Mercedez' Sicht Das Krankenhaus roch nach Desinfektionsmittel und Mitleid. Ich hasste beides. Die weiße Decke über mir wirkte zu hell, zu sauber, zu gleichgültig gegenüber dem Sturm, der in meiner Brust tobte. Mein Arm pochte unter dem Gips in scharfen, rhythmischen Schlägen, jeder Schlag eine Erinnerung an die Nacht, die ich immer und immer wieder in Gedanken durchspielte. Die Krankenschwester richtete die Schlinge, ihre Finger vorsichtig, fast zu sanft. „Versuchen Sie, ihn nicht zu bewegen“, murmelte sie. Ich reagierte nicht. Schmerz konnte ich ertragen. Schmerz ergab Sinn. Er hatte eine Form. Er hatte einen Grund. Was ich nicht ertragen konnte, war die Leere in mir – die, die Devon hinterlassen hatte, als er aufhörte, mich so anzusehen, als wäre ich genug. Alle erwarteten, dass ich i

