Kapitel 23: Die Stille vor dem letzten Licht

1026 Words

Der weiße Schein, der seit Selenes Rückkehr den Mondeschenbaum umhüllte, verblasste nicht mit dem Morgengrauen. Er wurde nur blasser, als wollte er sich in den Stein der Festung einschreiben, in die Haut der Wölfe, in die Träume der Kinder. Die Runen an den Wänden glühten nun in einem sanften, fast durchsichtigen Weiß, das man nur sah, wenn man genau hinsah. Es war kein Leuchten der Macht mehr. Es war ein Leuchten der Erinnerung. Ein Leuchten, das sagte: Wir haben überlebt. Aber es sagte auch: Es ist noch nicht vorbei. Selene bewegte sich anders als früher. Ihre Schritte waren leiser. Ihr Lachen seltener. Wenn sie durch die Gänge ging, drehten sich die Köpfe, doch niemand wagte sie direkt anzusprechen. Sie war zurückgekehrt, ja. Doch sie war nicht mehr ganz die Tochter, die sie kannten. I

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