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Die unerwartete Ehefrau des Geschäftsführers

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Sabrina Stone hat Jahre damit verbracht, zu beweisen, dass sie die Position verdient, die ihr Vater ihr versprochen hat. Als dann endlich der Abend ihrer Beförderung kommt, rechnet sie damit, endlich ihren Platz an der Spitze einzunehmen.

Stattdessen überträgt ihr Vater die Position des Geschäftsführers ihrem jüngeren Bruder – und stellt ihr den Mann vor, den er als ihren zukünftigen Ehemann vorgesehen hat. Sie hatte keine Ahnung, dass das alles Teil eines Plans war.

Das Schlimmste daran? Ihr Verlobter ist der Mann, der ihr vor Jahren ihre Unschuld geraubt hat – ein enger Freund ihres Vaters.

Von ihrer Familie betrogen und von dem besten Freund, dem sie vertraute, hintergangen, verlässt Sabrina die Feier mit nichts als Wut, einem gebrochenen Herzen und einer gefährlichen Idee.

Alexander Blackwood ist der skrupellose Milliardär und CEO des größten Konkurrenten ihres Unternehmens. Nach einer rücksichtslosen Nacht mit ihm sieht Sabrina eine Chance: eine Vernunftehe, die ihr helfen könnte, alles zurückzugewinnen, was ihr Vater ihr gestohlen hat.

Es gibt nur ein Problem.

Alexander will von ihrem Vorschlag nichts wissen. Doch Sabrina ist niemand, der so leicht aufgibt.

Was aber, wenn sie herausfindet, dass sie nie die Fäden in der Hand hatte? Und dass der Mann, den sie als Waffe sah, genau der Mann ist, vor dem sie eigentlich fliehen sollte?

