Maya lag reglos im Unterschlupf, während sie ihren Valiumrausch ausschlief. Ihr Atem war ruhig, gleichmäßig – ein seltener Moment der Stille in einem chaotischen Leben. Milo hatte es sich in einer Felsnische der Höhle gemütlich gemacht und döste vor sich hin, eingerahmt von kühlen Schatten und dem schwachen Licht, das den Höhleneingang beleuchtete. Remus, der scheinbar Wache hielt, war längst nicht mehr wirklich anwesend. Sein Körper mochte hier verweilen, doch seine Gedanken drifteten weit ab, zurück zu einem Tag, der ihn seit einem Jahrzehnt nicht mehr losließ. Besonders nicht an diesem Ort. Es war der Tag, an dem sein Halbbruder Cato das wahre Ausmaß seines Kleinmuts offenbart hatte. Zehn Jahre war es her, und doch fühlte es sich für Remus so frisch an wie eine Wunde, die nie vollstän

