Kapitel 46 - Zwischen Mondlicht und Morgenröte

1075 Words

Die Tage nach dem Ritual vergingen langsamer, als hätten Zeit und Natur beschlossen, gemeinsam zu atmen. Die Lichtung, die noch vor Kurzem ein Ort des Kampfes und des Blutes gewesen war, füllte sich nun mit Stimmen, Lachen, Gesprächen. Kinder liefen zwischen den Hütten hin und her, trauten sich nun näher an den Waldrand als je zuvor. Selbst die Vögel schienen lauter zu singen, als wollten sie das neue Bündnis feiern. Elena stand an diesem Morgen am Brunnen, schöpfte Wasser und beobachtete, wie die Sonne sich über die Baumwipfel schob. Die Wärme auf ihrer Haut erinnerte sie an die Sommer ihrer Kindheit, als sie barfuß durch die Felder gerannt war. Sie lächelte bei dem Gedanken an ihren Vater, der damals noch jünger gewesen war, stark und unerschütterlich. Er hatte sie immer wieder ermahnt,

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