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Die Braut, die ich nie wollte

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Emma Harrington hätte nie davon geträumt, den Verlobten ihrer Zwillingsschwester zu stehlen. Doch als Sophia wenige Stunden vor der Hochzeit davonläuft, wird Emma gezwungen, an ihrer Stelle zum Altar zu schreiten, um ihre Familie vor dem Ruin zu bewahren.Alexander Voss, der skrupellose Milliardär und CEO, hatte der Ehe nur zugestimmt, um einen milliardenschweren Unternehmenszusammenschluss zu sichern. In ihrer Hochzeitsnacht entdeckt er, dass er die falsche Schwester geheiratet hat. Durch unerschütterliche Verträge und familiären Druck gebunden, kann Alexander Emma nicht einfach wegschicken, ohne alles zu zerstören, was er aufgebaut hat.Gefangen in einer Ehe, die er nie wollte, verwandelt sich Alexanders kalte Wut langsam in eine brennende Obsession, während Emmas Güte, Intelligenz und stille Stärke das Eis um sein Herz zum Schmelzen bringen. Was als falsche Braut begann, wird zur einzigen Frau, ohne die er nicht mehr leben kann.

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Kapitel 1: Die falsche Braut
„Ich erkläre Sie nun zu Mann und Frau.“ Die Worte trafen mich wie eine Ohrfeige. Meine Hände zitterten in den weißen Spitzhandschuhen, als Alexander Voss mir den schweren goldenen Ring auf den Finger schob. Nicht Sophia. Mir. Ich zwang mich zu einem Lächeln für die Hunderten von Augen, die uns beobachteten. Die Kathedrale roch nach teuren Blumen und noch teurerem Parfüm. Kameras blitzten ununterbrochen. „Sie dürfen die Braut jetzt küssen“, sagte der Pfarrer mit einem stolzen Lächeln. Alexander beugte sich zu mir. Seine grauen Augen trafen meine zum ersten Mal aus der Nähe. Für eine Sekunde dachte ich, er würde es tatsächlich tun. Dann veränderte sich etwas in seinem Gesicht. Sein Kiefer spannte sich an. Stattdessen drückte er mir einen kurzen, kalten Kuss auf die Wange. Die Menge applaudierte trotzdem. „Lächeln, Emma“, flüsterte ich mir selbst zu. „Einfach weiterlächeln.“ Wir schritten gemeinsam den Gang zurück. Sein Griff um meinen Arm fühlte sich wie Stahl an. In den Schuhen, die Sophia ausgesucht hatte, konnte ich kaum mithalten. Im großen Ballsaal des Empfangs schwoll die Musik an. Ständig kamen Leute, um uns zu gratulieren. Alexanders Großmutter, Victoria, umarmte mich fest. „Du siehst strahlend aus, meine Liebe“, sagte sie, während ihre scharfen Augen mich musterten. „Sophia hätte sich glücklich schätzen können, meinen Enkel zu bekommen.“ Ich schluckte schwer. „Danke, Mrs. Voss.“ Alexander ließ meinen Arm den ganzen Abend nicht los. Er stellte mich seinen Geschäftspartnern vor, seine Stimme flach und höflich. Jedes Mal, wenn jemand mich Sophia nannte, korrigierte er leise: „Emma.“ Nur dieses eine Wort. Kalt. Marcus, sein bester Freund, schlug ihm auf den Rücken. „Endlich eingefangen, was? Sie ist sogar hübscher als auf den Fotos.“ Alexander lachte kurz, doch das Lachen erreichte seine Augen nicht. „Ja. Ich Glückspilz.“ Ich entschuldigte mich so schnell wie möglich und ging zur Toilette. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. In der marmornen Kabine holte ich mein Handy heraus und schrieb Sophia zum hundertsten Mal. Wo bist du? Das ist verrückt. Ruf mich an. Keine Antwort. Natürlich nicht. Als ich herauskam, wartete Alexander direkt vor der Tür. Seine große Gestalt versperrte das Licht im Flur. „Wir müssen reden“, sagte er. Seine Stimme war leise und gefährlich. „Nicht hier“, flüsterte ich. „Die Leute beobachten uns.“ Er packte mein Handgelenk und zog mich zu einer Seitentür. Wir betraten einen ruhigen Korridor, der mit Spiegeln ausgekleidet war. Der Lärm der Feier verklang hinter uns. Alexander drehte mich zu sich herum. „Nimm den Schleier ab.