KAPITEL ZWEI

1703 Words
Die gewaltigen Eisentore des Dimitri-Anwesens teilten sich wie die silbernen Kiefer eines mythischen Ungeheuers. Unter dem grellen Licht der Halogenstrahler glänzten sie und schnitten durch den dichten Abendnebel. Als Bellas klapprige Limousine über die nasse, mit Kopfsteinpflaster ausgelegte Auffahrt ratterte, überschlug sich mein Magen vor Übelkeit. Mit jedem Meter, den wir tiefer in das Anwesen fuhren, fühlte es sich an, als würde ich vollständig aus meiner eigenen Haut schlüpfen und das unschuldige Mädchen zurücklassen, das Modezeichnungen anfertigte und von einer ruhigen, gewöhnlichen Liebe träumte. Auf dem Sitz neben mir umklammerte Bella das Lederlenkrad so fest, dass ihre Knöchel geisterhaft weiß wurden. „Wir können immer noch umdrehen, Irene“, flüsterte sie. Ihre Stimme brach vor Schuldgefühlen, während die gewaltige Silhouette der gläsernen Villa vor uns emporragte. „Wir können einen anderen Weg finden. Ich verkaufe mein Auto, ich flehe meine Eltern um einen Kredit an, ich—“ „Nein“, unterbrach ich sie sanft. Meine Stimme klang überraschend ruhig, obwohl mein Herz schmerzhaft schnell gegen meine Rippen hämmerte. Ich sah auf meinen Schoß hinunter und betrachtete meine zitternden Hände, an denen noch immer ein schwacher Geruch nach Krankenhaus-Desinfektionsmittel haftete. „Deine Eltern haben keine dreihunderttausend Dollar, Bella. Und mein Vater hat keine weiteren achtundvierzig Stunden, um auf ein Wunder zu warten. Onkel Richard ändert wahrscheinlich gerade die Schlösser an unserem Haus. Das ist die einzige Tür, die noch offensteht, damit mein Vater weiterleben kann.“ Die Limousine wurde unter dem weitläufigen, dunklen Marmorportikus des Hauptgebäudes langsam langsamer und kam schließlich zum Stehen. Aus der Nähe sah das Dimitri-Anwesen nicht wie ein Zuhause aus. Es wirkte wie eine Festung absoluter Luxus, erbaut aus getöntem Glas, poliertem Titan und unerbittlichem Ehrgeiz. Es strahlte eine stille, erstickende Macht aus, die von jedem, der mutig oder verzweifelt genug war, ihre Schwelle zu überschreiten, völlige Unterwerfung verlangte. Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen und stellte mir meinen Vater vor, wie er reglos unter den grellen Lichtern der Intensivstation lag, sein schwacher Puls kämpfend gegen den Krebs, der seine Brust zerstörte. Ich hielt mich an diesem Bild fest wie an einem Anker in einem stürmischen Meer. Ich tue das für dich, Dad. Ich gebe alles auf, damit du leben kannst. „Irene …“ Bella streckte die Hand nach mir aus. Ihre Finger zitterten, als sie meine Schulter drückte. „Wenn er dir wehtut … wenn es zu viel wird …“ „Ich werde es überleben“, flüsterte ich und zwang ein schwaches, mutiges Lächeln auf mein Gesicht, obwohl sich meine Knie unter meinem Kleid wie Wasser anfühlten. „Bleib einfach in der Nähe des Krankenhauses. Sobald die Überweisung eingegangen ist, sag Dr. Holland, dass er das Operationsteam sofort vorbereiten soll.“ „Werde ich. Ich schwöre.“ Ich öffnete die schwere Beifahrertür und stieg in die feuchte, klare Nachtluft hinaus. Der Regen hatte sich zu einem feinen Nieselregen abgeschwächt, der auf meiner Haut haftete und den Stoff meines Kleides an meinen Körper schmiegte. Ich erlaubte mir nicht, zurückzusehen, als Bellas Wagen langsam rückwärts die lange Auffahrt hinunterfuhr und mich völlig allein am Fuß des Heiligtums des Teufels zurückließ. Ich holte tief und zittrig Luft, zog den Kragen meiner Jacke enger um meinen Hals und ging auf den prächtigen Eingang aus polierter schwarzer Eiche und Milchglas zu. Noch bevor meine Hand den schweren bronzenen Türgriff erreichen konnte, schwangen die Türen mit lautloser, mechanischer Präzision auf. Der Assistent blieb abrupt stehen. In dem Moment, in dem sein Blick auf Irene fiel, war er vollkommen sprachlos. Vor ihm stand eine Göttin von himmlischer, atemberaubender Schönheit. Ihre großen, goldbraunen Augen strahlten eine reine, unberührte Unschuld aus, die an einen so dunklen Ort überhaupt nicht gehörte. „Sir … hallo, Sir?