Die erste Sonne des Frühlings kroch langsam über den Horizont und tauchte die Berge von Valorin in ein goldenes Licht. Tausende von Rosen standen in voller Blüte; ihr Duft erfüllte die Luft und vermischte sich mit dem süßen Klang von Vogelgesang. Für viele war dies ein normaler Morgen – ein weiterer friedlicher Tag im Königreich. Doch für Aria fühlte es sich an, als würde der Himmel selbst eine neue Geschichte schreiben. Sie stand hoch oben auf dem Balkon des Hohen Tempels, ihre Finger ruhten sanft auf der kalten Steinbrüstung. Sie sah dabei zu, wie das Licht die Welt wachküsste, und ein kleines, bittersüßes Lächeln berührte ihre Lippen. „Es ist soweit“, flüsterte sie. Hinter ihr schwankte Joren, immer noch schlaftrunken, während er sich am Türrahmen festhielt. Sein Haar war zerzaust,

