Der Zulassungs bescheid
*GLENNVILLE, 10 UHR MORGENS*
Nur das Brummen des Taximotors füllte die stille Straße, als es unter der milden Morgensonne hindurchfuhr. Es ist, als wäre das Taxi das einzige auf der Straße, und das ist verständlich, da die Stadt nicht sehr bevölkert ist. Der mittelalte Fahrer saß vorne und konzentrierte sich auf die Straße, während seine Passagierin hinten saß und ihr Gesicht mit dem Roman bedeckte, den sie las. Auf dem Rücken des Romans stand in schönen kleinen Buchstaben "Twilight".
Soft Seufzer entwichen ihr von Zeit zu Zeit, als wäre sie dafür bezahlt worden, und beim dritten Mal ließ sie das Buch fallen, enthüllte ihre einzigartigen Augen. Sie trägt ein kurzes, blumig bedrucktes Ruffle-Kleid mit nur einer Schulter. Eine einzelne Perlenkette saß hübsch auf ihrem Hals, das Armband an ihrem Handgelenk und die Ohrringe an ihren Ohren. Sie seufzte wieder und nahm den Roman wieder auf. Sie öffnete ihn auf einer bestimmten Seite und holte ihren Zulassungsbrief heraus. Sie hatte ihn letzte Woche erhalten und sofort beschlossen, dass sie hingehen würde, ohne sich um die seltsamen Umstände zu kümmern. Sie hatte sich nie für ein Studium beworben. Sie wurde zu Hause von ihrem Vater unterrichtet, also ist es ein Rätsel, wie der Brief zu ihr kam. Sie will einfach nur zur Schule gehen und eine andere Phase des Lebens erleben. Sie will Freunde finden, neue Leute treffen, besonders den Jungen aus ihren Träumen. Bei dem Gedanken erschien ein dünnes Lächeln auf ihren Lippen, und der Fahrer grinste vorne, als er ihr Lächeln sah.
"Endlich eine Reaktion von dir." Er sprach, als er das Auto in eine Kurve lenkte. "Was meinst du?" Twilights Stimme kam leise, aber fest. "Ich meine... Du hast nicht gesprochen oder gehustet, seit du in mein Taxi gestiegen bist. Dein Gesicht war hinter deinem Roman versteckt", antwortete der Mann fröhlich. "Ich bin einfach nicht gewohnt, mit Leuten zu sprechen", sagte Twilight einfach, rieb ihre sauberen, lackfreien Fingernägel.
"Ich verstehe. Nur Freaks gehen zur Universität von Glennville, und du bist der dritte neue Student, den ich dorthin fahre", sagte der Fahrer weiter. "Freaks?" Twilight rutschte ungemütlich auf ihrem Sitz. "Wer geht sonst in eine Schule, in der jeden Monat ein Student verschwindet, wenn nicht Freaks?" Der Mann zuckte mit den Schultern.
"Das Gerücht, dass jeden Monat ein Student verschwindet, ist tatsächlich wahr?" fragte Twilight, ohne ihre langen Wimpern zu blinzeln. "Ich weiß nicht die Details, aber wenn es nicht wahr ist, dann sollte die Schule etwas darüber sagen. Sie haben sich ruhig verhalten, und die Gerüchte beginnen, wahr zu werden. Jedenfalls, pass auf dich auf, junge Mädchen", sagte der Mann, konzentrierte sich wieder auf die Straße. Twilight steckte den Brief wieder zwischen die Buchseiten und biss sich langsam auf die Lippe. Es ist eine Angewohnheit, wenn sie ängstlich oder ungeduldig ist. Ist es verrückt, dass sie umso begieriger ist, zur Schule zu gehen, je wahrer die Gerüchte aussehen? Vielleicht ist sie verrückt. Nein, streich das Vielleicht. Sie ist tatsächlich verrückt.
