Chapter 2

1400 Words

Bedingungen und Spannungen Skye zwang sich, sich zu konzentrieren, ignorierte die Hitze, die ihren Nacken hinaufkroch, und setzte den Stift auf das Papier. Ihre Unterschrift war zittrig, die Tinte verschmierte leicht, als sie über die Seite zog. Die Stimme von Direktorin Graves, warm und übermäßig enthusiastisch, schwärmte vom Potenzial der Spendenaktion. „Ich brauche euch beide, um die diesjährige Valentinstags-Spendenaktion unvergesslich zu machen.“ Doch Skye nahm ihre Worte kaum wahr. Ihr Puls hämmerte in ihren Ohren und übertönte alles außer der Realität dessen, was sie gerade getan hatte: sich an ein Projekt mit Knox Callahan gebunden, ausgerechnet mit ihm. Knox lehnte sich in seinem Stuhl zurück, sein kräftiger Körper entspannt, aber sein Ausdruck alles andere als das – ein smuges Halblächeln zupfte an seinem Mundwinkel. „Sieht so aus, als hättest du jetzt mit mir zu tun“, sagte er, seine Stimme tief und mit einem spöttischen Unterton, als ob er bereits erwartete, dass sie unter der Last ihrer Partnerschaft zu kämpfen hätte. Allerdings wusste er schon, dass sie die neue Schülerin war. Skyes Finger schlossen sich fester um den Stift. Sie wollte zurückschnauzen, dieses Grinsen aus seinem Gesicht wischen, aber das strahlende Lächeln von Direktorin Graves hielt sie zurück. „Ich bin so gespannt, was ihr zwei euch einfallen lasst“, sagte die Direktorin und klatschte in die Hände, als hätten sie sich freiwillig für eine noble Sache gemeldet. „Ihr seid entlassen. Fangt so schnell wie möglich an!“ Skye stand auf, ihren Rucksack über eine Schulter geworfen, und vermied Knox’ Blick, als sie zur Tür ging. Er erhob sich ebenfalls, seine Bewegungen geschmeidig und ohne Eile, die Hände in den Taschen, seine Sporttasche schwang leicht an seiner Seite. Der Flur draußen war ein Wirbel aus Aktivität, Schüler eilten zu ihren nächsten Kursen, Spinde schlugen zu, Stimmen überlagerten sich in einem chaotischen Summen. Bevor Skye in der Menge verschwinden konnte, fiel Mayas Blick aus der Ferne auf sie. „Hey!“, rief Maya. „Direktorin Graves hat mich mit Knox zusammengetan“, sagte Skye. „Was? Und du hast zugestimmt?“, schnappte Maya, und Skye nickte. „Ich hatte keine Wahl.“ „Du machst Witze“, sagte Maya, packte Skyes Arm und zog sie zur Seite. Ihre Stimme war ein leises, dringendes Flüstern, kaum hörbar über den Lärm des Flurs. „Knox Callahan? Skye, mit ihm zu arbeiten ist gesellschaftlicher Selbstmord. Er ist unantastbar, und nicht auf die gute Art. Jetzt wird jeder dich beobachten.“ Skye seufzte und rückte unbehaglich ihren Rucksack zurecht. „Es ist nur ein Projekt, Maya“, sagte sie, ihr Ton fest, aber ohne Überzeugung. „Eine dumme Schulaufgabe. Es ist nicht so, als würde ich seinem Fanclub beitreten.“ Mayas Augenbrauen wölbten sich, ihr Ausdruck skeptisch. „Sicher, aber du bist nicht mehr unsichtbar. Hoffentlich ist dir das klar?“ Skye stammelte einige unvollständige Worte. „Ich…“ „Na, viel Glück damit“, fügte Maya beiläufig hinzu, ihr Pferdeschwanz wippte, als sie sich umdrehte, um zu ihrem nächsten Kurs zu gehen. „Ich bin spät dran. Schreib mir, wenn du einen Fluchtplan brauchst.“ Skye sah ihrer Cousine nach, wie sie in der Menge verschwand, ihr Magen verdrehte sich bei dem Gedanken, worauf sie sich eingelassen hatte. Vielleicht hätte sie das Angebot direkt ablehnen sollen. Maya hatte nicht unrecht. Mit Knox zusammenzuarbeiten war, als würde man in ein Rampenlicht treten, das sie jahrelang gemieden hatte. Sie straffte die Schultern und ging zum Ausgang, entschlossen, die Sache so professionell wie möglich zu halten. Es war nur eine Spendenaktion. Sie würde das schaffen. Am Nachmittag fand sich Skye in der Stonebridge-Eishalle wieder, dem vereinbarten Treffpunkt mit Knox, um mit der Planung zu beginnen, wie von der Direktorin angewiesen. Die Luft war scharf und leicht kalt. Sie stand am Rand, ihren Schal fest gegen die Kälte gezogen, ihr Skizzenbuch noch unter dem Arm. Die Eisbahn erstreckte sich vor ihr, ihre Oberfläche glänzte unter den grellen Neonlichtern. Knox war bereits da, glitt mit einer Leichtigkeit über das Eis, die an Arroganz grenzte. Seine Bewegungen waren präzise, jeder Schritt kraftvoll und kontrolliert wie ein Profi, sein Schläger schlug einen Puck mit einem scharfen Knall, der durch die leere Arena hallte. Sein dunkles Haar war feucht, klebte a