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Der Abgelehnte Mond

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Fünf Jahre der Hingabe zerbrechen in Tausend Teile, als Jonah Rose ein weiteres Mal bei ihrer Paarungszeremonie im Stich lässt, um seine Jugendliebe Lucy zu trösten – eine fragile Wölfin, die bereits mehr als neunundneunzig Mal versucht hat, sich das Leben zu nehmen. In diesem Moment begreift Rose endlich die Wahrheit: Sie war niemals diejenige, die Jonahs Herz besaß.Zutiefst am Boden zerstört, aber entschlossen, bricht Rose alle Zelte mit dem Bloodhound-Rudel ab und geht fort, fest entschlossen, ihr Leben zurückzufordern und ganz neu anzufangen. Doch das Schicksal hat andere Pläne.Eine unbedachte, alkoholgetränkte Nacht verändert alles, als Rose sich in den Armen des unantastbarsten Alphas des gesamten Territoriums wiederfindet: Alek Pavlon, Jonahs geschworener Erzfeind und größter Konkurrent, der sich augenblicklich in sie verliebt und von ihr besessen ist.Was als ein Fehler beginnt, droht nun einen Krieg zwischen den Rudeln zu entfachen, tief vergrabene Begierden zu wecken und Rose dazu zu zwingen, sich zwischen dem Schmerz ihrer Vergangenheit und einer gefährlichen neuen Zukunft zu entscheiden.

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POV DE ROSE: Ich lächelte, als ich mir den zweiten Ohrring ansteckte, und freute mich darüber, wie sehr er funkelte. Heute ist meine Paarungszeremonie mit Jonah, und ich möchte so gut wie möglich aussehen. Meine Finger zitterten leicht, als ich ihn zurechtrückte, und mein Herz schlug schneller als gewöhnlich. Fünf Jahre des Wartens, fünf Jahre der Hoffnung… heute sollte sich das alles endlich auszahlen. Gerade als ich so dastand und mein Aussehen bewunderte, hörte ich gedämpfte Stimmen von draußen vor der Tür. Ich spitzte die Ohren, um das Gespräch mitzubekommen: „Wird die Hochzeit nicht etwas ganz Besonderes? Die ehemalige Rudelgefährtin des allmächtigen Jonah – Luna – will von der Bloodhound-Bergspitze springen.“ Mein Lächeln schwand langsam, meine Brust zog sich zusammen, als hätte sich dort etwas Scharfes hineingebohrt. Ich schnaubte, als ich den Namen „Lucy“ hörte. Natürlich versuchte sie mal wieder, sich umzubringen. Das ist jetzt was… das hundertste und millionste Mal, dass sie versucht, sich das Leben zu nehmen. Ich ballte die Kiefer zusammen, meine Nägel gruben sich in meine Handflächen, während die vertraute Bitterkeit meine Wirbelsäule hochkroch. So sehr ich mich auch bemühe, sie nicht zu hassen, sie überschritt immer wieder die Grenzen, die ich gesetzt hatte. Wenn sie schon unbedingt vom Berg stürzen musste, konnte sie dann nicht einfach warten, bis mein Paarungsritual vorbei ist, bevor sie Selbstmord begeht!? Der Gedanke drehte mir den Magen um; Schuldgefühle mischten sich mit Groll, weil ich selbst jetzt an sie dachte anstatt an mich selbst. Heute ist meine Paarungszeremonie mit Jonah, und ich wusste, dass sie irgendetwas abziehen würde. Sie liebt es einfach, sich selbst Schaden zuzufügen, und ich weiß weder warum noch wofür genau. Oder vielleicht liebte sie es auch einfach, mir wehzutun. Ich versuche seit fünf Jahren, mich an Jonah zu binden, und in diesen fünf Jahren endet immer jemand verletzt – und dreimal darfst du raten, wer… natürlich ist es Lucy. Wenn sie nicht gerade kopfüber an einem Baum hängt, läuft