“, fragte sie leise und versuchte, die Aufmerksamkeit des völlig abwesenden Assistenten zu erlangen. „Oh … ja … ich meine … entschuldigen Sie … kommen Sie herein“, stammelte Julian und räusperte sich hastig, während er einen Schritt zurücktrat, um den Eingang freizumachen. Irene nickte nervös und folgte ihm schnell hinein. Ihre Stiefel klackten leise auf den makellosen Böden. Er führte sie tief in den Wohnbereich und brachte sie in ein gewaltiges, luxuriöses Schlafzimmer. Julian wandte sich zu ihr um. Sein Gesicht war ernst. „Baden Sie und machen Sie sich bereit. Der Boss wird gleich hier sein.“ Was Irene nicht wusste, war, dass sie in dem Moment, in dem sie die Schwelle überschritten hatte, bereits in der Falle saß. Lucian war bereits da. Majestätisch saß er hinter einer gewaltigen, einseitig verspiegelten Glaswand, die den Raum teilte. Seine dunklen Augen waren auf sie gerichtet wie die eines Raubtiers, das seine Beute beobachtete. In dem Augenblick, in dem sein Blick auf sie fiel, regte sich ein seltsamer, heftiger Nervenkitzel tief in seinem Inneren. Der sanfte, nervöse Klang ihrer Stimme hatte augenblicklich eine intensive körperliche Reaktion in ihm ausgelöst und eine verwirrende Hitzewelle durch seinen Körper geschickt. Ihre sinnlichen goldbraunen Augen entfachten ein intensives, besitzergreifendes Verlangen in ihm. Er saß im Dunkeln und beobachtete sie. Er beobachtete mit angehaltenem Atem, wie sie langsam begann, sich auszuziehen und ihre Kleidung zu Boden gleiten ließ. Lucian konnte nicht ruhig bleiben. Seine Augen glitten über ihre atemberaubende Silhouette. Er war völlig gefesselt von ihren sinnlichen Kurven und den beiden kleinen, deutlich ausgeprägten Grübchen oberhalb ihres Gesäßes. Er saß auf seinem verborgenen Stuhl, während sein Verstand augenblicklich von den sündhaftesten und dunkelsten Fantasien überflutet wurde, was er mit ihrem Körper tun würde, sobald er die Glasscheibe durchquerte. Nachdem sie sich vollständig entkleidet hatte, ging Irene zögernd, aber mit ruhigen Schritten auf den großen Spiegel zu, völlig ahnungslos, dass auf der anderen Seite ein Monster sie beobachtete. Sie blieb einen Moment still stehen und betrachtete einfach ihren eigenen kurvigen Körper im Glas. Anders als die anderen Frauen in ihrem Alter war sie mit außergewöhnlich weiblichen Kurven gesegnet worden, doch in ihrem Inneren trug sie noch immer eine vollkommen unschuldige Seele. Langsam hob sie die Finger und ließ sie von ihrer Brust über ihren flachen Bauch nach unten gleiten. Sie schloss die Augen und stellte sich vor, wie der berüchtigte Lucian Dimitri sie berühren würde. Sie würde sich selbst nichts vormachen. Der Mann war ein attraktiver Gott unter Sterblichen, und allein der beängstigende Gedanke daran, von ihm geküsst zu werden, ließ eine plötzliche Hitzewelle durch ihren Körper laufen. Ihre Hand wanderte tiefer, während sie sich selbst berührte und mit ihrer Erregung spielte. Sie biss sich auf die Unterlippe, um ein leises Wimmern zu unterdrücken. Jede ihrer Bewegungen trieb den Mann hinter der Glasscheibe beinahe in den Wahnsinn. Lucian atmete schwer, sein Kiefer angespannt, während sein Verlangen immer stärker wurde. Er konnte keine Sekunde länger warten. Er musste sie jetzt haben. Irene stieß plötzlich einen erschrockenen Laut aus, als sich die gewaltige Spiegelwand lautlos nach links schob und den