**ELEANORS S. I.**
„Christian“, sagte ich, meine Stimme dünn vor Sorge und Verärgerung. Ich wusste nicht genau, was hinter diesen Türen vorgefallen war, um ihn derart aus der Fassung zu bringen, aber was auch immer es gewesen war – es rechtfertigte keine so haltlose Reaktion. „Komm da runter. Die Stelle ist gefährlich. Komm sofort herunter.“
Er zuckte nur leicht mit den Schultern und griff erneut nach der Flasche, gefährlich schwankend. Ich trat rasch vor, die Brust schwer atmend, während mein Blick immer wieder zu seinen Beinen huschte.
„Warum?“, fragte er, seine Stimme gedehnt in einem dunklen, trägen Tonfall. „Ich meine, wenn ich runterspringe, musst du nicht länger so tun, als würde dir dieser bescheuerte Job gefallen. Du musst nicht länger so tun, als müsstest du mich beschützen!“
Er lachte leise und bitter auf. „Sag schon. Siehst du in mir auch nur die wertlose Hülle, die alle anderen sehen? Ist das der Grund, warum du immer so verdammt genervt wirkst, wenn du in meiner Nähe sein musst?“
Ich kniff mir hart in die Nasenwurzel, die Finger zu Fäusten geballt. „Ich bin deine Leibwächterin, und deshalb bin ich hier. Ich bin weder dein emotionaler Teddybär noch deine Therapeutin.“
Seine Augen weiteten sich, und für eine Sekunde dachte ich wirklich, er würde springen. Stattdessen stieg er vom Rand herunter und überbrückte die Distanz zwischen uns mit wenigen Schritten. Bevor ich zurückweichen und Abstand schaffen konnte, packte er mein Gesicht. Seine Hände waren warm an meinen Wangen – und er küsste mich.