CHRISTIANS S. I.
Eine ganze Weile stand ich wie erstarrt da, das Herz hämmerte in meiner Brust, während ich dem Weg nachsah, den sie genommen hatte. Die Tür zum Dach blieb offen stehen – sie hatte sich nicht einmal die Zeit genommen, sie hinter sich zuzuschlagen.
Langsam setzte ich mich auf die Kante, vergrub das Gesicht in meinen Händen.
Was habe ich getan? Die Realität von allem, dem ich verzweifelt zu entkommen versucht hatte, brandete in Wellen über mich herein.
Mein Vater, der so zusammengebrochen war. Er war ein sturer Mann. War er schon immer gewesen. Ihn so zerbrechlich in diesen weißen Laken zu sehen, hatte etwas tief in mir zerbrochen, und ich hasste es.
Und dann sein Angebot, mir die Firma zu übergeben – nachdem ich mein ganzes Leben lang der überflüssige Sohn gewesen war, den man nur behalten hatte, weil es nichts anderes mit mir anzufangen gab.
Meine Fäuste ballten sich fest zusammen, während meine Gedanken langsam zu Elena zurückdrifteten. Für einen kurzen Moment hatte ich die Weichheit ihrer Lippen auf meinen gespürt, und so sehr ich es auch hasste – es hatte sich verdammt richtig angefühlt.
Plötzlich klingelte mein Handy. Ich griff danach und hoffte, es wäre Elena, die mich anschreien wollte, ich solle von der Kante wegkommen. Stattdessen war es Colin.
„Hallo?“
„Young Master“, sagte Colin. „Es gibt etwas, das Sie über die neue Leibwächterin wissen sollten. Es ist dringend.“