Zerbrochene Spiegel

1359 Words

Der Wald war unheimlich still, als Aria Elena jenseits der schützenden Runen des Heiligtums folgte. Mit jedem Schritt wurde die Luft kälter, flüsterte von Geheimnissen und unsichtbaren Augen. Über ihnen drang Mondlicht in dünnen, silbrigen Strahlen durch die Blätter, warf zerbrochene Schatten auf den Waldboden. Sie gingen schweigend, bis Elena an einem Grat stehenblieb, wo die Klippe steil in ein nebelgefülltes Tal abfiel. Es war ein Ort, an den sich Aria aus ihrer Kindheit erinnerte – ein geheimer Aussichtspunkt, den sie einst „Flüsterkannte“ genannt hatten, wo sie sich Träume und Geheimnisse erzählten, wo Lachen wie Glocken durch die Bäume hallte. Elena stand mit verschränkten Armen, Rücken gerade, aber zitternd. Der Mond fing die Linie ihres Kiefers ein, ihr Gesicht war schwer zu lese

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