bc

Das Glück der Verdammten

book_age12+
0
FOLLOW
1K
READ
revenge
brave
confident
bxg
no-couple
serious
campus
city
mythology
musclebear
civilian
like
intro-logo
Blurb

Seit zwanzig Jahren lebt die Russo-Dynastie von einer Lüge. Vincent Moretti thront auf einem Thron aus gestohlenem Reichtum und glaubt, er habe der Witwe seines Stiefbruders, Isabella, das Glück ausgesaugt, bis sie nichts weiter als eine ausgehöhlte Dienstmagd war. Doch das Glück verschwindet nicht einfach; es wartet. Als Damian Luciano als schattenverhülltes Monster, ausgebildet von den tödlichsten Attentätern der Welt, von den Toten zurückkehrt, will er nicht nur sein Leben zurück – er will die Dynastie bis auf die Grundmauern niederbrennen. Im Herrenhaus beginnt sein Sohn Alexandra – ein Junge, den Vincent als „Fluch“ betrachtet – zu begreifen, dass das „Pech“, das ihn verfolgt, in Wahrheit eine Waffe ist. Gemeinsam werden Vater und Sohn beweisen, dass das Einzige, was gefährlicher ist als ein Mann, der nichts zu verlieren hat, eine Familie ist, die alles zu gewinnen hat.

