Kapitel 37 - Die Spur des Fremden

1227 Words

Der Tag war vergangen, und der Wald wirkte wie verwandelt. Die Dämmerung hatte eine seltsame, schwere Stille gebracht, als hätte jemand den Atem der Natur angehalten. Keine Vögel, kein Rascheln, nicht einmal das Summen der Insekten. Nur das entfernte Knacken von Zweigen unter ihren Füßen und das leise Rauschen des Windes in den Baumkronen begleiteten sie. Elena ging dicht hinter Adrian her, der fast lautlos über den Boden schlich. Sie hatte sich längst daran gewöhnt, wie er sich bewegte – wie ein Teil des Waldes, als würde der Boden selbst seine Schritte tragen. Heute aber war etwas anders. Er war noch aufmerksamer, sein Blick schärfer, seine Muskeln unter der Haut gespannt wie bei einem Jäger kurz vor dem Sprung. „Du bist angespannt,“ flüsterte sie schließlich, weil die Stille ihr zu la

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