Panik in Pastell

665 Words

Ich stand im Laden und starrte auf eine Wand voller Farben: Pastelltöne, Mintgrün, Lavendel, Babyblau, Rosa und Apricot. Weiche, harmlose und ungefährliche Farben, die niemandem wehtun. Farben, die man anzieht, wenn man dazugehören will, ohne aufzufallen. Und trotzdem konnte ich kaum atmen. „Du brauchst nur ein Shirt, entspann dich“, hatte meine Mutter gesagt. „Was Helles, was Freundliches. Du siehst sonst immer so blass aus.“ Sie meinte es nicht böse. Sie meinte es gar nicht. Sie sagte es wie jemand, der eine Gardine aussucht – nicht wie jemand, der sein Kind wirklich anschaut. Ich hatte genickt. Natürlich. Und war mitgegangen. Jetzt stand ich zwischen Regalen, Kleiderbügeln und zarten Stoffen – und fühlte mich, als hätte ich eine Rüstung abgelegt und niemandem Bescheid gesagt. Die

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