„Das ist eine dieser Uhrzeiten, in denen nichts Besonderes passiert – außer vielleicht alles. Es ist spät genug, dass der Tag hinter dir liegt, aber zu früh, um ihn ganz loszulassen. Die Welt wird langsamer, die Stimmen leiser, die Masken schwerer. Und ich liege auf meinem Bett, das Display meines Handys hell im dunklen Zimmer, mein Herz irgendwo zwischen Ruhepuls und Alarmzustand. Luca hat geschrieben. Nur ein kurzes: „Bist du noch wach?“ Ich habe den Satz fünfmal gelesen, bevor ich überhaupt geantwortet habe. Nicht, weil er kompliziert war, sondern weil ich nicht wusste, was er bedeutet. Es ist seltsam, wie ein einziger Satz einem das Gefühl geben kann, gesehen zu werden, und gleichzeitig Angst machen kann, dass jemand zu genau hinsieht. Ich tippe zurück: „Klar. Was geht?“ Er schre

