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AN DIE KRONE DER TIEFEN GEBUNDEN

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Um ihren sterbenden Bruder zu retten und einem Hinterhalt in der tödlichen Abyssal-Kluft zu entkommen, tropft die niedergestufte Reliktjägerin Valerie versehentlich ihr Blut auf einen vergessenen Obsidianaltar. Anstatt zu sterben, löst sie damit einen uralten Seelenvertrag aus – der ihr Leben, ihren Verstand und ihre Magie an Malakor bindet, den lange versiegelten Herrn des Untergangs.Gebunden an einen magischen Pakt, der beide tötet, sollte einer von ihnen sterben, erlangt Valerie rohe dunkle Magie, während Malakor als ätherischer Wächter, der seine zerbrechliche menschliche „Herrin“ beschützen muss, gezwungen ist, in ihrer physischen Nähe zu bleiben. Um die gnadenlose Gildenpolitik zu überleben und das Band zu lösen, bevor Malakor seine volle, apokalyptische Stärke zurückgewinnt, muss Valerie ein gefährliches Spiel spielen. Doch während korrupte Heilige Inquisitoren sie jagen, beginnt die Grenze zwischen Todfeind und einzigem Beschützer zu verschwimmen.

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Blut auf dem Obsidianaltar
Die Luft in den unteren Ebenen des Abyssal-Risses schmeckte nach rostigem Eisen und statischer Elektrizität. Valerie kauerte tief hinter einer zerbrochenen Marmorsäule und presste ihre Hand fest auf den Mund ihres jüngeren Bruders, um sein raues, flaches Atmen zu dämpfen. „Sei still, Leo“, flüsterte sie ihm direkt ins Ohr, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch. „Wenn du auch nur einen Ton von dir gibst, kommen wir hier nicht mehr raus.“ Zehn Yards entfernt schlichen drei verdorbene Stalker durch den Nebel. Es waren verzerrte, rothaarige Bestien, deren Brustkörbe von leuchtend blauen Runen durchzogen waren – das unverkennbare Zeichen der Kontamination durch den Abyss. Jeder ihrer Schritte ließ den Steinboden vibrieren und wirbelte winzige Staubwolken in die stehende Luft. Valeries Hand zitterte leicht auf Leos Haut, doch sie zwang sich, die Kiefer fest aufeinander pressen. Ihre Handfläche brannte an der Stelle, an der ein scharfkantiges Stück Altmetall vor einer Stunde ihren Lederhandschuh durchgeschwitzt hatte. Getrocknetes Blut verkrustete ihre Knöchel, doch sie konnte es sich nicht leisten, den Schmerz zu spüren. Nicht heute. Leos Zustand hat sich in den letzten drei Tagen drastisch verschlechtert. Die Grundkrankheit kroch seine Arme hinauf und verwandelte seine Adern in schwarze, verhärtete Fäden unter seiner Haut. Der örtliche Apotheker im Elendsviertel hatte ihr eine einfache Wahl gestellt: Entweder sie bringe innerhalb von achtundvierzig Stunden einen hochrangigen Relikt Kern aus dem Riss zurück, oder sie müsse zusehen, wie sich das Herz ihres Bruders in Stein verwandelte. ​Sie hatte ihre letzten Kupfermünzen dafür ausgegeben, eine Gruppe von Schrotthändlern zu bestechen, damit sie ihnen bei diesem Tauchgang folgen durften. Doch als die Kreaturen die Hauptgruppe am Eingang der Gewölbe überfielen, hatten diese sogenannten Verbündeten das schwere Eisentor hinter sich verschlossen und Valerie und Leo in der dunklen Tiefe gefangen gehalten. Sie hatten sie als Köder dem Tod überlassen. „Val …“, keuchte Leo gegen ihre Handfläche, während seine Augenlider flattern. „Ich … "Ich spüre meine Finger nicht mehr.“ „Ich weiß“, murmelte sie und schluckte den bitteren Kloß in ihrer Kehle hinunter. Der Anblick seines blassen, verschwitzten Gesichts zog einen Knoten aus purer Panik in ihrer Brust zusammen. Schuldgefühle trafen wie ein physischer Schlag. Sie war seine ältere Schwester. Sie hätte ihn beschützen sollen, doch stattdessen hatte sie ihn mit nichts als einem angeschlagenen Jagdmesser und einen kaputten Kern-Scanner hinunter in den Friedhof des Reiches geschleppt. Wenn sie hier versagte, würde er sterben. Wenn sie einen falschen Schritt gemacht hätten, würden sie beide sterben. „Konzentriere dich auf mich“, flüsterte sie entschlossen und packte ihn an der Schulter. „Schließ nicht die Augen, Leo. Sieh mich an. "Ich hole uns diesen Kern.