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DIE PAPIERBRAUT DES CEOS

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Eva Miller hätte nie gedacht, dass das Leben so grausam sein könnte. Als brillante Juristin wird sie zu einer verzweifelten Ehe mit Adrian Blackwood gezwungen – dem skrupellosen CEO, bekannt als der „Eiskönig“ –, um das Leben ihrer Schwester zu retten. Für ihn ist sie nichts weiter als eine Schachfigur, eine Scheinehe, gebunden durch Tinte und Unterschriften.

Doch Adrians Welt ist voller Feinde in Anzügen, heimlicher Intrigen und eines Herzens, das, wie er schwört, keine Frau erreichen kann. Als Eva beginnt, ihn mit ihrem Witz, ihrem Mut und ihrer Leidenschaft herauszufordern, verschwimmen die Grenzen zwischen Vertrag und Leidenschaft.

Wird sie in einer auf Lügen gebauten Ehe zugrunde gehen … oder wird sie seine größte Schwäche werden?

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Episode1
Die Demütigung Evas Hände zitterten. Sie presste sie flach auf den kühlen Mahagonitisch und versuchte krampfhaft, sie zum Schweigen zu bringen. Zwanzig Augenpaare verfolgten jede ihrer Bewegungen, und sie spürte deren Urteil wie Ameisen unter ihrer Haut kriechen. Doch es waren die grauen Augen am Kopfende des Tisches, die ihr ein flaues Gefühl im Magen bereiteten. Adrian Vale lehnte sich in seinem Stuhl zurück, als gehöre ihm die Welt – was sie im Grunde auch tat. Sein dunkles Haar war perfekt frisiert, sein Anzug kostete wahrscheinlich mehr, als Eva in sechs Monaten verdiente, und sein Gesicht verriet absolut nichts. Keine Wärme. Keine Ermutigung. Nur kalte Berechnung. Du schaffst das. Die Worte hallten in ihrem Kopf wider. Du musst das schaffen. Die Präsentationsfernbedienung fühlte sich in ihrer Handfläche rutschig an. Eva klickte auf die erste Folie und zwang sich zu einem Lächeln, das sie nicht empfand. „Guten Morgen zusammen. Vielen Dank, dass Sie mir die Gelegenheit geben, unsere Quartalsanalyse und Empfehlungen für die Sterling-Vale-Partnerschaft vorzustellen.“ Ihre Stimme klang ruhig. Gott sei Dank. Adrian blinzelte nicht einmal. Er starrte sie an, als wäre sie ein Insekt, das sich in seinen Konferenzraum verirrt hatte. Eva klickte zur nächsten Folie, und ihr Herz setzte einen Schlag aus. Die Zahlen stimmten nicht. Alles falsch. Drei Wochen hatte sie an dieser Präsentation gearbeitet und jede Zahl immer wieder überprüft. Doch das Diagramm auf dem Bildschirm zeigte einen Verlust von fünfzehn Prozent, wo eigentlich ein Gewinn von zwölf Prozent hätte sein sollen. Die Prognosen waren völlig falsch. Die Kostenanalyse sah aus, als hätte sie ein betrunkenes Kleinkind erstellt. Ihr wurde heiß im Gesicht. „Ich … es scheint ein technisches Problem zu geben …“ „Technisches Problem?“, Adrians Stimme durchdrang den Raum wie ein Messer. Er beugte sich vor, seine grauen Augen bohrten sich in sie. „Ms. Carter, wollen Sie mir etwa sagen, dass die Zeit von Vale Enterprises verschwendet wurde, weil Sie mit grundlegender Technik nicht umgehen konnten?“ „Nein, Sir, ich …“ „Denn genau so klingt es.“ Er deutete auf den Bildschirm, wo Evas beruflicher Ruf gerade einen langsamen, demütigenden Tod starb. „Bitte fahren Sie mit Ihrer Präsentation fort.“ Evas Gedanken rasten. Jemand hatte ihre Dateien vertauscht. Das musste so sein. Aber wer? Und warum? Sie klickte sich durch Folie um Folie und sah zu, wie ihre Karriere in Echtzeit zusammenbrach. Jedes Diagramm war falsch. Jede Analyse war wertlos. Jede Empfehlung war das genaue Gegenteil von dem, was sie geschrieben hatte. Die anderen Führungskräfte begannen zu flüstern. Sie fing Bruchstücke auf: „Völlig unvorbereitet …“ „Wie hat sie dieses Meeting überhaupt bekommen …“ „Peinlich …“ Als sie bei Folie zehn angelangt war, hatte Adrian genug gesehen. „Stopp.“ Das einzelne Wort knallte wie eine Peitsche. Evas Finger erstarrte über der Fernbedienung. „Ms. Carter, in meinen fünfzehn Jahren an der Spitze dieses Unternehmens habe ich noch nie eine so katastrophal inkompetente Präsentation erlebt.“ Das Geflüster verstummte. Es war so still im Raum, dass Eva ihren eigenen Herzschlag in den Ohren hämmern hörte. Adrian stand langsam auf, wie ein Raubtier, das zum Angriff bereit ist. „Ihre Analyse legt nahe, dass wir in einen rückläufigen Markt investieren sollten. Ihre Prognosen liegen so daneben, dass selbst ein BWL-Student im ersten Semester weinen würde. Und Ihre Empfehlungen …“ Er lachte, doch es war kein Lachen. „Ihre Empfehlungen würden uns innerhalb von sechs Monaten ruinieren.“ „Mr. Vale, ich kann es erklären …“ „Können Sie das?“ Er ging um den Tisch herum auf sie zu, jeder Schritt bedächtig. „Denn von meinem Platz aus sieht es so aus, als hätten Sie unsere Zeit mit Arbeit verschwendet, die ein Praktikant in der Oberstufe besser hätte erledigen können.