_Bleib ruhig, Twilight_, sagte eine Stimme in der Luft, und sie erkannte sie sofort. Es ist die Stimme, die sie immer beruhigt. Sie beruhigte sich und holte ihr Handy aus der kleinen Tasche. Der Fahrer fuhr inzwischen den niedrigen Hügel hinauf, und die Stadtstraßen verschwanden hinter ihnen. Sie wählte die Nummer ihres Vaters, aber das Netzwerk ist so schlecht, dass es einfach hängt. Es gibt überhaupt kein Signal. Sie biss sich wieder auf die Lippe, als der Fahrer das Taxi vor einem langen, imposanten schwarzen Tor anhielt. Sie sind jetzt auf dem Hügel, und der Fahrer ist sicher ein Profi, denn sie fühlte keinen Ruck.
"Wir sind da", sagte er. Sie steckte ihr Handy weg und hängte ihre Tasche über den Arm, bevor sie aus dem Taxi stieg und das Tor ansah. Das Tor verlangte Aufmerksamkeit und inspirierte Ehrfurcht, als würde es die Geheimnisse und Mysterien bewachen, die innerhalb des Universitätsgeländes lagen. Das Tor war mit seltsamen Symbolen und Glyphen geschmückt und wurde von zwei Steinstatuen bewacht. Die Umgebung des Zauns ist alles auf der Kante von scharfen Klippen, so dass niemand einbrechen kann, ohne in den Tod zu stürzen. Die strenge Verteidigung ließ Twilights Magen rollen, und sie strich ihr Haar hinter das Ohr. Der Fahrer räusperte sich hinter ihr, ein Zeichen, dass sie zurück ins Auto steigen sollte, damit er sie in das Gelände fahren kann, aber dann fuhr ein anderes Taxi den Hügel hinauf und hielt hinter dem ersten Taxi an. Twilights Augen weiteten sich, als ihr Vater, Greg, aus dem Taxi stieg, schwarze Sonnenbrillen tragend.
"Papa? Du hast mich verfolgt?" sagte sie überrascht, und sofort nahm der alte Mann seine Sonnenbrille ab, und der Taxifahrer keuchte. Gregs Augen sind ganz weiß. Er hat keine Augäpfel, aber er sieht klar. "Ich wollte meine Tochter noch einmal sehen, bevor du durch dieses böse Tor gehst", sagte er offen, und Twilight lächelte groß, als er sie in eine warme väterliche Umarmung zog.
*ARGENTUM PSYCHIATRISCHE HEIM, SPEZIALSTATION 4*
Das leise Piepen eines Monitor piepte sanft in der Station wie eine dunkle Melodie, verbunden mit jemandem im Bett. Es ist ein Junge, und seine Augen sind geschlossen, seine dünnen Lippen sind rissig und blass, und die Sauerstoffmaske auf seiner Nase ist beschlagen. Er ist in einem Koma. Er ist seit zwei Jahren in einem induzierten Koma. Die wichtigsten Maschinen umgeben ihn, und der Infusionsständer ist intakt, wo eine IV-Flüssigkeit in seinen Körper tropft. Er war zuerst bewegungslos, aber der kleinste Finger an seiner rechten Hand bewegte sich plötzlich.
Eine Sekunde später kam ein Arzt mit einem Tray seiner Medikamente herein, den er auf den Tisch fallen ließ. Sie nahm eine kleine Flasche Midazolam und steckte die Spritze sorgfältig hinein, zog die erforderliche Menge auf. Sie zog sie heraus und brachte sie zum Infusionsständer, steckte sie sorgfältig in den Flüssigkeitsbeutel. Sie war gerade dabei, sie zu lösen, als die madroten Augen des Patienten aufflogen wie ein Vorhang, der zerrissen wurde. Er setzte sich schnell auf und schnappte sich die Spritze von dem Arzt, steckte sie ihr ins rechte Auge. Bevor sie schreien konnte, zog er ihren Kopf zum Monitor und schlug ihn brutal darauf. Blut füllte ihr Gesicht, als er sie losließ, und sie fiel tot neben dem Bett zu Boden.
Er stand danach vom Bett auf, aber die Welt drehte sich in seinen Augen, und er fiel schwach zurück. Kalte, schwere Atemzüge entwichen seiner Nase, als er seine beiden Hände hob, und sofort sah er keinen Ring, wusste er, warum er so schwach war. "Diese Arschlöcher", murmelte er, seine Stimme kalt, als er versuchte, wieder aufzustehen.