Episode1
Kapitel 1: Evelyns POV.
„Dein Mann will dich töten!“ Meine Knöchel wurden weiß, als ich das Lenkrad fester umklammerte. Die Person am anderen Ende der Leitung musste lügen. „Das kann nicht wahr sein“, stammelte ich. „Mein Mann würde mich niemals versuchen zu töten.“ Die Leitung war still, und für einen Moment dachte ich, die Verbindung wäre abgebrochen. Dann kam ihre Stimme zurück, dringend und fest. „Ich weiß, dass das schwer zu glauben ist, aber du musst aus dem Auto aussteigen. Jetzt!“
Als sie sprach, lief mir ein Schauer über den Rücken. Da bemerkte ich, dass etwas nicht stimmt. Das Auto verhielt sich seltsam. Mein Blick wanderte zum Armaturenbrett, und mein Herz setzte aus. Die Tankanzeige schwankte bedrohlich, und das Lenkrad fühlte sich in meinen Händen unsicher an. Ich versuchte, das Lenkrad nach rechts zu drehen, aber das Auto reagierte nicht. Es fuhr geradeaus weiter, als wäre es von einer unsichtbaren Kraft gesteuert.
Eine kalte Angst kroch in meinem Magen hoch. Das war kein Zufall. Ich schlug das Lenkrad erneut an. Härter diesmal, aber es funktionierte nicht. „Nein!“ schrie ich. Ich trat fester auf das Bremspedal, aber es ging direkt auf den Boden. Vollkommen nutzlos.
Eine Übelkeit erregende Erkenntnis überkam mich. Ich drehte das Lenkrad erneut, verzweifelt versuchte ich, vom Weg abzukommen, aber es war, als wäre das Auto in seinem Kurs gefangen. Schweiß tropfte von meiner Stirn. Meine Gedanken rasten. Trotzdem fiel es mir schwer, zu glauben, dass mein Mann das getan hatte. Es gab keine Erklärung dafür, warum er mich tot sehen wollte.
Die Straße vor mir war kurvenreich, und ich konnte nichts tun. Mein Magen sackte ab. Ich hatte zweite Gedanken. Ich umklammerte das Lenkrad mit beiden Händen. Meine Muskeln spannten sich an. Dann schlug ich das Lenkrad zur Seite, zielte auf die Bäume. Die Reifen quietschten, der Lärm war ohrenbetäubend, als das Auto auf die Bäume zuschlidderte.
Krach! Der Aufprall traf mich mit brutaler Gewalt. Mein Kopf schlug gegen das Lenkrad, Schmerz blitzte sofort durch mich auf. Mein Atem verließ mich, als ich mich bemühte, meine Augen offen zu halten. Das Auto drehte sich leicht, Rauch quoll aus dem Holz. Dann sah ich Feuer. Die Flammen krochen über die Vorderseite des Autos, leckten an der Fensterscheibe. Die Hitze war unerträglich, erstickend. Und ich geriet in Panik, griff nach meinem Telefon.
Mein Finger war schweißnass, meine Hände zitterten, als ich die Nummer meines besten Freundes wählte. Das Telefon klingelte einmal, zweimal. „Bitte geh ran“, flehte ich, versuchte, meinen Atem anzuhalten. Mein Hals kratzte infolge des Rauchs, mein Körper fühlte sich so schwer und träge an. Ich konnte nicht richtig atmen, alles um mich herum schien sich zu drehen. Die Flammen fraßen mich auf, alles in mir.
Ich versuchte verzweifelt, die Nummer erneut zu wählen, hoffte, dass sie diesmal antworten würde, aber es ging direkt auf die Voicemail. Ich schloss die Augen, kämpfte darum, meinen atemlosen Atem zu beruhigen. Aber bevor ich sie wieder öffnen konnte, umgab mich Dunkelheit, und alles wurde schwarz.
***** Ich öffnete langsam die Augen, blinzelte bei dem anfänglichen Schleier. Als mein Blick klar wurde, schnappte der Raum in den Fokus, und das harte Licht ließ mich blinzeln. Ich hob eine Hand, um meine Augen abzuschirmen, gab ihnen Zeit, sich anzupassen. Wo war ich?
Das stetige Piepen der Maschinen blockierte meine Ohren, eine scharfe Erinnerung an die Stille, die mich vor dem Vorfall umgeben hatte. Ein Krankenhaus? Ich blinzelte langsam, versuchte, alles zu verstehen. Mein Mund fühlte sich trocken an, und mein Körper wölbte sich in einer Weise, die ich nicht beschreiben konnte. Ich versuchte, mich zu erinnern, wie ich hierhergekommen war, aber alles war leer, und egal wie sehr ich versuchte, die Punkte zu verbinden, schien es auseinandergefallen zu sein.
Die Tür platzte plötzlich auf, und ein Mann in Weiß, der eindeutig als Arzt zu erkennen war, trat ein, ein echtes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. „Sie sind wach?“ Er hob eine
Das Gesicht des Mannes hellte sich mit einem warmen Lächeln auf. „Oh mein Gott, du bist wach!“ Er eilte an meine Seite und breitete die Arme zu einer Umarmung aus.
Die Umarmung blieb jedoch unbeantwortet, mein Verstand war noch immer benommen, während sich die Szene vor mir abspielte.
Er löste sich aus der Umarmung, zog die Augenbrauen hoch. „Was ist los, Liebling?“
Liebling? Dieses Wort ließ mich innerlich zusammenzucken. Doch ich richtete meinen Blick auf den Arzt und ignorierte den Mann.
„Bin ich verheiratet?“, fragte ich mit zitternder Stimme. „Wer ist mein Ehemann?“
Erstarrtes Keuchen erfüllte den Raum. Die Augen des Arztes weiteten sich erschrocken, und der Kiefer des Mannes spannte sich an, sein Gesicht wurde blass.
Ich ließ meinen Blick zwischen ihnen hin und her schweifen, verzweifelt auf der Suche nach Antworten, doch ihre Reaktionen verstärkten nur meine Verwirrung. Nichts ergab einen Sinn.
Schließlich sprach der Mann, seine Stimme kaum hörbar:
„Du bist meine
Frau.“
Ich blinzelte wiederholt.