Der Abend war ungewöhnlich still. Kein Zirpen von Grillen, kein Rascheln von Kleintieren im Unterholz, nicht einmal der ferne Ruf einer Eule. Es war, als hätte der Wald den Atem angehalten. Elena saß auf der Schwelle des Hauses, die Knie an die Brust gezogen, und lauschte. Sie konnte den Herzschlag ihres eigenen Körpers hören, so still war es. Neben ihr lag der Speer, den Adrian für sie angefertigt hatte, das Holz glatt poliert, die Spitze aus gehärtetem Stahl. Über dem Dorfplatz brannten Fackeln, warfen lange, tanzende Schatten. Rudelmitglieder patrouillierten zwischen den Hütten, ihre Ohren ständig in Bewegung, die Nasen im Wind. Auch einige Dorfbewohner hielten Wache. Sie hatten Bögen und Speere in den Händen, ihre Gesichter angespannt, aber entschlossen. Adrian trat aus dem Dunkel d