hochgewachsenen, verführerischen Halbgott enthüllte, der sich dahinter verborgen hatte. Sie erstarrte. Ihr Atem stockte, als sie seine Gesichtszüge betrachtete. Sie konnte nicht leugnen, wie teuflisch attraktiv er war—weitaus beeindruckender und gefährlicher als auf jedem Foto im Internet. Seine wunderschönen, durchdringenden Augen ließen sie augenblicklich den Boden unter den Füßen verlieren. Und der Anblick seiner großen, von Adern gezeichneten Hände ließ eine heiße Welle durch ihren Körper laufen. Ihre großen, erschrockenen Augen lösten in Lucian einen nie zuvor gekannten Schub von Macht aus, als wäre er der einzige Mann auf der Welt. Er trat vor, überbrückte die Entfernung zwischen ihnen mit wenigen Schritten und zog ihren weichen, nackten Körper eng an seine harte Brust. „Du bist wirklich interessant, Kätzchen“, murmelte er dunkel gegen ihre Lippen, bevor er seinen Mund in einem wilden, besitzergreifenden Kuss auf ihren legte. Irene war zunächst völlig überwältigt. Ihr Kopf drehte sich, doch die rohe Hitze seines Kusses übernahm die Kontrolle, und schon bald erwiderte sie ihn, während sich ihre Lippen für ihn öffneten. Lucian verschwendete keine Zeit. Er hob sie mühelos hoch, seine großen Hände hielten ihre Oberschenkel fest, während er sie an seine Hüften presste. Sie war im Vergleich zu seiner gewaltigen Gestalt unglaublich zierlich, doch ihr weiblicher, kurviger Körper lag perfekt in seinen Händen. Er küsste sie tief und leidenschaftlich, während er zielstrebig auf das riesige Bett zuging und sie schließlich auf die weichen Seidenlaken legte. Als sie auf dem Rücken landete, bewegte sich ihr Körper unter der Wucht der Bewegung. Der Anblick löste einen heftigen Schub von Verlangen in Lucian aus. Er fluchte innerlich und hoffte inständig, dass er diese Nacht lange genug durchhalten würde, damit dieses Mädchen ihn nicht für einen unerfahrenen Zwei-Minuten-Liebhaber hielt. Er kroch auf die Matratze und schwebte über ihrem zitternden Körper, bevor er sich erneut zu einem tiefen, leidenschaftlichen Kuss hinabbeugte. Irene fühlte sich unglaublich gut unter ihm an, während ihr Blick immer wieder über seinen perfekt trainierten Körper wanderte. Seine großen Hände begannen langsam über ihren Körper zu gleiten und zeichneten jede ihrer Kurven nach, bevor sie auf ihrer Brust zur Ruhe kamen. Es fühlte sich vollkommen an, als würde sie genau in seine Handfläche gehören. Er ließ sich schwer zwischen ihren Beinen nieder und senkte den Kopf, um ihren Hals zu küssen. Sie duftete berauschend süß. Ihre Haut schmeckte wie das Paradies, und die leisen Laute, die ihren Lippen entkamen, ließen ihn sich vollkommen unbesiegbar fühlen. Lucian senkte sich weiter, küsste und liebkoste ihre linke Brust, bevor er zur rechten wechselte, bis sie sich unter ihm wand. Dann bewegte er sich wieder nach oben und küsste sie langsam erneut. Schließlich richtete er sich auf und stützte sich mit den Händen ab, während er auf die atemberaubende Frau hinabblickte, die unter ihm lag. „Bist du bereit dafür, Mädchen?“, fragte er mit einer Stimme, die vor Verlangen rau klang. „Ja … aber ich habe das noch nie gemacht“, flüsterte sie schüchtern. Ihr Blick wich seinem aus, während eine tiefe Röte über ihr Gesicht kroch. „Vielleicht … vielleicht kannst du mich führen.“ Lucian empfand ihre Unschuld keineswegs als störend. Stattdessen durchströmte seine Brust eine seltsame, ungewohnte Welle des Glücks—ein Gefühl, dessen Bedeutung er selbst kaum wahrnahm. „Ich werde vorsichtig sein, Kätzchen“, versprach der mächtige Lucian mit einem dunklen, besitzergreifenden Lächeln. „Und ich werde dir genau zeigen, wie du mich zufriedenstellst.“
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