seiner Stirn, und seine marineblaue Jacke umschloss seine breiten Schultern, während er sich bewegte. Skye ertappte sich dabei, wie sie ihn von ihrem Standpunkt aus anstarrte, und schaute schnell weg, ihre Wangen wurden trotz der Kälte warm. Sie trat näher an die Bande, ihre Sneakers quietschten auf dem gummierten Boden. Knox bemerkte sie jetzt, sein Blick huschte hoch, als er schlitternd zum Stehen kam. Er klemmte seinen Helm unter einen Arm, sein Gesicht gerötet von der Anstrengung, und glitt auf sie zu, seine Schlittschuhe schabten leise über das Eis. „Also, die Spendenaktion“, sagte er, seine Stimme trug einen Hauch desselben hochmütigen Tons aus dem Büro. „Trägst du die ganze Sache allein, oder brauchst du tatsächlich Hilfe mit meinen Ideen?“ Er lehnte sich gegen die Bande, seine Haltung entspannt, aber seine Augen scharf und abschätzend, was sie so unwohl fühlen ließ. Skye sträubte sich, ihre Finger schlossen sich fester um ihr Skizzenbuch, und sie versuchte, den Blickkontakt nicht abzubrechen. „Ich bin nicht hier, um die ganze Arbeit zu machen, falls du das denkst. Frau Graves hat uns aus einem Grund zusammengebracht, und du erwartest nicht, dass ich alles allein mache. Du bist doch nicht nutzlos, oder?“ sagte sie, ihre Stimme ruhig, trotz des Ärgers, der in ihrer Brust brodelte, während sie sich fragte, ob sie zu unhöflich war. „Ich habe Ideen. Hast du welche?“ fügte sie hinzu. Knox’ Lippen zuckten, fast ein Grinsen. Er schwieg für einige Sekunden, bevor er schließlich antwortete. „Habe ich. Jede Menge“, sagte er, griff in seine Sporttasche und zog ein zerknittertes Stück Papier heraus. Er warf es ihr zu. „Schau’s dir an.“ Skye hob es auf und faltete das Papier auseinander, ihre Augen überflogen seine unordentliche Handschrift. Die Liste war ambitioniert bis zur Absurdität: eine schulweite Talentshow mit professioneller Beleuchtung, ein Valentinstags-Tanz mit einer Live-Band, ein Eishockeyspiel und ein Feuerwerk. Jede Idee war größer, auffälliger und teurer als die vorherige. Sie schaute auf, ungläubig. „Feuerwerk? Ernsthaft? Weißt du, wie viel das kosten würde?“ Knox zuckte die Schultern, unbeeindruckt. „Die Leute kommen für ein Spektakel. Wenn du willst, dass es sie interessiert, gib ihnen etwas Großes.“ „Oder wir könnten etwas Realistisches machen“, konterte Skye, ihre Stimme scharf. „Wie ein Wohltätigkeits-Schlittschuhlaufen. Die Leute zahlen, um zu fahren, vielleicht organisieren wir ein lustiges Spiel oder so. Und eine Kunstauktion, lokale Künstler, Schüler, was auch immer. Es ist einfach, aber es funktioniert.“ Knox’ Augenbrauen schossen hoch, ein Hauch von Überraschung huschte über sein Gesicht, bevor er es mit einem widerwilligen Lächeln maskierte, das seine Augen nicht erreichte. „Hätte nicht gedacht, dass du das draufhast“, sagte er, sein Ton schwankte zwischen Kompliment und Herausforderung. Er verschränkte die Arme, seinen Helm immer noch unter einem Arm. „Gut. Wohltätigkeits-Schlittschuhlaufen, Kunstauktion. Aber wir fügen eine Verlosung hinzu. Etwas, das die Leute begeistert.“ Skye zögerte, dann nickte sie. „Abgemacht. Aber wir teilen die Arbeit gleichmäßig. Ich mache das nicht allein.“ Er neigte den Kopf und musterte sie einen Moment lang ohne Antwort. Skye wollte gerade vorschlagen, dass sie Schluss machen, als die elektrischen Lichter flackerten, an und aus, und schließlich mit einem leisen Knall erloschen, ohne wieder anzugehen, und die Eishalle in Dunkelheit tauchten. Die Notlichter sprangen an und warfen ein schwaches, grünliches Glühen über das Eis, aber das Licht war so gut wie nutzlos. Die Eishalle sah immer noch dunkel aus. Skyes Atem stockte, ihr Herzschlag beschleunigte sich. Sie konnte gerade noch Knox’ Silhouette ausmachen, näher, als sie gedacht hatte, als er sprach. „Sieht so aus, als hätten wir doch noch mehr zu besprechen“, sagte er, seine Stimme tief und näher, als sie sein sollte, mit einem neckenden Hauch, der die Haut an ihrem Nacken kribbeln ließ. Bevor sie antworten konnte, durchschnitt ein neues Geräusch die Stille. Es waren langsame, bewusste Schritte, die von der anderen Seite der Eishalle hallten. Skyes Kopf fuhr in Richtung des Geräuschs, ihr Puls raste. Knox’ Kopf wandte sich in dieselbe Richtung. Im schwachen Notlicht konnte keiner von ihnen sehen, wer oder was da kam.
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