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Mittags saß ich in meinem Biologie-201-Labor am Community College und starrte unter dem Mikroskop auf einen Objektträger mit Zwiebelzellen. Der Raum roch nach Formaldehyd und Bodenwachs. Die Leuchtstoffröhren summten mit einem nervigen, hohen Pfeifen. Es war der normalste, banalste Ort der Welt. Und doch fühlte es sich fremd an. „Maya?“ Ich zuckte zusammen und stieß mit dem Knie gegen die Unterseite der Laborbank. Ben, mein Laborpartner, sah mich besorgt an. Er ist ein netter Kerl … dünn, mit einer Brille, die ihm ständig von der Nase rutschte, und einem nervösen Lachen. Er ist einfach ein Mensch. Unkompliziert und harmlos. „Alles okay?“, fragte Ben und rückte seine Brille zurecht. „Du starrst schon seit zehn Minuten durch das Okular, ohne scharfzustellen.“ „Mir geht’s gut“, log

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