“ Meine Finger zitterten, als ich den zarten Stoff hob. Seine Augen scannten mein Gesicht, als würde er mich zum ersten Mal wirklich sehen. „Du bist nicht Sophia“, sagte er. Die Worte fielen wie Steine zwischen uns. Ich hob das Kinn. „Nein. Bin ich nicht.“ Er trat näher. Der Duft seines Parfüms hüllte mich ein. „Wo zur Hölle ist sie?“ „Weg“, antwortete ich. Meine Stimme brach. „Sie ist heute Morgen gegangen. Sie sagte, sie könnte es nicht. Papa hat mich angefleht … es zu richten. Die Fusion. Der gute Name der Familie. Alles bricht zusammen, wenn diese Hochzeit nicht stattfindet.“ Alexander lachte einmal scharf und bitter. „Du hast also einfach ihr Kleid angezogen und meinen Ring gestohlen?“ „Ich habe nichts gestohlen“, schoss ich zurück. Hitze stieg mir in die Wangen. „Ich habe beide Familien gerettet. Du brauchtest diese Ehe genauso sehr wie wir.“ Er starrte mich lange an. Diese grauen Augen brannten. „Du hast keine Ahnung, was du getan hast.“ „Ich weiß genau, was ich getan habe“, sagte ich. Meine Hände ballten sich an meinen Seiten. „Ich stand dort und habe zugelassen, dass du mich statt ihr heiratest. Und jetzt sitzen wir fest.“ Musik aus dem Ballsaal drang in den Flur. Jemand hielt eine Rede. Gelächter erklang. Alexander fuhr sich mit der Hand durch sein dunkles Haar. „Die Verträge sind unterschrieben. Die Papiere sind eingereicht. Es gibt keinen einfachen Ausweg, ohne Milliarden zu verlieren und beide Unternehmen zu zerstören.“ Mir wurde übel. „Was machen wir dann?“ Er sah mich an, als wäre ich etwas, das er zerquetschen wollte. Oder vielleicht etwas, das er besitzen wollte. Ich konnte es nicht genau sagen. „Fürs Erste“, sagte er langsam, „spielst du in der Öffentlichkeit die perfekte Ehefrau. In der Privatsphäre hältst du dich verdammt noch mal von mir fern.“ Mein Magen verkrampfte sich. „Und wenn ich das nicht tue?“ Seine Hand hob sich und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Die Berührung war überraschend sanft. Meine Haut kribbelte. „Dann sorge ich dafür, dass du es bereust, in dieses Kleid gestiegen zu sein“, flüsterte er. Die Tür hinter uns öffnete sich. Marcus steckte den Kopf herein. „Da seid ihr ja! Zeit für den ersten Tanz, ihr Turteltauben.“ Alexanders Maske war wieder an ihrem Platz. Er reichte mir erneut seinen Arm. „Lächeln, Ehefrau.“ Ich nahm ihn. Meine Finger gruben sich in seinen Ärmel. Während wir zurück ins Licht und den Jubel gingen, raste mein Verstand. Dieser Mann hasste mich. Und ich hatte mich gerade für wer weiß wie lange an ihn gebunden. Wir betraten die Tanzfläche. Seine Hand legte sich auf meine Taille und zog mich nah – zu nah. Die Musik begann. „Entspann dich“, murmelte er an meinem Ohr, sein Atem warm. „Du zitterst.“ „Mir geht’s gut“, log ich. Sein Griff wurde fester. „Du siehst nicht gut aus, Emma Harrington.“ Meinen echten Namen aus seinem Mund zu hören, jagte mir einen seltsamen Schauer über den Rücken. Keine Angst. Etwas anderes. Etwas, das ich nicht benennen wollte. Das Lied spielte weiter. Kameras blitzten. Alle beobachteten das perfekte Paar. Doch unter den Lichtern versprach Alexanders Blick, dass dies erst der Anfang war. Und als die letzten Töne verklangen, beugte er sich erneut zu mir, seine Lippen streiften mein Ohr. „Heute Nacht“, sagte er leise, „wenn wir allein sind … wirst du mir alles erzählen. Und ich meine wirklich alles.“ Mein Herz hämmerte gegen meine Brust, als er mich von der Tanzfläche führte, hinaus zu dem wartenden Wagen, der uns zur Honeymoon-Villa bringen sollte. Ich hatte keine Ahnung, was mich dort erwartete. Aber eines wusste ich mit Sicherheit: Alexander Voss würde mir nie verzeihen, dass ich die Braut war, die er nie wollte.

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