichts. Eine Dienerin. Bastardblut.“ „Genau deshalb“, sagte der Mann ruhig. „Niemand wird sie vermissen. Niemand wird Fragen stellen, wenn sie nach der Zeremonie verschwindet. Ich werde sie nehmen, sie schwängern, und sobald das Kind geboren ist, wird sie entsorgt. Elsa wird danach meine offizielle Gefährtin. Das Rudel bekommt seine Luna. Und ich bekomme meinen Erben. Sauber. Effizient.“ Heidi hatte sich fast übergeben müssen. Sie war davongeschlichen, die Wassereimer vergessen, und hatte sich in ihrer winzigen Kammer unter der Treppe zusammengekauert. Die ganze Nacht hatte sie geweint. Nicht aus Angst um sich selbst. Sondern aus Angst um Elsa. Denn wenn dieser Plan gelang, würde Elsa trotzdem an diesen Monster gebunden werden. An einen Mann, der ihre Schwester benutzen und wegwerfen wollte wie Abfall. An einen Mann, der keine Liebe kannte, nur Berechnung. Heidi konnte das nicht zulassen. Sie würde alles tun, um Elsa zu schützen. Selbst wenn es bedeutete, sich diesem Ungeheuer entgegenzustellen. Selbst wenn es bedeutete, ihr eigenes Leben zu opfern. Den ganzen Vormittag arbeitete sie mechanisch weiter. Sie scheuerte Böden, polierte Silber, trug schwere Wäschekörbe die Treppen hinauf und hinunter. Ihre Hände zitterten, doch sie zwang sich zur Ruhe. Sie durfte keinen Verdacht erregen. Am späten Nachmittag wurde sie in den großen Saal gerufen. Elsa wollte sie sehen. Als Heidi den Raum betrat, stand ihre Halbschwester am Fenster und blickte hinaus in den verschneiten Wald. Ihr langes blondes Haar fiel wie ein Wasserfall über ihren Rücken. Das Mondsichelmal schimmerte sanft im Licht der untergehenden Sonne. Sie drehte sich um und lächelte traurig. „Heidi“, sagte sie leise. „Komm her.“ Heidi trat näher, den Blick gesenkt. „Ich habe Angst“, flüsterte Elsa. „Er ist anders als die anderen. Kalt. Ich weiß nicht, ob ich ihm genügen kann.“ Heidi ballte die Fäuste. „Du bist mehr als genug“, sagte sie rau. „Du bist alles, was er nicht verdient.“ Elsa sah sie überrascht an. Es war das erste Mal, dass Heidi so offen sprach. „Du klingst, als würdest du ihn kennen.“ „Ich kenne seine Art“, antwortete Heidi bitter. „Männer wie er nehmen, was sie wollen, und zerstören, was übrig bleibt.“ Elsa streckte die Hand aus und berührte Heidis Wange. „Du bist so stark“, murmelte sie. „Stärker als ich.“ Heidi schloss die Augen. „Ich werde dich beschützen“, sagte sie kaum hörbar. „Egal was passiert.“ Elsa runzelte die Stirn. „Was meinst du damit?“ Doch bevor Heidi antworten konnte, öffnete sich die schwere Eichentür. Und er trat ein. Der Eiserne. Frank folgte ihm wie ein Schatten. Doch Heidi sah nur ihn. Er war noch größer, als sie ihn in Erinnerung hatte. Die schwarzen Haare fielen ihm ins Gesicht, die sturm grauen Augen durchbohrten den Raum. Er trug einen langen dunklen Mantel, der mit silbernen Fäden durchwirkt war. Jede Bewegung strahlte Macht aus. Rohe, ungezähmte Macht. Sein Blick wanderte durch den Saal. Streifte Elsa. Verweilte kurz. Dann glitt er weiter. Und blieb an Heidi hängen. Die Zeit schien stillzustehen. Ihre Blicke trafen sich. Etwas geschah. Etwas tief in ihr erwachte. Etwas Uraltes. Etwas Animalisches. Ein Ziehen in ihrer Brust, so stark, dass sie taumelte. Ihre Haut prickelte. Ihr Herz raste. Ein Duft stieg ihr in die Nase. Dunkler Wald. Sturm. Leder und Rauch. Und darunter etwas Süßes, Verbotenes. Sein Geruch. Der Geruch ihres Gefährten. Nein. Unmöglich. Sie war unmarkiert. Sie konnte keinen Gefährten haben. Das Band war nur denen vorbehalten, die das Mal trugen. Den Wahren. Doch sein Blick brannte sich in sie. Seine Nasenflügel bebten. Er nahm ihren Duft wahr. Und sie sah es. Den Moment, in dem auch er es spürte. Seine Augen weiteten sich kaum merklich. Dann verengten sie sich wieder. Zu Schlitzen. Gefährlich. Frank bemerkte nichts. Er trat vor. „Das ist meine Tochter Elsa“, verkündete er stolz. „Und das…“, er wedelte abfällig in Heidis Richtung, „…ist nur die Dienerin.“ Der Eiserne antwortete nicht. Er starrte Heidi weiter an. Als würde der Rest des Raumes nicht existieren. Dann sprach er. Seine Stimme war tief, rau, und sie fuhr Heidi wie ein Stromschlag durch den Körper. „Wie heißt du?“ Heidi schluckte. „Heidi“, flüsterte sie. „Heidi“, wiederholte er langsam, als würde er den Namen kosten. „Interessant.“ Frank lachte nervös. „Sie ist niemand Wichtiges, mein Alpha. Kommt, lasst uns über die Zeremonie sprechen.“ Doch der Eiserne bewegte sich nicht. Er machte einen Schritt auf Heidi zu. Und noch einen. Die Luft knisterte. Elsa trat unsicher zwischen sie. „Ist etwas nicht in Ordnung?“ Der Mann ignorierte sie vollkommen. Sein Blick war nur auf Heidi gerichtet. „Ich rieche dich“, sagte er leise, so leise, dass nur sie es hören konnte. „Und du riechst nach meinem.“ Heidi wich zurück, bis sie gegen die Wand stieß. Panik stieg in ihr auf. Und gleichzeitig etwas anderes. Etwas Dunkles. Etwas Hungriges. Nein. Nein. Das durfte nicht sein. Sie war die Unmarkierte. Die Wertlose. Die, die weggeworfen werden sollte. Und doch sah er sie an, als wäre sie das Einzige auf der Welt, was zählte. Frank räusperte sich laut. „Alpha?“ Der Eiserne blinzelte. Als würde er aus einer Trance erwachen. Dann wandte er sich langsam ab. Doch bevor er ging, warf er Heidi einen letzten Blick zu. Einen Blick voller Versprechen. Und Gefahr. „Wir sehen uns wieder“, sagte er leise. Und dann war er fort. Heidi sank an der Wand hinunter auf den Boden. Ihr Körper zitterte unkontrollierbar. Elsa kniete sich neben sie. „Was war das?“ Heidi konnte nicht antworten. Denn in diesem Moment wusste sie es. Das Band war erwacht. Ein unmögliches Band. Ein verbotenes Band. Und es würde alles zerstören. Oder alles retten. Sie schloss die Augen. Und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich gesehen. Und das machte ihr mehr Angst als alles andere.

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