Kapitel 55 Ich falle. Der Boden unter mir existiert nicht mehr, nur noch Dunkelheit, die mich mit eisigen Fingern umschließt. Der Wind peitscht mir ins Gesicht, reißt mir den Atem aus der Lunge. Mein Herz rast, mein Verstand schreit, aber meine Stimme bleibt stumm. „Finn!“ Sein Name ist das Einzige, woran ich mich klammere. Ich strecke meine Hand aus, als könnte ich ihn irgendwie greifen, ihn zurückholen. Doch da ist nichts. Kein Halt. Kein Licht. Nur endlose Schwärze. Plötzlich ein Ruck. Mein Körper wird abrupt gestoppt, als würde mich eine unsichtbare Kraft packen. Ich keuche auf, mein Herz schlägt schmerzhaft gegen meine Rippen. Es fühlt sich an, als würde ich zwischen zwei Welten schweben, als hätte mich irgendetwas festgehalten, bevor ich noch tiefer fallen kann. Dann – Stimmen.