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Verrat
SABRINAS PERSPEKTIVE. „Herzlichen Glückwunsch, Mädchen …“ Iris’ Stimme drang durch das leise Gemurmel im Ballsaal. Sie lächelte so breit, dass ihr Gesicht aussah, als würde es jeden Moment in der Mitte zerbrechen, und ihre Augen strahlten unter den Kronleuchtern, als hätte sie gerade selbst im Lotto gewonnen. Ich atmete tief durch die Nase aus und warf ihr einen Blick zu. „Beruhig dich mal, Iris. Es ist noch gar nicht passiert.“ Sie verdrehte so theatralisch die Augen, dass ich fast befürchtete, sie könnten stecken bleiben. „Komm schon. Jeder weiß, wie hart du für diesen Moment gearbeitet hast. Was könnte schon schiefgehen?“ Sie ließ ihren Blick über den glitzernden Raum schweifen – Kristall, Blattgold, die langen, weiß gedeckten Tische und das Firmenwappen, das auf jede Serviette gestickt war. „Schau dich um. All das gehört dir.“ Ich schnaubte, und der Ton fiel mir selbst bitter in die Ohren. Die Last dieses Abends lastete schwer auf meinen Schultern, ein maßgeschneidertes schwarzes Kleid, das sich eher wie eine Rüstung anfühlte als wie ein Festoutfit. Iris stieß mich mit dem Ellbogen an. „Kopf hoch, Sabrina. Es ist dein großer Moment. Im Ernst.“ Etwas in ihrem Tonfall löste schließlich die Anspannung in meiner Brust. Ich ließ ein kleines Lächeln um meine Mundwinkel spielen. „ Das ist mein Mädchen“, sagte sie und grinste noch breiter. „Du bist wirklich etwas Besonderes“, murmelte ich. „Da hast du recht. Also, lass uns anstoßen.“ Ich hob die Hand und fing den Blick eines Kellners auf, der mit einem Tablett voller Champagner an uns vorbeiglitt. Er steuerte sofort auf uns zu. Ich nahm zwei Sektgläser, reichte eines an Iris weiter und behielt das andere für mich. Das kalte Glas biss mir in die Finger. Iris’ Blick glitt über den Kellner, als wäre er der nächste Gang. Sie streckte die Hand aus und wischte einen imaginären Staubfleck vom Revers seiner Jacke, wobei ihre Finger eine Sekunde zu lange auf dem Stoff verweilten, der sich über seine Brust spannte. „Wow“, schnurrte sie. „Du hast eine breite Brust.“ Die Ohren und das Gesicht des Kellners färbten sich rosa. „Danke, Ma’am.“ Iris’ Lächeln wurde breiter, sie biss sich auf die Lippen. „Wie wäre es, wenn wir uns hinten treffen, sobald das hier alles vorbei ist?“ „Iris –“ Ich warf ihr einen warnenden Blick zu und sah dann den Kellner an. „Du kannst gehen.“ Er verschwand wie Rauch. Sobald er weg war, wandte sich Iris mir zu und hob die Augenbrauen. „Warum hast du ihn verjagt?“ „Du musst dir einen Mann suchen“, sagte ich mit leiser Stimme. „Du kannst nicht ständig mit jedem flirten.“ Sie warf den Kopf zurück und lachte, ein helles, schamloses Lachen. „Ich könnte mich wohl mit einem Mann zufrieden geben, aber wo bleibt da der Spaß?“ Ich schüttelte den Kopf, halb genervt, halb liebevoll. „Du bist schon ein ganz schöner Fall.“ „Es ist nicht meine Schuld, dass du noch nicht richtig durchgenommen wurdest“, gab sie zurück, immer noch lachend. Die Worte trafen mich härter, als sie es beabsichtigt hatte. s*x war nie wirklich mein Ding gewesen, nicht seit diesem Mistkerl. Er hatte etwas genommen, das eigentlich sanft sein sollte, und es in etwas verwandelt, vor dem ich mich im Dunkeln immer noch schreckhaft zurückzog. Ich hatte Jahre damit verbracht, vor dieser Vorstellung davonzulaufen, vor der Erinnerung an Hände, die nicht gefragt hatten, vor der Art, wie mein Körper danach kalt und distanziert geworden war. In meinem Alter kann ich mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal mit jemandem geschlafen habe, und der Gedanke, das zu ändern, fühlte sich an, als würde ich zurück in ein brennendes Gebäude gehen. Iris kannte die Grundzüge der Geschichte, aber sie hat das Thema nie über einen Scherz hinaus auf die Spitze getrieben. Ich nahm einen langen Schluck Champagner und ließ die Bläschen meinen Rachen brennen. Der Raum war voller Menschen, die glaubten, mich zu kennen – Investoren, Vorstandsmitglieder, Gesichter, denen ich jahrelang zugelächelt hatte, während ich mich für dieses Unternehmen aufgerieben hatte. Heute Abend sollte sich alles auszahlen. „Nun zum Grund, warum wir hier sind.