“ Evas Wangen glühten. Sie wusste, sie sollte schweigen, sich entschuldigen und versuchen, ihre Würde zu retten. Doch irgendetwas in seinem Tonfall – diese beiläufige, abweisende Grausamkeit – brachte sie zum Umdenken. „Eigentlich, Mr. Vale, glaube ich, dass ein Irrtum vorliegt.“ Es herrschte Totenstille im Raum. Jemand stieß einen überraschten Laut aus. Adrian blieb stehen. „Wie bitte?“ „Ich sagte doch, dass ein Fehler vorliegt.“ Evas Stimme wurde schärfer. „Das sind nicht meine Dateien. Jemand hat sie vertauscht.“ „Wie praktisch.“ Sein Lächeln war messerscharf. „Die inkompetente Mitarbeiterin schiebt die Schuld auf mysteriöse Sabotage, wenn ihre Arbeit nicht den Anforderungen entspricht.“ „Meine Arbeit entspricht den Anforderungen.“ Eva trat vor und überraschte sich selbst. „Ich habe drei Wochen an dieser Analyse gearbeitet. Ich habe jede Zahl zweimal geprüft. Ich habe jede Quelle verifiziert. Diese Präsentation war makellos, bevor ich diesen Raum betreten habe.“ „Makellos?“ Adrians Augenbrauen schossen in die Höhe. „Ms. Carter, haben Sie überhaupt einen BWL-Abschluss? Oder hat Ihre Firma Sie aufgrund anderer Qualifikationen eingestellt?“ Die Andeutung traf Eva wie ein Schlag. Am Tisch kicherten einige Führungskräfte. Ihr Gesicht glühte vor Scham und Wut. „Ich bin im dritten Jahr Jura an der Columbia University mit einem Notendurchschnitt von 3,8“, sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen. „Ich arbeite seit zwei Jahren in der Finanzberatung. Und ich garantiere Ihnen, dass mein Verständnis von Vertragsrecht und Treuhandpflichten besser ist als das der Hälfte der Anwesenden.“ „Jurastudentin?“ Adrians Stimme triefte vor Herablassung. „Na, das erklärt einiges. Du spielst in der Königsklasse mit Stützrädern.“ „Immerhin habe ich mir meine Position erarbeitet, anstatt sie zu erben.“ Die Worte waren Eva herausgerutscht, bevor sie es verhindern konnte. Die Temperatur im Raum sank um etwa zwanzig Grad. Adrian erstarrte. „Was hast du gerade gesagt?“ Evas Überlebensinstinkt schrie ihr zu, sich zu entschuldigen, zurückzurudern, zu kriechen. Aber sie hatte es so satt, abgewiesen zu werden, so satt, behandelt zu werden, als gehöre sie nicht dazu, so satt, dass reiche Männer sie wie Dreck ansahen. „Ich sagte, dass ich mir meine Position erarbeitet habe. Ich habe für alles gearbeitet, was ich habe. Ich habe mein Studium selbst finanziert, ich bezahle meine Rechnungen selbst, ich sorge für meine Familie.“ „Ich verstecke mich nicht hinter Papas Geld und tue so, als wäre ich etwas Besseres.“ Die Stille dehnte sich wie ein Drahtseil, das jeden Moment zu reißen drohte. Dann lächelte Adrian. Es war das Schrecklichste, was Eva je gesehen hatte. „Ms. Carter.“ Seine Stimme war jetzt sanft, was die Situation nur noch schlimmer machte. „Sie sind gefeuert. Nicht nur von diesem Projekt. Von allem. Ich werde persönlich dafür sorgen, dass jedes Unternehmen in dieser Stadt genau weiß, was für eine … Fachkraft … es einstellt.“ Evas Herz setzte einen Schlag aus. „Sie können nicht …“ „Ich kann tun, was ich will. So ist das eben, wenn man Papas Geld erbt.“ Seine grauen Augen blitzten boshaft auf. „Aber keine Sorge. Ich bin sicher, jemand mit Ihren … Talenten … wird irgendwann Arbeit finden.“ Irgendwo.“ Die anderen Führungskräfte mieden ihren Blick. Der CEO ihrer Firma sah aus, als wolle er sich am liebsten unter den Tisch verkriechen. Eva wurde mit kristallklarer Präzision bewusst, dass sie gerade alles zerstört hatte. Ihren Job, ihren Ruf, ihre Zukunft. Und wofür? Aus Stolz? „Packen Sie Ihre Sachen, Ms. Carter.“ „Der Sicherheitsdienst wird Sie hinausbegleiten.“ Evas Hände zitterten, als sie ihre Notizen zusammensuchte. Die Fernbedienung für die Präsentation klapperte auf den Tisch. Sie spürte zwanzig Augenpaare auf sich gerichtet, die ihre öffentliche Hinrichtung beobachteten, doch sie hielt den Kopf hoch. An der Tür drehte sie sich um. Adrian stand immer noch da, siegreich und kalt. „Das ist noch nicht vorbei“, sagte sie leise. „Doch“, erwiderte Adrian mit eisiger Stimme. „Ist es.“ Eva verließ Vale Enterprises mit erhobenem Kinn und gebrochenem Herzen. Sie schaffte es genau drei Blocks weit, als ihr Handy vibrierte. Eine Nachricht ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Notfall in der Schule. Bitte sofort kommen. – Lily --- Das war’s, dachte Eva, als sie zur U-Bahn rannte. So endet meine Welt. Nicht mit einem Knall, sondern mit der SMS einer Siebzehnjährigen am schlimmsten Tag meines Lebens. Aber sie ahnte nicht, wie viel schlimmer es noch werden sollte.

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