Der Bannungseffekt

1200 Words
Marina wachte unruhig auf. Die Bindung zu den drei Männern pulsierte in ihr wie ein lebendiges Wesen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie verborgen, wer sie war, aber jetzt war das unmöglich. Ihre Sirenenmagie regte sich bei jedem Gedanken, jedem Herzschlag, jeder Erinnerung an Dominic, Asher und Rafael. Sie versuchte, es zu unterdrücken und bei der Arbeit normal zu wirken. Sie hatte Berichte und Zeitpläne vorbereitet, doch ihre Gedanken schweiften immer wieder ab. Jedes Mal, wenn sie an sie dachte, zog sich ihre Brust zusammen, ihre Haut kribbelte und ihre Stimme juckte. Dominic erschien zuerst, als sie das Büro betrat. „Guten Morgen, Marina“, sagte er ruhig. „Sind Sie bereit für heute?“ „Ja, Sir“, antwortete sie und zwang ihre Stimme, ruhig zu bleiben. Sie konnte den Zug der Bindung spüren, selbst als er am anderen Ende des Raumes stand. „Du siehst angespannt aus“, sagte Asher von der Tür aus. „Nicht, dass es mich stört, es steht dir.“ Marina versuchte zu lächeln. „Ich bin nur konzentriert.“ Rafael trat näher, seine Augen dunkel und intensiv. „Konzentriert oder nicht, du kannst dich nicht vor uns verstecken. Wir können dich fühlen. Die Bindung ist real.“ Sie schluckte schwer. Sie konnte es spüren. Ihre Kräfte reagierten auf die Bindung wie eine Flut, die sie nicht aufhalten konnte. Die Magie in ihr regte sich und wollte ausbrechen. Dominic lehnte sich an ihren Schreibtisch. „Wir müssen verstehen, wie stark deine Kräfte sind.“ „Ich kann noch nicht alles zeigen“, sagte Marina leise. „Es ist zu gefährlich.“ „Du kannst es nicht allein kontrollieren“, sagte Asher. „Du brauchst uns. Die Bindung verbindet uns.“ Rafaels Stimme wurde tiefer. „Du musst nicht dagegen kämpfen. Wir sind hier. Vertrau uns.“ Marina presste die Hände auf ihren Mund, als ein leises Summen entwich. Die drei Männer erstarrten. Dominics Augen verengten sich, Ashers Grinsen wurde breiter, Rafaels Körper spannte sich an. Sie alle spürten die Magie, die von ihr ausging. „Siehst du“, sagte Dominic ruhig. „Wir können es fühlen. Du kannst dich nicht vor uns verstecken.“ „Ich versuche es“, flüsterte Marina. „Ich will niemandem wehtun.“ „Du wirst niemandem wehtun, wenn du uns helfen lässt“, sagte Rafael leise. „Du bist an uns gebunden. Das genügt.“ Während des Mittagessens schlich sie sich auf die Dachterrasse, um allein zu sein. Die Stadt war laut, aber der Zug der Bindung folgte ihr. Sie schloss die Augen und ließ ihre Magie aufsteigen. Ihre Sirenenkräfte kribbelten wie Feuer in ihren Adern. Selbst aus der Ferne konnte sie die drei spüren. „Du kannst nicht ewig dagegen kämpfen“, sagte Asher leise und erschien hinter ihr. „Die Bindung will anerkannt werden. Deine Macht erwacht.“ „Ich kann sie hier nicht freilassen“, flüsterte Marina. „Noch nicht.“ Rafael erschien als Nächster und trat näher. „Du musst dich nicht vor uns verstecken, Marina. Die Bindung ist ein Teil von dir. Ein Teil von uns. Mit ihr bist du stärker.“ Dominics ruhige Stimme gesellte sich dazu. „Wir werden dir helfen, sie zu kontrollieren. Aber du musst üben. Du kannst sie nicht für immer unterdrücken.“ Marina nickte langsam. Seine Worte gaben ihr Hoffnung, aber auch Angst. Sie hatte Jäger, Pflegeheime und eine Welt überlebt, die sie verschwinden sehen wollte. Jetzt war sie an drei mächtige Männer gebunden, und ihre Sirenenkräfte erwachten. Zurück im Büro versammelten sich die drei Männer um ihren Schreibtisch. „Wir müssen sehen, was du kannst“, sagte Dominic ruhig. „Ich kann nicht“, flüsterte sie. „Nicht hier. Noch nicht.