Kapitel 5

1351 Words
Gabriella sprintete durch das Tor, das schwere Geräusch ihrer Stiefel auf dem Kies hallte hinter ihr wider. Sie wagte es nicht, zurückzublicken, aus Angst, dass sie, wenn sie es täte, ihre Entschlossenheit verlieren würde. Die üppigen Gärten wichen einem dichten Wald, die Bäume bildeten ein dickes Baldachin über dem Kopf. Branches streckte sich wie umklammernde Hände aus und versuchte, sie zu verlangsamen, aber sie kämpfte gegen ihren Widerstand, entschlossen, den Fängen von Enzo Saviano und seinem verdammten Anwesen zu entkommen. Sie drängte sich durch den Unterholz, ihre Beine brannten und ihre Lungen schrien nach Luft. Angst und Adrenalin pumpen durch sie und geben ihr die Kraft, weiterzumachen. Als sie rannte, konnte sie das Geräusch von Schritten hören, die hinter ihr hämmerten. Sie gewannen an ihr, und sie wusste, dass sie dieses Tempo nicht ewig halten konnte. Verzweiflung befeuerte ihre Flucht, und sie stolperte über einen schmalen Weg, der tiefer in den Wald führte. Sie nahm den Weg ohne zu zögern, in der Hoffnung, dass er sie in Sicherheit bringen würde, aber sie stolperte über einen Ast und fiel zu Boden. "Autsch", stöhnte sie vor Schmerz und schlug sich zuerst den Kopf auf den Boden. "Schau, wen wir hier haben", hörte sie eine unbekannte Stimme hinter sich kichern. Mit einem Ruck der Angst kletterte sie zu meinen Füßen und ignorierte den pochenden Schmerz in ihrem Kopf. Sie drehte sich um, um der Quelle der Stimme zu begegnen, ihr Herz pochte wie eine Trommel in ihrer Brust. Dort stand zwischen den Bäumen mit einem Grinsen im Gesicht ein Mann, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Er war groß, mit blauen Haaren und Augen, die vor Amüsat über ihre Notlage zu funkeln schienen. "Verloren, sind wir?" Fragte er seine Stimme mit einem spöttischen Ton. Sie zog sich langsam zurück, weil sie ihm nicht zeigen wollte, wie verängstigt sie war. "Ich bin nur auf der Durchreise", sagte sie und versuchte, ihre Stimme ruhig zu halten. Der Mann lachte über ein Geräusch, das ihr Schauer über den Rücken schickte. "Dies ist kein Ort, an dem die Leute einfach 'durchgehen'", sagte er, als er näher kam. "Vor allem nicht um diese Stunde, wenn wir jetzt vom Anwesen der Saviano weglaufen, oder?" Ihr Herz sank. Woher wusste er, dass sie weglief? War er einer von Enzos Leuten? Eine Welle der Panik überschwemt sie. Sie konnte nicht erwischt werden, nicht jetzt. "Ich weiß nicht, wovon du sprichst", hat sie gelogen und einen weiteren Schritt zurückgetreten. Er hob eine Augenbraue, offensichtlich nicht getäuscht. "Komm schon, wir wissen beide, warum du hier bist. Du bist ihr Schatten, nicht nicht?" "Was?" Die Frage des Mannes verwirrte sie, aber sie hatte keine Zeit, über seine Worte nachzudenken. Ihr Verstand raste und versuchte, einen Ausweg aus der Situation zu finden. Das Letzte, was sie brauchte, war, erwischt und zurück zu diesem Anwesen gezogen zu werden, aber es gab etwas in seinem Ton, das keine Bedrohung schrie, aber sie konnte nicht vorsichtig genug sein. "Schatten? Ich weiß nicht, wovon du sprichst", beharrte sie und hoffte, dass ihre Stimme die Angst und Verwirrung, die in ihr wirbelten, nicht verrät. "Ich muss wirklich gehen." Sie wollte an ihm vorbeiziehen, aber er trat zur Seite und versperrte ihr den Weg. "Du gehst nirgendwo hin, Hübsche", sagte er, sein Gesichtsausdruck war jetzt ernst. Die Belustigung hatte seine Augen verlassen, ersetzt durch einen gemeinen Blick. Er packte sie am Arm und riss sie zu sich. "Lass mich los", schrie sie und schlug ihm ins Gesicht. Die Ohrfeige schien beide zu überraschen. Für einen Moment lockerte sich der Griff des Mannes, und Gabriella sah einen Blitz von etwas - Wut, Schock, vielleicht ein Hauch von Respekt - in seinen Augen. Dann war es genauso schnell weg, ersetzt durch dasselbe, ärgerliche Grinsen. "Du hast Geist, das gebe ich dir", sagte er und rieb seine Wange, wo ihre Hand Kontakt auf sich hatte. Er versuchte nicht, sie wieder zu packen, aber er ging ihr auch nicht aus dem Weg. "Aber du bist über deinen Kopf und rennst durch diese Wälder. Savianos Männer sind die geringste deiner Sorgen hier draußen." Seine Worte schickten