Seraphina bewegte sich durch die große Halle wie ein Schatten zwischen Rosen. Das Morgenlicht strömte durch hohe Bogenfenster und verwandelte die weißen und blutroten Blüten in ein Meer aus sanftem Feuer. Sie hatte Stunden damit verbracht, die Bediensteten zu dirigieren – Kisten mit Winterrosen aus den Gewächshäusern herbeigeschafft, Stiele geschnitten, Dornen absichtlich belassen, wo sie sich unauffällig verstecken konnten. Jede Girlande entlang der Geländer, jeder Kaskadenfall über den Kronleuchtern, jeder Bogen, der den Thronpodest einrahmte, war von ihren Händen arrangiert worden. Die Dornen waren ihre Signatur – scharf, verborgen, bereit, Blut zu ziehen, wenn jemand zu weit griff. Sie stand jetzt auf einer hohen Leiter und balancierte eine letzte schwere Girlande aus karmesinroten Ro