“ Ein Mikrofon kreischte einmal auf der Bühne. Die Stimme meines Vaters schwebte sanft über die Menge. Der Lärm verstummte, und alle Köpfe wandten sich der erhöhten Bühne am anderen Ende des Ballsaals zu. Ich spürte, wie das Gewicht ihrer Blicke wie etwas Greifbares über mich hinwegglitt. Iris’ Hand legte sich auf meine Schulter und drückte sie leicht. „Ich habe hier Großartiges geleistet“, fuhr mein Vater fort, während er in seinem makellosen Anzug aufrecht im Scheinwerferlicht stand. „Aber es ist an der Zeit, dass ich den Staffelstab an die nächste Person weitergebe, die dieses Unternehmen in die Zukunft führen wird.“ Iris beugte sich zu mir herüber und flüsterte mir leise ins Ohr: „Das bist du.“ Sie tippte mir kichernd auf die Schulter – der Champagner machte sie bereits mutig. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. All die Jahre der langen Nächte, in denen ich jede Beleidigung hinnehmen und mich doppelt so hart beweisen musste wie jeder Mann im Raum, in denen ich mich von Kaffee und der stillen, wilden Hoffnung ernährte, dass eines Tages endlich mein Name auf der Tür stehen würde – all das sammelte sich hinter meinen Rippen wie ein Sturm. „Und nun, mit einem herzlichen Applaus“, sagte mein Vater und hob sein Glas, „heißen wir willkommen …“ Ich war bereits in Bewegung. Meine Absätze klackerten auf dem Boden, als ich mit zurückgenommenen Schultern und hoch erhobenem Kinn durch die sich teilende Menge schritt. Nach all den Jahren. Nach all den Opfern. Meine Anstrengungen, meine harte Arbeit, mein Engagement würden sich endlich auszahlen. „Sabrina Stone.“ Der Name drang gleichzeitig aus hundert Kehlen, eine Klangwelle, die über mich hereinbrach. Donnernder Applaus begleitete mich, während ich weiterging – die Bühne war nur noch wenige Schritte entfernt. „… die neue Geschäftsführerin des Unternehmens …“ Die Stimme meines Vaters vollendete den Satz, ruhig und klar. „Dylan Stone.“ Der Applaus stockte für eine halbe Sekunde, dann schwoll er wieder an, verwirrt und höflich. Mein Magen sank mir bis auf den Boden. Dylan? Mein Schritt stockte, als sich die Ränder des Raums zu neigen schienen. Ich ging weiter, denn anzuhalten wäre noch schlimmer gewesen – denn alle Augen waren immer noch auf mich gerichtet und warteten auf das Lächeln, das ich aufsetzen sollte. Ich stieg die zwei flachen Stufen zum Podium hinauf, auf Beinen, die sich anfühlten, als gehörten sie jemand anderem. Mein Herz schlug so heftig gegen meine Rippen, dass ich dachte, das Mikrofon könnte das Geräusch auffangen. Was zum Teufel ist hier los? Diese Position war für mich bestimmt, nicht für meinen jüngeren Bruder, nicht für den Goldjungen, der den größten Teil seines Lebens in Atlanta mit „Networking“ verbracht hatte, während ich hier geblieben war und für jeden Zentimeter dieses Imperiums blutete. Ich stand lange genug unter den Scheinwerfern, um zu hören, wie mein Vater noch ein paar Worte über Vermächtnis und Kontinuität sagte. Die Worte glitten wie Flüssigkeit an mir vorbei. Als der Applaus erneut anschwoll, drehte ich mich um und verließ die Bühne, ohne jemanden anzusehen. Mein Blickfeld hatte sich rot gefärbt, der Ballsaal verschwamm zu einem Fleck aus Gold und Schwarz und lächelnden Gesichtern, die mir plötzlich wie Fremde erschienen. Ich fand meinen Vater am Rand der Bühne, wo er bereits tief in ein Gespräch mit jemandem vertieft war, der mir den Rücken zuwandte. Es war mir egal, wer es war. Mir waren Manieren, der äußere Eindruck oder die hundert Menschen, die noch zuschauten, egal. „Du hast mich ausgenutzt.“ Die Worte kamen rau heraus, aus einer tiefen, wütenden Stelle in mir hervorgekratzt. Meine Augen brannten. Mein Vater drehte sich um, und das höfliche Lächeln, das er in Gesellschaft immer trug, legte sich wie eine Maske auf sein Gesicht. „Oh, Sabrina. Da bist du ja.“ Er trat gerade so weit zur Seite, dass ich den anderen Mann sehen konnte. „Das ist Rupert. Der Mann, den du heiraten wirst.“ Ich blickte auf. Mein Blick traf den des Mannes, der vor mir stand. „Er ist ein guter Freund von mir …“ Die Stimme meines Vaters verhallte hinter dem Dröhnen in meinen Ohren. Ich machte einen Schritt zurück. Das Champagnerglas in meiner Hand fühlte sich plötzlich zerbrechlich an, als könnte es allein durch die Kraft meines Pulses zerbrechen. Der Mann, der vor mir stand, war der Mann, der mich sexuell missbraucht hatte, als ich noch klein war.

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