“ „Wie Asher gesagt hat“, fügte Rafael hinzu. „Die Bindung wird dich früher oder später dazu bringen, es zu zeigen. Du kannst dich nicht verstecken.“ Ein leiser Laut entwich versehentlich ihren Lippen. Er war schwach, aber genug, um die drei Männer innehalten zu lassen. Dominics Augen verdunkelten sich. Ashers Grinsen wurde breiter. Rafaels Kiefer spannte sich an. Sie alle spürten es. „Du kannst nicht ewig dagegen kämpfen“, sagte Dominic ruhig. „Wir wissen, was du bist. Und wir werden dir helfen.“ „Ich… ich habe Angst“, flüsterte Marina. „Ich will niemandem wehtun.“ „Du wirst niemandem wehtun, wenn du uns vertraust“, sagte Rafael leise und sanft. „Wir sind deine Gefährten. Wir sind hier.“ Asher beugte sich näher. „Du bist stärker, als du glaubst. Lass dich von der Bindung leiten. Du wirst sie schneller kontrollieren, wenn du auf sie hörst.“ Marina presste wieder die Hände auf ihren Mund. Die Magie in ihr flammte auf. Sie konnte den Zug der Bindung spüren wie eine Flut, der sie nicht widerstehen konnte. Ihre Stimme wollte entkommen. Ihr Körper wollte sie rufen. Und ihr Verstand… wollte sich ergeben. In diesem Moment flackerten die Lichter im Büro. Marina erstarrte. Sie spürte den Zug der Bindung stärker, aber auch eine andere Präsenz war in der Nähe. Etwas Dunkles. Etwas Beobachtendes. Ihre Magie flammte instinktiv auf und warnte sie. „Was ist?“ fragte Dominic und verengte die Augen. „Ich weiß es nicht“, flüsterte sie. „Etwas ist hier. Etwas beobachtet uns.“ Asher richtete sich auf. „Übernatürliche Präsenz. Definitiv nicht freundlich.“ Rafael trat schützend näher zu Marina. „Bleib ruhig. Wir kümmern uns darum.“ Die Luft im Raum veränderte sich. Marina konnte die Spannung und die Gefahr spüren. Ihre Kräfte regten sich und reagierten auf die Bedrohung. Ihre Sirenenmagie wollte sie schützen, doch sie war noch nicht bereit, sie vollständig freizusetzen. Dominics ruhige Stimme durchbrach die Spannung. „Wir werden nachsehen. Du bleibst hier.“ „Nein“, sagte Marina fest. „Ich kann helfen. Ich kann es fühlen. Ich kann…“ „Du bist zu wertvoll, um allein ein Risiko einzugehen“, sagte Asher sanft. „Lass uns dich schützen.“ Rafael nickte. „Zusammen sind wir stärker. Du bist an uns gebunden, Marina. Das ist deine Stärke.“ Marinas Brust zog sich zusammen. Sie hatte noch nie eine solche Art von Schutz gespürt. Sie wollte rennen, sich verstecken, und doch fühlte sie sich zum ersten Mal seit Jahren sicher. Ihre Kräfte lebten, die Bindung war real, und die drei Männer waren ein Teil davon. Am Ende des Tages war Marina erschöpft. Ihr Herz raste. Ihr Körper kribbelte. Ihre Magie war auf eine Weise erwacht, wie sie es noch nie erlebt hatte. Ihr ganzes Leben hatte sie sich versteckt, aber jetzt konnte sie sich nicht mehr verstecken. Sie ging zu ihrem Auto und holte tief Luft. Die Lichter der Stadt spiegelten sich auf dem Asphalt. In ihrem Geist konnte sie sie spüren. Dominic, Asher, Rafael. Ihre Gefährten. Die Bindung zu ihnen war unbestreitbar. Und sie wusste, dass nichts jemals wieder so sein würde. Ihr ruhiges Leben war vorbei. Sie war Marina, die Sirene. Ihre Kräfte waren erwacht. Und die drei Männer, die ihre Feinde hätten sein sollen, waren nun ihre vorherbestimmten Gefährten. Und die Gefahr kam schneller, als sie es sich vorstellen konnte.
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD