Die Tage im Wald wurden von einem Gleichgewicht bestimmt, das Liora und ihre Hüter sorgsam bewahrten. Der goldene Baum, der Spross der Wächterin und der Baum der Harmonie standen wie ewige Wachen über der Welt, ihre Energien miteinander verbunden. Doch die Ruhe war trügerisch. Eines Morgens, als die Sonne durch die Blätter drang und der Wald in warmem Licht badete, spürte Liora eine Unruhe in der Luft. Es war ein Gefühl, das sie nicht ignorieren konnte – wie ein ferner Ruf, der durch die Wurzeln des Waldes hallte. »Alin«, sagte sie, als sie den jungen Hüter in der Nähe des goldenen Baumes fand, »hast du es auch gespürt?« Alin sah auf, seine Augen suchten die ihren. »Ja. Es ist wie ein Flüstern … aber anders. Fremd.« Liora nickte. »Es kommt nicht aus dem Wald. Es ist etwas von außerhalb