chap-preview
Free preview
Kapitel 1: Als Gold zum Fluch wurde
Der Regen über Sanctum City fiel nicht; er urteilte. Er hämmerte gegen die verstärkten Glasscheiben des Russo-Anwesens, ein gewaltsames Trommeln, das das leise Schluchzen aus den Quartieren der Dienerschaft übertönte. Alexandra stand im Schatten der Galerie. Seine Finger umklammerten das Mahagonigeländer. Seine Knöchel wurden weiß. Unter ihm war die Große Halle ein Meer aus Smokings und schimmernder Seide. Vincent Moretti veranstaltete eine Gala – eine Feier zu Zwanzig Jahren Wohlstand. Für die Welt war Vincent ein Visionär. Für Alex war er der Mann, der die Seele seiner Mutter in eine Batterie verwandelt hatte. Der sein Leben zu einem schlechten Witz gemacht hatte. „Geh aus dem Weg, Junge.“ Die Stimme war wie eine gezackte Klinge. Alex musste sich nicht umdrehen. Er wusste, dass es die Mutter Vincents war, die Matriarchin. Sie roch nach Weihrauch und Verwesung. Als sie an ihm vorbeistrich, ritzten ihre schweren Ringe die Haut seines Unterarms. Ein brennender Kratzer blieb zurück. Sie blickte nicht einmal zurück. In diesem Haus war Alex weniger wert als die Möbel. Wenigstens wurden die Möbel poliert. Alex' Blick glitt zu einer Ecke der Halle. Dort stand Isabella in einer grauen Uniform. Ihr gebrechlicher Körper wirkte verloren in der Kleidung. Silberne Strähnen durchzogen ihr Haar. Ihre Augen – jene Augen, die angeblich einer Dynastie Glück brachten – waren auf den Boden gerichtet. Sie hielt ein Tablett mit Kristallgläsern. Ihre Hände zitterten. Vincent näherte sich ihr. Die Musik schien leiser zu werden. Der Löwe der Russo-Dynastie trat in ihren persönlichen Raum. Er war groß. Er war gebaut mit der Arroganz eines Mannes, der glaubte, das Schicksal bezwungen zu haben. Er griff nach einem Glas vom Tablett. Dann beugte er sich vor und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Isabella zuckte zusammen. Alex spürte, wie Hitze in seiner Brust aufstieg – ein summendes Vibrieren. Er fühlte es seit seinem achtzehnten Geburtstag. Er nannte es „das Jucken“. Hinter seinen Augen baute sich Druck auf. Es war der Drang, etwas zerbrechen zu sehen. Lass ihn stolpern, dachte Alex mit zusammengebissenen Zähnen. Lass den Boden ihn verschlingen. Das „Glück“ flackerte auf. Einer der gewaltigen Kristalllüster über ihnen ächzte. Ein schwerer Bolzen brach mit einem scharfen Knacken. Die Gäste keuchten erschrocken auf und blickten nach oben. Der Kronleuchter begann zu schwingen und warf tanzende Schatten durch den Raum. Für den Bruchteil einer Sekunde schien die Welt langsamer zu werden. Alex spürte eine Verbindung zwischen seinem Herzen und dem Kronleuchter. Dann legte sich plötzlich eine kalte Hand auf seine Schulter. „Nicht“, zischte eine Stimme. Alex fuhr herum. Es war Marcus. Der Wachmann war der einzige Mensch, der ihm jemals auch nur einen Funken Menschlichkeit gezeigt hatte. Seine Augen waren vor Angst geweitet. „Deine Mutter steht unter diesem Licht, Alex. Wenn du es jetzt zum Einsturz bringst, tötest du sie ebenfalls.“ Die Verbindung riss ab. Der Kronleuchter stabilisierte sich. Das „Unglück“ war abgewendet worden. Unten lachte Vincent. Er hatte keine Ahnung, wie knapp er dem Tod entgangen war. Er hob sein Glas zum Toast, und seine Stimme hallte durch die Halle. „Auf das Vermächtnis! Auf das Glück, das niemals versagt!“ Alex konnte nicht länger hinsehen. Er drehte sich um und rannte. Er rannte an den vergoldeten Türen vorbei. Er rannte durch die Sicherheitsschleusen. Die Wachen warfen ihm verächtliche Blicke zu. Er rannte hinaus in den eisigen Regen der Gartenanlagen. Er musste weg von Vincents Parfüm. Weg vom Anblick des gesenkten Kopfes seiner Mutter. Schließlich erreichte er die „Zone“ – den verlassenen, überwucherten Friedhof. Hier lagen die ursprünglichen Lucianos begraben. Es war verbotener Boden. „Ich werde ihn töten!“, schrie Alex in den Regen. Seine Stimme brach. „Ich werde sie alle töten!“ Er trat gegen einen morschen Zaunpfosten. Das Holz splitterte und fiel in den Schlamm. Er fühlte sich erbärmlich. Ein Junge, der im Friedhof Soldat spielte, während seine Mutter die Böden eines Mörders schrubbte. Er sank gegen eine moosbedeckte Gruft. Der Regen durchnässte sein Hemd. Es war ihm egal. Die Kälte fühlte sich ehrlicher an als die Wärme des Herrenhauses. Dann veränderte sich die Stille. Der Regen fiel noch immer, doch das Geräusch hatte sich verändert. Zu seiner Linken fehlte etwas. Dort, wo Regentropfen den Boden treffen sollten, war eine Lücke – ein Vakuum. Alex erstarrte. Sein „Glück“ – seine Intuition – schrie ihn an. Gefahr. Nicht die Art von Gefahr, die im Herrenhaus lauert. Die Art von Gefahr, die jagt. Er blickte zum Waldrand. Die Schatten dort waren tiefer, als sie hätten sein dürfen. Eine Gestalt begann sich aus der Dunkelheit zu lösen. Sie ging nicht – sie floss. Es war ein Mann. Zumindest die Silhouette eines Mannes. Er trug einen zerschlissenen Mantel, der das Mondlicht zu verschlucken schien. Sein Gesicht lag verborgen unter einer Kapuze. Seine Augen jedoch … sie glühten in einem schwachen, räuberischen Bernsteinton. Alex kroch hastig rückwärts. Seine Hand verfing sich an der Kante eines Grabsteins. „Wer sind Sie? Ein Russo-Wachmann? Ich gehe schon zurück, ich verschwinde—“ Die Gestalt blieb etwa drei Meter vor ihm stehen. Die Luft um den Fremden fühlte sich schwer an. Wie die Atmosphäre unmittelbar vor einem Blitzschlag. „Du hast seine Stirn“, sagte der Mann. Seine Stimme war tief und rau. Sie klang wie die eines Menschen, der seit Jahren kaum gesprochen hatte. „Und du hast ihren Geist.“ Alex spürte, wie ihm das Blut in den Adern gefror. „Von wem reden Sie?“ Der Fremde trat einen Schritt nach vorn, hinein in einen schmalen Streifen Licht. Sein Gesicht war eine Landkarte aus Narben. Gezackte Linien durchzogen seine Haut. Jede einzelne schien von einem anderen Tod zu erzählen. Er sah aus wie ein Monster, das aus den Überresten vieler Leben zusammengenäht worden war. Doch als sein Blick auf Alex fiel, flackerte das bernsteinfarbene Leuchten in seinen Augen. Für einen Moment zeigte sich etwas zutiefst Menschliches. Etwas Schmerzhaftes. „Ich bin vor zwanzig Jahren in diesem Garten gestorben“, flüsterte der Fremde. Er hob eine Hand. Sie war mit den Tätowierungen der Schattenclans bedeckt. Das Zeichen eines Meisterassassinen prangte auf seinem Handrücken. In seinen Fingern hielt er ein angelaufenes silbernes Medaillon. Alex sog scharf die Luft ein. Er kannte dieses Medaillon. Seine Mutter besaß ein identisches. Es lag verborgen unter den Dielen ihres Zimmers. Es war der einzige Gegenstand, um den sie jemals geweint hatte. „Damian?“, flüsterte Alex. Der Name fühlte sich auf seiner Zunge wie eine Sünde an. Der Mann antwortete nicht. Stattdessen ruckte sein Kopf in Richtung des Herrenhauses. Seine Haltung veränderte sich augenblicklich. Sein Körper spannte sich in einer tödlichen Kampfstellung an. In der Ferne erklangen bellende Hunde und die Rufe von Wachen. Sie kamen. Sie kamen wegen Alex. „Sie kommen, um die Arbeit zu Ende zu bringen“, sagte Damian. Seine Stimme war nun kalt und leer. Der Vater war verschwunden. Zurück blieb nur noch der Serienmörder. Er sah Alex an. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren spürte Alex etwas, das zugleich furchteinflößend und wunderschön war. Hoffnung. Gewaltsame Hoffnung. „Willst du weglaufen, Junge?“, fragte Damian. Mit einer fließenden Bewegung zog er eine Klinge, die aussah, als wäre sie aus erstarrtem Schatten geschmiedet worden. „Oder willst du zusehen, wie ich ihnen zeige, was geschieht, wenn ein Geist nach Hause zurückkehrt?“ Im selben Moment brach der erste Russo-Wachmann durch das Unterholz. Der Lichtkegel seiner Taschenlampe schnitt durch den Regen. „Da ist er! Der Bengel ist auf dem Friedhof!“, rief der Wachmann und hob seine Waffe. Damian rührte sich nicht. Er warf dem Wachmann nicht einmal einen Blick zu. Seine Augen blieben auf seinen Sohn gerichtet. „Entscheide dich.“

editor-pick
Dreame-Editor's pick

bc

Unscentable

read
2.0M
bc

He's an Alpha: She doesn't Care

read
798.2K
bc

Claimed by the Biker Giant

read
2.0M
bc

Holiday Hockey Tale: The Icebreaker's Impasse

read
1.0M
bc

A Warrior's Second Chance

read
374.3K
bc

Not just, the Beta

read
357.7K
bc

The Broken Wolf

read
1.2M

Scan code to download app

download_iosApp Store
google icon
Google Play
Facebook