sie durch Flammen oder schluckt wahrscheinlich Gift, nur um Jonahs Aufmerksamkeit zu bekommen. Und glaub mir, wenn ich sie ansehe, sehe ich vor meinem inneren Auge nur Bilder, wie ich sie höchstpersönlich von einer Klippe stoße. Der Gedanke erschreckte mich selbst, aber die Wut hatte sich einfach schon zu lange angestaut. Und das Aufwühlendste von allem war, dass Jonah jedes Mal, wenn sie einen Aufstand machte, alles stehen und liegen ließ und losrannte, um sie zu retten, während ich einfach zu Hause saß und mich wie die Geliebte fühlte. Wie die Frau, die keine Rolle spielte. Wie die, die immer warten konnte. Aber das letzte Mal, als sie wieder ihren Trick mit dem vorgetäuschten Sterben abzog, versprach Jonah mir vor dem Gehen, dass es das absolut letzte Mal sein würde. Ich hoffe einfach, dass es wahr ist, weil ich ihm glaube. Ich hatte mich entschieden, ihm zu glauben, obwohl mich jeder Instinkt davor warnte. Und heute ist unsere Paarungszeremonie… nein, ich will jetzt nicht an das schlimmste Szenario denken. Ich zwang Luft in meine Lungen und versuchte, mich zu beruhigen. Ich fuhr mir mit den Händen durchs Haar und rückte meine Kleidung zurecht, bevor ich etwas hörte und innehielt. „Wenn sie vom Berg springen will, sollte sie einen Strick zum Erhängen in der Hand halten, kein Telefon!“ Mein Herz machte einen schmerzhaften Satz, als ich diese Stimme hörte. Ich drehte mich sofort um und sah Jonah draußen stehen. Er wusste nicht, dass ich hier war, sodass seine Stimme laut und deutlich zu hören war. Seine Stimme so zu hören, brachte meine Brust zum Schmerzen. Ich sah, wie er sich streckte und umdrehte, aber er schien meine Anwesenheit zu bemerken, denn er ging zu einem anderen Punkt und entfernte sich weiter. Ich hörte nicht mehr, was er sagte, aber es sollte dieser Hexenwölfin besser guttun, ihn in diesem Moment nicht anzurufen. Mein Atem wurde flach, während sich das Entsetzen tief in meinen Knochen festsetzte. Nicht lange danach sah ich, wie er in eine andere Richtung abbog. Er legte auf und kam herein, während ich ihn einfach durch den Spiegel vor mir beobachtete. Dann warf er mir einen stechenden Blick zu, und ich sah sofort weg. Plötzlich fühlte ich mich klein, als hätte ich allein durch meine Existenz etwas falsch gemacht. „Willst du den ganzen Tag da stehen und dich selbst anstarren? Bist du bereit für die Zeremonie?“ Ich lächelte ihn an, obwohl sich meine Lippen steif anfühlten, und er sah mich einfach mit ausdruckslosem Gesicht an. Dieses Lächeln wurde allmählich zu einer Gewohnheit – eine, die ich benutzte, um all das zu verbergen, was er niemals bemerkte. Jonah war schon immer so, er zeigt niemandem gegenüber Emotionen. Oder vielleicht zeigte er sie einfach mir gegenüber nie. Während wir durch den Gang zu dem Ort gingen, an dem unsere Paarungszeremonie stattfinden sollte, verspürte ich den Drang, etwas zu sagen: „Wir binden uns heute, Jonah.“ Er sah mich von der Seite an und sagte: „Das ist mir bewusst.“ Die Kälte seiner Antwort ließ mein Herz sinken, aber ich schluckte es hinunter. Als wir bei der Zeremonie ankamen und eintraten… ertönte sofort die Stimme des Rudel-Verkünders: „Heißen wir den Alpha des Bloodhound-Rudels und seine Luna zu ihrer Paarungszeremonie willkommen!