KAPITEL 45 – GLAS UND ZÄHNE

1146 Words

SIENNAS SICHT Luthers Stimme musste nicht lauter werden. Sie war einfach da, und der Raum schien sich um sie herum neu zu ordnen. Cosettes Griff löste sich, als wäre ein Faden durchtrennt worden. Das Fläschchen blieb in ihrer Hand aufrecht, doch die Zuversicht – die bösartige Gewissheit – wich augenblicklich aus ihrem Gesicht. Mein Kiefer schmerzte, so fest hatte sie es gehalten. Meine Haut fühlte sich wund an, wo ihre Nägel sich eingegraben hatten. Ich rührte mich nicht. Nicht aus Angst. Weil ich immer noch brannte. Die Luft im Raum veränderte sich – als würden die Wände selbst zurückweichen, um ihm Platz zu machen. Die Flammen in den Kandelabern zitterten. Selbst die Porträts an der Wand schienen nun ihn zu beobachten, statt uns. Luther kam herein, jeder Schritt langsam, bedächtig

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