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1355 Words
POV de Rose: „Tante, das hier ist ein Krankenhaus. Die Blutbank hat alle Blutgruppen. Es gibt keine Notwendigkeit, ausgerechnet mein Blut zu nehmen“, sagte ich kalt, als wir im Krankenhaus ankamen und sie immer noch zischte und lästige Geräusche von sich gab. Ihr Gesicht war voller Zweifel und Sorge. Aber… Ich machte mir nicht die Mühe, sie noch einmal anzusehen. Stattdessen drehte ich mich zu Jonah um: „Ich habe übrigens auch schon alle meine Sachen gepackt. Denk daran, dass ich dir gesagt habe, dass ich das Rudel verlasse.“ „Gehst du wirklich?“, fragte Jonah nun schon zum siebten Mal heute und zog tief die Stirn in Falten. „Mädchen!“, mischte sich Jonahs Mutter in dem Moment ein, als sie es hörte, „Warum ziehst du hier so eine Show ab? Das habe ich doch gar nicht gemeint.“ Ich lächelte gleichgültig: „Tante, bitte passen Sie gut auf sich auf und ruhen Sie sich aus. Ich muss immer noch meine Sachen packen, also gehe ich jetzt als Erste.“ Nachdem ich das gesagt hatte, ignorierte ich die Gesichtsausdrücke aller Anwesenden, drehte mich um und ging. Gerade als ich den Aufzug betrat und die Türen sich schließen wollten, streckte sich plötzlich eine große Hand dazwischen. Die Aufzugstüren öffneten sich langsam wieder, und Jonah trat herein, er sah aus, als wäre er von einem Drachen erschlagen worden. Es kam selten vor, dass ich irgendeine Regung in Jonahs Augen sah. Das einzige Mal war, als er vom Rudel zu Boden gedrückt worden war. Den Blick in seinen Augen von damals würde ich für den Rest meines Lebens niemals vergessen. „Warum gehst du?“, fragte Jonah mich und starrte mich unverwandt an. „Liegt es an der Paarungszeremonie? Oder weil ich dich vorhin gebeten habe, Blut zu spenden?“ Er streckte die Hand aus und packte mich: „Ich habe mich doch schon bei dir wegen der Paarungszeremonie entschuldigt. Was die Bluttransfusion angeht, habe ich doch auch gesagt, dass ich jemand anderen finden werde und dich nicht zwingen will. Hör auf, so einen Aufstand zu machen, ja?“ Ich wollte schon fast lachen. Ich… mache einen Aufstand? Das war ja das Ding. Ich hatte noch nie einen Aufstand mit ihm gemacht. Egal, wie viel Ungerechtigkeit ich erlitt, ich ertrug sie immer ganz allein. „Jonah, ich bin müde. Kannst du mich einfach in Ruhe lassen?“, sagte ich und rieb mir die Stirn, während ich gleichzeitig einen stechenden Schmerz im Unterleib spürte. „Wenn du müde bist, kann ich dir eine Auszeit vom Rudel geben, damit du dich ausruhen kannst“, sagte Jonah stirnrunzelnd. „Jonah, du verstehst meinen Punkt einfach überhaupt nicht, wir…“ Bevor das Wort „Trennung“ meinen Mund verlassen konnte, vibrierte plötzlich sein Telefon. In dem Moment, als er ranging, war die weinerliche Stimme seiner Mutter über den Lautsprecher zu hören. „Jonah, irgendetwas stimmt nicht! Lucy ist plötzlich schon wieder in Ohnmacht gefallen. Komm schnell zurück!“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich leicht: „Alles klar, ich komme sofort.“ Nachdem er aufgelegt hatte, sah er mich unwillkürlich an: „Geh zurück in mein Haus und warte auf mich. Ich muss mit dir über etwas reden. Sobald ich hier fertig bin, komme ich sofort zu dir.“ Ohne meine Antwort abzuwarten, drehte er sich um und ging. Ich blieb stehen, wo ich war, und atmete tief durch. Die Aufzugstüren schlossen sich wieder. In dem engen Raum war nur noch ich. Die verspiegelten Wände reflektierten mein blasses Gesicht und meine kalten Augen. Im Grunde hatte ich ja ohnehin schon geplant, zu Jonahs Haus zu gehen, um meine Sachen zu packen. Da es nun so war, konnte ich die Dinge ebenso gut klarstellen und dem Ganzen ein für alle Mal ein Ende setzen. Schon ein paar Blocks später kam ich zu Hause an. Ich nahm mir sofort einen Karton und fing an, meine Sachen einzupacken. Der Prozess war viel schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte. An jedem Gegenstand hing eine Erinnerung, und jede Entscheidung fühlte sich an wie ein weiterer schmerzhafter Messerstich. Als ich ein Fotoalbum aus der Schublade des Nachttischs zog, zog ich leicht die