Kapitel 4

1465 Words
Gabriella folgte Maria den Flur entlang, sie musste nicht zweimal hinsehen, um zu wissen, dass jedes letzte Detail auf dem Anwesen ein Vermögen kostet, von den Kunstwerken an der Wand bis hin zu den Fliesen und dem Marmorboden, der unter den weichen Lichtern schien. Die Eleganz des Ortes war unbestreitbar, aber es tat nichts, um die Enge in ihrer Brust zu lindern. Jeder Schritt, den sie machte, fühlte sich schwer an, belastet von der Realität ihrer Situation. Wie konnte ihr Vater sie verkaufen, als wäre sie ein Stück Fleisch? Wie konnte er? Sie kannte seine Geschäfte, wenn es um Alkohol und Glücksspiel ging, aber sie war nie in irgendetwas davon verwickelt gewesen. Maria führte sie zu einem Raum am Ende eines langen Korridors. Sie öffnete die Tür und enthüllte einen Raum, der luxuriöser war als jeder Raum, in dem Gabriella je gewesen war. Das Bett war groß, mit weichen, einladenden Laken. Es gab ein Fenster, das einen Blick auf die weiten Gärten des Anwesens bot, und für einen Moment ließ sich Gabriella von der Schönheit von allem ablenken. "Das wird dein Zimmer sein", sagte Maria, ihre Stimme war sanft. "Du wirst Kleidung im Schrank finden. Wenn Sie noch etwas brauchen, lassen Sie es mich einfach wissen." Gabriella nickte und verarbeitet immer noch alles. "Danke", schaffte sie es zu sagen, ihre Stimme kaum über einem Flüstern. Sie wusste, dass sie niemandem vertrauen konnte, aber wenn sie hier raus musste, brauchte sie jemanden, der die Besonderheiten des Anwesens kannte, und Maria sah aus wie die richtige Person. "Gern geschehen, Ma'am", antwortete Maria. "Ähm... mein Name ist Gabriella", korrigierte Gabriella ihr unangenehmes Gefühl, indem sie Madam genannt wurde. "Sehr gut. Gabriella", schenkte sie Gabriella ein sympathisches Lächeln, bevor sie sie in Ruhe ließ und die Tür hinter ihr schloss. In dem Moment, in dem die Tür zuklickte, zerbröckelte die Fassade der Kraft, die Gabriella gehalten hatte. Sie rutschte gegen die Tür und wickelte ihre Arme um meine Knie. Sie versuchte, ihre Tränen zurückzuhalten, aber ich fand sie stattdessen weinend. Als sie dort saß, der kalte Boden unter ihr und die Geräusche des großen Anwesens, die im Hintergrund verblassten, drehten sich ihre Gedanken. Wie hat ihr Leben eine so unerwartete Wendung genommen? Ihr Vater, die Person, die sie beschützen sollte, hatte mich in eine Situation geworfen, die sie sich nie vorgestellt hatte. Die Realität, in seinen Geschäftsbeziehungen als Ware behandelt zu werden, war zu viel, um sie zu ertragen. Sie wischte sich die Tränen ab und stand auf, ihre Entschlossenheit verhärtete sich. Sie musste diesen Ort verstehen und ihre Umgebung kennen, wenn sie einen Ausweg aus dieser Situation finden wollte. Sie konnte sich jetzt nicht schwach verhalten, egal wie deprimierend die Situation war. Zuerst beschloss sie, den Raum gründlicher zu erkunden. Der Schrank war voller Kleidung, die aussah, als wären sie nie getragen worden, alle in Stilen, die sie sich nicht einmal leisten konnte. Sie drängte über den Luxus hinaus und suchte nach allem, was nützlich sein könnte. Im Hintergrund versteckt, fand sie einen kleinen, schlichten Rucksack. Es war nicht viel, aber es war etwas, das sie verwenden konnte, um das Nötigste zu tragen, wenn sie eine Gelegenheit zur Flucht fand. Als nächstes ging sie zum Fenster und studierte die Gärten darunter. Es war wunderschön, aber noch wichtiger war, dass der Garten riesig war. Es muss einen Ausweg durch sie geben, vielleicht einen Weg oder ein verstecktes Tor. Die Idee, in die Gärten zu fliehen, begann einen Plan in ihrem Kopf zu bilden. Wenn sie einfach nach draußen in die Gärten gehen könnte, stiehlte sich ein Lächeln auf ihre Lippen, als ihr ein Plan in den Sinn kam. Ohne Marias Hilfe wäre sie in der Lage, den Plan zu verwirklichen, alles, was sie brauchte, war, sich darauf vorzubereiten. Sie eilte zurück in den Schrank, um nach etwas zum Anziehen zu suchen, etwas, das für sie leichter zu entkommen wäre als das abscheuliche Kleid an ihrem Körper. Sie fand eine blaue Jeans und schwarze lange Ärmel, perfekt zum Laufen. Der Stoff fühlte sich robust und langlebig an, aber bequem genug, um sich leise zu bewegen. Sie zog sich schnell um und warf das Kleid weg, das sich wie ein Symbol ihrer Gefangenschaft anfühlte. Als sie ein Paar stabile Stiefel schnürte, die sie unten im Schrank gefunden hatte, konnte sie nicht anders, als einen Funken Hoffnung zu spüren. So gekleidet. Sie holte einen tiefen Atemzug