“ Sie blickte über den Rand der Säule. Der größte Stalker senkte seine Schnauze und schnüffelte an einem Haufen alter Knochen. Direkt über der Bestie, in der Augenhöhle einer eingestürzten Steinstatue ruhend und in einem intensiven, makellosen Licht leuchtend, lag ein unversehrter Relikt Kern. Ein „High-Tier Dawncore". Er war genug wert, um Leos Behandlung zehnmal zu bezahlen und sich für immer aus den Slums freizukaufen. ​Er war jedoch völlig unerreichbar, ohne die Bestien direkt auf sie aufmerksam zu machen. ​Valerie zog einen kleinen, schweren Teil aus ihrer Tasche – ein Stück Schrott, das sie zuvor geborgen hatte. Ihr Puls hämmerte in ihrer Kehle, ein rhythmisches Pochen, das die gesamte stille Höhle zu erfüllen schien. ​Sie warf den Teil hoch in die Luft und zielte auf die gegenüberliegende Wand der Kammer. ​Es traf den Stein mit einem scharfen Klirren. Die Stalker wirbelten sofort in Richtung des Geräusches herum, stießen tiefe, knurrende Laute aus und sprinteten dann in die Dunkelheit dem Geräusch entgegen. „Jetzt“, hauchte Valerie. Sie riss sich von der Säule los, ihre Stiefel schützen leise über den feuchten Stein. Sie erreichte den Sockel der zerbrochenen Statue, grub ihre Finger in die bröckelnden Granitplatten und kletterte empor. Ihre Muskeln schrien vor Erschöpfung, ihre Finger rutschen einmal, zweimal ab, bevor sie sich auf Höhe der Aussparung hochgezogen. ​Sie streckte die Hand aus und schloss die Finger um die warme, glatte Oberfläche des Morgenröte-Kerns. ​Eine Welle heiliger Magie strömte durch ihre Handfläche und linderte augenblicklich den dumpfen Schmerz in ihrer Hand. Eine flüchtige Welle der Erleichterung überkam sie. Wir haben es geschafft. ​„Valerie! "Hinter dir!“, schrie Leo aus dem Schatten unter ihr. ​Bevor sie sich umdrehen konnte, prallte ein schweres Gewicht gegen ihren Rücken. Der Aufprall drückte ihr die Luft vollständig aus den Lungen und schleuderte sie von der Statuen Kante. Sie schlug hart auf dem Steinboden auf, rollte durch Staub und scharfe Trümmer, während ihr der Kern aus der Hand glitt und klappernd durch den dunklen Raum rollte. Valerie schnappte nach Luft, krallte sich am Stein fest und versuchte, Luft in ihre zusammengedrückte Brust zu holen. Ein riesiger Schatten ragte über ihr auf. Es war keiner der Stalker. Über ihr stand Gildenmeister Thorne, genau der Mann, den sie dafür bezahlt hatte, sie hierher zu bringen. Er hielt eine blutbefleckte Klinge in der Hand, seine Augen glänzten im schwachen blauen Licht der Höhle vor gieriger Bosheit. „Du hast gute Augen, kleine Schrottsammlerin“, spottete Thorne, trat auf ihre Finger und drückte sie in den Dreck. Valerie biss sich so fest auf die Lippe, dass sie Kupfer schmeckte, um nicht zu schreien. „ Ein Morgen Kern. "Ohne deine Führung hätte ich ihn niemals gefunden.“ ​„Thorne …“, keuchte sie, während sich ihr Blick vernebelte. „Mein Bruder … "Er braucht ihn …“ ​„Dein Bruder ist so gut wie tot, spottete Thorne und hob seine Klinge, deren kalter Stahl das trübe Licht reflektierte. „Und du bist nur Kollateralschaden. "Niemand sucht hier nach einem Slum-Abschaum." ​Leo taumelte weinend hinter der Säule hervor und versuchte, zu ihr zu kriechen, doch Thornes Stellvertreter packte ihn an den Haaren und riss seinen Kopf nach hinten. ​„Hör auf!“, kreischte Valerie, völlig von Panik überwältigt. „Lass ihn in Ruhe! Nimm den Kern! "Lass ihn einfach in Ruhe!"“ ​„Zu spät für Verhandlungen“, sagte Thorne und senkte die Klinge seines Schwertes auf ihre Brust. ​Der Instinkt übernahm die Kontrolle. Valerie warf sich zur Seite. Die Klinge schnitt durch ihren Arm, riss eine tiefe Wunde auf, bevor sie auf den Obsidian-Boden unter ihr traf. Frisches Blut sprudelte aus ihrer Wunde und spritzte direkt auf einen alten, dunklen Altar, der unter dem Schmutz verborgen war. ​In dem Moment, als ihr Blut auf den schwarzen Stein traf, bebte der Boden unter ihnen heftig. ​Ein ohrenbetäubendes, unnatürliches Summen hallte durch die Höhle und ließ Thorne mitten im Schritt erstarren. Die Lufttemperatur sinkt in einem Bruchteil einer Sekunde auf den absoluten Nullpunkt. Das rote Blut, das in den Altar sickerte, färbte sich pechschwarz und fraß sich durch den Stein, als wäre es Säure. Tief im Inneren des Bodens entsiegelte sich etwas Uraltes und Schreckliches. Ein riesiges Paar leuchtender, purpurroter Augen riss in der Dunkelheit unter Valeries blutender Hand auf. Eine Stimme, vielschichtig wie tausend knirschende Steine, hallte direkt in Valeries Gedanken wider und übertönte ihre eigenen Gedanken: „Endlich … Eine sterbliche Blutlinie erweckt das Siegel. "Nenne deinen Vertrag, Meister.“

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