Stirn in Falten. Ich setzte mich auf den Boden und blätterte es Seite für Seite durch. Auf den Fotos lächelte ich so glücklich, die Liebe in meinen Augen lief fast über. Ich schnalzte mit der Zunge und warf das Album beiseite. Gegen Morgen war ich mit dem Packen fertig. Ich stapelte die Kartons neben der Tür. Fünf Jahre Liebe, verpackt in nur wenige Pappkartons. Ich rief ein Umzugsunternehmen an, um alles zu meiner eigenen Wohnung zu transportieren. Als alles erledigt war, war Jonah immer noch nicht zurückgekehrt. Vielleicht, weil der Tag einfach zu hektisch gewesen war. Ich atmete aus, streckte mich und spürte plötzlich ein unangenehmes Gefühl im Magen. Erst da wurde mir klar, dass ich seit dem Mittagessen überhaupt nichts mehr gegessen hatte. Ich ging schnell in die Küche und machte mir eine Schüssel Nudeln. Aber nach dem Essen wurden die Magenschmerzen nur noch schlimmer. Dieser Schmerz war anders als sonst. Es war kein dumpfer Schmerz, sondern ein stechender Schmerz, der sich vom Magen bis in den rechten Unterbauch ausbreitete. Ich machte mich auf die Suche nach der Medikamentenbox. Ich kniete auf dem Wohnzimmerboden und wühlte in der Kiste, konnte aber das vertraute Fläschchen nicht finden. Der Schmerz wurde intensiver. Eine Welle von Übelkeit überrollte mich, und meine Sicht begann sich zu verdunkeln. Ich zwang mich aufzustehen und versuchte, mir ein Glas heißes Wasser einzuschenken, brach dabei aber fast zusammen. Ich stützte mich an der Wand ab, bewegte mich langsam in die Küche und trank ein Glas lauwarmes Wasser, aber es half nicht viel. Kalter Schweiß brach auf meinem gesamten Rücken aus, während ich mich auf dem Boden zusammenrollte. Mein Bewusstsein begann zu schwinden. Ich hielt den Schmerz aus und wählte den Notruf: „Hallo, hier ist…“ Aber als die Verbindung stand, ertönte Lucys Stimme aus dem Telefon: „Oh, liebe Rose, warum rufst du denn schon wieder an? Hast du nicht gesagt, dass du gehst? Ich wusste doch, dass du nur Spielchen spielst!“ Erst da bemerkte ich, dass ich die falsche Nummer gewählt hatte. Mein Notfallkontakt war schon immer Jonah gewesen. Aber ich hatte jetzt keine Kraft, mich mit Lucy zu streiten. Mein Magen fühlte sich an, als stünde er in Flammen: „Wo ist Jonah?“ Ich konnte ihr Grinsen am anderen Ende der Leitung förmlich spüren: „Ich bin vorhin in Ohnmacht gefallen und mein Magen tut weh. Jonah ist losgegangen, um braunen Zucker und Ingwer zu kaufen…“ Bevor sie den Satz beenden konnte, hatte ich bereits aufgelegt. Der September im Hochsommer hätte eigentlich die heißeste Zeit des Jahres sein müssen. Vielleicht war die Klimaanlage zu kalt eingestellt. Ich spürte, wie eiskalte Luft in meine Lungen strömte, was den Schmerz in meinem Bauch heftig aufflammen ließ. Ich klammerte mich an meine Brust, ohne zu wissen, ob mir mein Herz oder mein Magen mehr wehtat. Schon bald durchnässte der kalte Schweiß meinen Rücken. Ich strengte meine Augen an, um mein Telefon klar zu sehen, und wählte die 120: „Hallo… Bloodhound-Apartments, Gebäude 4, Zimmer 324… akute Bauchschmerzen…“ Nach dem Auflegen wurde der Schmerz so heftig, dass ich kaum noch atmen konnte. Bevor ich das Bewusstsein verlor, hörte ich das Geräusch von hereinstürmenden Schritten, Chaos dröhnte in meinen Ohren. Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich Ärzte in weißen Kitteln vor mir herumeilen. „Loslassschmerz im rechten Unterbauch. Es ist eine akute Blinddarmentzündung. Die Operation muss sofort durchgeführt werden.“ Es war also nicht mein Magen, es war mein Blinddarm. „Die Patientin braucht eine Notoperation. Schnell, sorgen Sie dafür, dass ein Angehöriger unterschreibt!“ Ich hatte zu große Schmerzen, um zu sprechen. Als die Krankenschwester herbeieilte, um nach einer Kontaktnummer von Angehörigen zu fragen, fragte ich nur schwach: „Kann ich selbst unterschreiben?“ „Keine Familie?“, fragte die Krankenschwester überrascht. „Nein.“ Die Krankenschwester sah mich mit einem Hauch von Mitgefühl an und reichte mir die Einverständniserklärung: „Dann unterschreiben Sie bitte hier.“
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