“ Ich hörte das Heulen des Rudels, das uns willkommen hieß, und lächelte breit, während ich Hand in Hand mit Jonah dorthin ging, wo wir stehen sollten. Das sollte eigentlich der glücklichste Moment meines Lebens werden. „Nun werden wir…“ Die Stimme des Verkünders wurde augenblicklich durch das schrille Klingeln eines Telefons unterbrochen, und das ganze Rudel brach in Lachen aus. Ich fand es überhaupt nicht lustig, weil ich bereits wusste, wer anrief. Möge die Mondgöttin mir beistehen, wenn Jonah diesen Anruf entgegennahm – dann bin ich definitiv am Ende. Mein Herz schlug so laut, dass ich mir sicher war, jeder im Raum könne es hören. Der Rudel-Verkünder versuchte, die Peinlichkeit zu überspielen; es schien das erste Mal zu sein, dass er bei einer Paarungszeremonie unterbrochen wurde. Gerade als er den Mund öffnete, um etwas zu sagen, schnitt Jonahs Stimme ihm das Wort ab. „Was zur Hölle soll das heißen, sie springt von einem Berg!? Ich dachte, ich hätte dir gesagt, du sollst sie unter Kontrolle halten!?“ Alles um mich herum verschwamm. Ich drehte mich in seine Richtung, und es sah so aus, als würde gleich alles komplett den Bach runtergehen. Meine Finger ballten sich in meiner Handfläche, mein Körper bereitete sich bereits auf das Unvermeidliche vor. Ich beobachtete, wie er die Stirn in Falten legte, bevor er leise vor sich hin murmelte: „Versuch, sie mit irgendetwas abzulenken… wage es ja nicht, zuzulassen, dass sie sich verletzt, bis ich da bin, hörst du mich!?“ Er blickte nicht ein einziges Mal in meine Richtung und drehte sich um, um den Ort unserer Zeremonie zu verlassen. Ich klammerte mich sofort an seine Kleidung: „Jonah, du… du kannst nicht…“ Meine Stimme zitterte, die Verzweiflung brach sich Bahn. „Ich muss sie retten…“ Ich spürte, wie die Wut mir in die Kehle stieg, aber ich hielt sie zurück: „Um der Göttin willen, das ist unsere Paarungszeremonie! Sie lenkt uns hier nur ab.“ „Wage es nicht, diese Worte noch einmal in den Mund zu nehmen.“ Damit riss er meine Hände von seiner Kleidung und schickte sich an zu gehen. Die Zurückweisung tat mehr weh als jeder Schlag ins Gesicht. Ich biss mir vor Wut auf die Zähne: „Jonah, wenn du jetzt hier rausgehst, ist es für immer vorbei.“ Er drehte sich zu mir um und schnaubte, als wäre das, was ich gesagt hatte, ein einziger Witz für ihn: „Und wer sagt, dass mich das kümmert?“ Die Worte trafen mich mit voller Härte, und ich stieß ein leises Keuchen aus. Ich fühlte, wie etwas in meinem Inneren lautlos zerbrach, aber er musterte mich einfach nur von oben bis unten und sagte: „Versuch, das Rudel zu beruhigen. Ich komme wieder.“ Und so drehte er sich einfach um und überließ es mir, das Chaos zu regeln und mich wie immer wie eine IDIotin hinstellen zu lassen – wie jedes verdammte Mal. Ich blieb wie eingefroren da stehen, die Demütigung brannte in meinen Adern. Als er weg war, drehte ich mich zum Rudel um. Alle starrten mich völlig verwirrt an. Ich meine, warum sollte ein vernünftiger Alpha seine Luna bei der Paarungszeremonie stehenlassen? Das ist ein extrem ungewöhnliches Verhalten. Ich konnte bereits spüren, wie ihr Urteil über meine Haut kroch. Ich ging zum Rudel-Verkünder und sagte ihm, dass die Zeremonie abgesagt ist. Der Verkünder zog die Stirn in Falten, stellte aber keine Fragen. Er tat einfach, was ich ihm sagte. „Nun, es tut mir leid, dies verkünden zu müssen, aber die Paarungszeremonie wurde abgesagt.“

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