und versuchte, ihr rasendes Herz zu stabilisieren. Der Gedanke, zu fliehen, Enzo Savianos Worte zu trotzen, war sowohl berauschend als auch erschreckend. Sie wusste, dass sie versuchte, sich ihm zu stellen, aber es gab etwas an seinem Blick, eine Intensität in seinen Augen, die sie gebrochen hätte, wenn sie es ihm erlaubt hätte. Sie schaute sich noch einmal im Raum um und stellte sicher, dass sie nichts verpasst hatte, was ihr bei der Flucht helfen könnte, aber sie fand nichts. Es ist nicht so, dass sie daran denken würden, etwas zu setzen, um ihr die Flucht in Sichtweite zu erleichtern. Sie saß auf der Bettkante und nahm sich einen Moment Zeit, um ihre Gedanken zu sammeln. Sie erinnerte sich an den Plan, in den Garten zu gehen und zu entkommen. Sie holte tief Luft und stieg es langsam aus, um den Sturm der Gefühle in ihr zu beruhigen. Der Plan schien einfach, aber sie wusste, dass es nicht einfach sein würde. Das Anwesen war wahrscheinlich stark bewacht, und sie musste bei jedem Schritt vorsichtig sein. Sie stand auf und öffnete leise die Tür, um sicherzustellen, dass die Küste frei war, bevor sie in den Flur ging. Das Herrenhaus fühlte sich an wie ein Labyrinth, aber sie erinnerte sich an die Art und Weise, wie Maria sie früher mitnahm. Sie hielt sich in den Schatten und vermied es, gesehen zu werden, aber ihr Herz schlug so laut. Angst, dass es jemand hören würde, legte sie ihre Hand auf ihre Brust. Sie erreichte schließlich die Hintertür, die sie entdeckt hatte, als sie mit Maria kam. Mit dem Wort EXIT kühn darauf geschrieben, wusste sie, dass es nur nach draußen führen würde oder vielleicht auch nicht, aber es war zu spät, um jetzt umzukehen. Sanft drehte sie den Knopf, ihr Atem hielt sich vor Vorfreude fest. Die Tür gab mit einem leisen Klicken nach, und sie trat in die kühle Nachmittagsluft. Der Garten erstreckte sich vor ihr und badete in der sengenden Sonne. Es war noch prächtiger, als es aus ihrem Fenster aussah, ein weitläufiges Labyrinth aus Blumen, Hecken und Statuen, die im sonnigen Schein zum Leben zu erwachen scheinen. Für einen Moment war sie von der Schönheit davon fasziniert, aber die Dringlichkeit ihrer Situation zog sie zurück in die Realität. Sie schloss die Tür sanft hinter sich und begann, sich durch den Garten zu bahnen, aber sie kam zum Stillstand, als sie bemerkte, dass einige Männer in schwarzen Anzügen in der Ferne sprachen. Ihr Herz begann noch schneller zu rasen, als sie die Männer in schwarzen Anzügen sah. Sie müssen Teil von Enzo Savianos Sicherheitsteam sein, dachte sie sich. Ihr erster Instinkt war, zurück in die Sicherheit ihres Zimmers zu rennen, aber sie wusste, dass das keine Option war, wenn sie jemals ihre Freiheit zurückgewinnen wollte. Schnell duckte sie sich hinter eine große Engelsstatue und hielt den Atem an, als sie versuchte, ihrem Gespräch zuzuhören, in der Hoffnung, Informationen zu sammeln, die ihr helfen könnten. Aber ihre Stimmen waren gedämpft, und sie konnte ihre Worte aus der Ferne nicht ausmachen. Sie erkannte, dass sie klug sein musste. Sie konnte nicht einfach durch den Garten eilen; es war zu riskant. Sie musste sich heimlich bewegen und die Statuen und Büsche als Deckung benutzen, um nicht entdeckt zu werden. Sie holte tief Luft, um ihre Nerven und ihr rasendes Herz zu beruhigen, und wartete geduldig darauf, dass sich die Männer weiter entfernten, bevor sie sich wieder bewegte. Sie hielt sich niedrig und bewegte sich von einem Versteck zum anderen, wobei ihre Augen ständig den Bereich nach mehr Sicherheitsleuten durchsuchten. Als sie sich durch den Garten machte, blieb sie in höchster Alarmbereitschaft. Man rutscht aus und das alles wäre umsonst. Die Sonne war unerbittlich, und die Hitze begann sie zu erreichen, aber sie drängte sich durch, getrieben von dem Gedanken, diesem Ort zu entkommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit entdeckte sie endlich ein verstecktes Tor. Es war mit überwucherten Reben bedeckt, so dass es für jeden, der nicht wusste, dass es dort war, fast unsichtbar war. Ihr Herz hüpfte vor Hoffnung, als sie sich dem Tor näherte. Vorsichtig schob sie die Reben beiseite und versuchte den Riegel. Zu ihrer Erleichterung ist es entsperrt. Warum wurde es entsperrt? Oder war das Schloss schlecht und sie haben es nicht bemerkt? Sie hörte plötzlich Stimmen, die im Hintergrund sprachen, und sie gab ihr keine weitere Sekunde. Sie öffnete das Tor und machte einen Lauf dafür.
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