Das erste Licht der Morgendämmerung tauchte das Mondsteinheiligtum in Gold- und Rosatöne. Sanfter Wind strich durch die zerbrochenen Blätter und flüsterte ein Wiegenlied, das das Land seit Jahren nicht gehört hatte—Frieden. Fragil, zart, aber echt. Aria stand auf dem Grat und blickte ins Tal hinab, die Arme verschränkt, während Sonnenstrahlen ihre Haut küssten. Ihr Haar flatterte um ihr Gesicht, und die letzten Reste des Sternenlichts klammerten sich an ihre Fingerspitzen. Hinter ihr bewegte sich der Kreis leise durch die Ruinen des Heiligtums, half den Verwundeten, baute wieder auf, was in Flammen und Wut verbrannt war. Seit Maras Niederlage hatte sie nicht geschlafen. Denn sie wusste: Die Schlacht mochte vorbei sein—doch der Krieg war noch lange nicht beendet. Hinter ihr näherten sic

