Die Wochen vergingen, und schließlich meldete sich Michael wieder. Doch wie so oft hatte er keine Neuigkeiten, nichts Greifbares, das Hoffnung in Christine wecken könnte. "Geduld,“ wiederholte er immer wieder. "Du musst Geduld haben.“ Aber Christine hatte längst keine Geduld mehr. Jeder Tag in Joshuas Nähe fühlte sich wie ein weiterer Schlag ins Gesicht an, und sie spürte, wie ihr Glaube an Michael als ihren Retter allmählich zerbröckelte. Sie begann zu begreifen, dass sie sich vielleicht auf eine Illusion verlassen hatte. Diese Fantasie von Rettung, die in den Gesprächen mit Michael so real gewirkt hatte, schien sich mit der Zeit aufzulösen. Ein Teil von ihr hatte aufgehört zu glauben, dass es je gelingen würde, von Joshua wegzukommen. Und dieser Gedanke war vielleicht noch schlimmer als