eine neue Welle der Angst durch Gabriella. Was könnte schlimmer sein als Enzo Savianos Männer in diesen Wäldern? Der Mann griff in seine Tasche und was er herausbrachte, ließ Gabriella zurücktaumen und fiel fast zu Boden. "Jetzt hör zu, ich weiß, dass du ihr Schatten bist und du wirst tun, was ich sage", warnte er und richtete eine Waffe auf sie. "Ich... Ich...." Gabriella stotterte und konnte sich nicht dazu durchringen zu erklären, dass sie diesen Schatten, von dem er sprach, nicht kannte. "Alles, was ich brauche, ist das Paket in deiner Hand und ein kleiner Tipp für Enzo Savianos nächste Lieferung", hielt er inne, seine Augen bohrten sich in ihre und warteten auf ihre Antwort. Sie sah ihn nervös an, verwirrt, was sie als nächstes tun sollte. Wollte er sie töten? "Ich... Ich weiß nichts über Lieferungen", stotterte sie, die Wahrheit ertonte klar in ihrer Stimme. Die Angst vor der auf sie gerichteten Waffe ließ ihr Herz rasen, aber es gab auch eine verzweifelte Verwirrung. Was will dieser Mann? Wie hat sich diese einfache Flucht in ein verworrenes Durcheinander verwandelt? Der Gesichtsausdruck des Mannes verhärtete sich, und er trat näher, die Waffe war immer noch auf sie gerichtet. "Spiele keine Spiele mit mir. Du bist in Savianos innerem Kreis, nicht wahr? Der Schatten, der sich unsichtbewegt, ich habe einen Tipp über dich und meine Quelle ist nie falsch." Gabriella schüttelte den Kopf und versuchte, seine Anschuldigungen zu verstehen. "Ich bin nicht... Ich versuche nur wegzukommen. Ich weiß nichts darüber, wovon du sprichst!" Ihre Stimme brach mit der Belastung ihrer Angst und der Frustration, nicht zu verstehen, warum dies geschah. "Es ist besser, wenn du aufhörst zu lügen und das Paket übergibst, sonst wird das nicht gut für dich enden", warnte er diesmal mit der Waffe und machte ein Klickgeräusch, das wie ein schreckliches Versprechen durch die Stille des Waldes widerhallte. Die Ernsthaftigkeit in seinem Ton und die unmittelbare Gefahr, in der sie sich befand, ließ sie erfrieren. Sie hatte noch nie in ihrem Leben mehr Angst gehabt, aber gleichzeitig weigerte sich ein Teil von ihr, der Angst nachzugeben, von der sie wusste, dass sie da raus musste. Ich kann so nicht sterben, nein. Als ihr Herz gegen ihren Brustkorb schlug, griff sie langsam in ihre Jacke und gab vor, das sogenannte Paket zu bekommen, von dem er behauptete, dass sie es hatte. Seine Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln bei ihrer Aktion, als sie ihre Hand herauszog und nichts in die Luft warf, verließen seine Augen ihre, um zu sehen, was sie geworfen hatte, und Gabriella zögerte nicht, dafür in die andere Richtung zu rennen Ihr plötzlicher Ansturm überraschte ihn, und für einen Moment war er zu betäubt, um zu reagieren. Gabriella konnte hören, wie er hinter ihr laut fluchte, und dann das Geräusch, als er durch das Unterholz stürzte, während er verfolgte. Die Angst treibt sie schneller an, der Gedanke an diese Waffe und die kalte Entschlossenheit des Mannes, sie nicht entkommen zu lassen, erschreckten sie. Sie machte eine Abzweigung und stürzte in etwas Hartes. Sie heuchte, als sie aufblickte, um Enzo Savianos Augen zu treffen. "Und wo denkst du, dass du gehst, unser hübscher Köder?" Er fragte und packte sie fest am Arm. Köder? Seine Augen verengten sich auf sie, und er trat näher, ein bedrohliches Lächeln spielte auf seinen Lippen. "Dachtest du, du könntest mir so leicht entkommen?" Sie schüttelte den Kopf und versuchte, sich zurückzuzuken, aber stattdessen spürte sie einen harten Schlag auf ihrem Hinterkopf. Sie fiel zu Boden, sofort geschwächt durch die Wirkung von allem, was auf ihren Hinterkopf geschlagen wurde. Als sie in einen unbewussten Zustand verfiel und die Dunkelheit ihre Vision übernahm, ging Enzo hinüber und starrte sie an: "Lass sie eine Weile hier bleiben, sie wird den Rest herauslochen." Als die Dunkelheit sie umhüllte, war das Letzte, was sie registrierte, der kalte, harte Boden unter ihr, Enzo Savianos Stimme, die in die Ferne verblasste, und die Erkenntnis, dass sie als Köder benutzt worden war und er wusste, dass sie entkommen würde.
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD