bc

Gefährten im Blut und Schnee

book_age16+
3
FOLLOW
1K
READ
dark
werewolves
pack
rejected
like
intro-logo
Blurb

Sie war nie markiert. Nie gewollt. Nie gesehen. Bis der grausamste Alpha der Berge sie einmal ansah und das Unmögliche geschah: ein Gefährtenband, das die Mondgöttin selbst in ihre Haut brannte. Nun muss Lina zwischen der Schwester, die sie liebt, und dem brutalen Mann, der sie beansprucht, wählen. Ein falsches Bündnis. Ein vergifteter Biss. Ein Duell auf gefrorenem Eis. Und eine Leidenschaft, die Rudel zerreißen oder retten kann. Wenn Liebe mit Blut erkauft wird, wer überlebt den Morgen?

chap-preview
Free preview
Kapitel 1: Der Schatten der Mondsichel
In den kalten Hallen des Rudels von Schwarzwaldhof war Lina schon immer nur ein Geist gewesen. Niemand sprach ihren Namen laut aus, es sei denn, es gab Arbeit zu erledigen. „Lina, hol Holz!“, „Lina, schrub die Böden!“, „Lina, verschwinde aus den Augen!“ So hallten die Befehle durch die Gänge, seit sie laufen konnte. Sie war die Bastardtochter des Alphas Rudolf, geboren aus einer flüchtigen Verbindung mit einer Menschenfrau, die längst vergessen war. Kein heiliges Mondsichelmal zierte ihre linke Schulter, jenes silberne Zeichen, das die Gunst der Mondgöttin verkündete. Ohne es war sie nichts. Unsichtbar. Wertlos. Ihre Halbschwester Selma hingegen trug das Mal wie eine Krone. Es schimmerte bei jedem Vollmond, ein perfekter Halbmond aus purem Silber auf makelloser Haut. Selma war schön, mit goldenem Haar, das wie Sonnenstrahlen fiel, und Augen so blau wie der klare Winterhimmel. Sie war die Auserwählte, die zukünftige Luna, die das Rudel in eine neue Ära führen würde. Alle liebten sie. Alle außer Lina. Und doch war Selma die Einzige, die je Freundlichkeit gezeigt hatte. Vor Jahren, als Lina noch ein Kind war und in der Küche schmutzige Teller stapelte, hatte Selma ihr heimlich ein Stück Brot zugesteckt. „Iss das schnell, bevor Vater es sieht“, hatte sie geflüstert. Seitdem war da eine stille Verbindung zwischen ihnen, zerbrechlich wie Eis auf einem See. Lina würde alles tun, um Selma zu schützen. Alles. An diesem Abend hing der Vollmond schwer am Himmel, ein riesiger Kreis aus kaltem Licht, der durch die hohen Fenster des großen Saals fiel. Das Rudel versammelte sich zur traditionellen Mondnachtfeier. Die Luft roch nach brennendem Holz, gebratenem Fleisch und dem scharfen Duft von Erregung. Die Wölfe spürten die Kraft der Nacht in ihren Adern, ein Prickeln unter der Haut, das zum Wandel drängte. Lina stand in der Ecke, unsichtbar wie immer, mit einem Tablett voller Becher in den Händen. Sie trug das einfache graue Kleid der Dienerinnen, das Haar streng zurückgebunden. Ihre Augen, grau wie Gewitterwolken, huschten über die Menge. Sie suchte Selma. Dort drüben, umgeben von Bewunderern, lachte ihre Schwester hell und klar. Das Mondsichelmal leuchtete sanft durch den dünnen Stoff ihres weißen Kleides. Dann trat er ein. Viktor. Der Erbe des benachbarten Rudels von Eisenfels. Groß, breitschultrig, mit Haaren so schwarz wie die Nacht und Augen von einem stürmischen Grau, das an Gewitterwolken erinnerte. Er bewegte sich wie ein Raubtier, das wusste, dass alle Beute ihm gehörte. Die Luft im Saal veränderte sich sofort. Gespräche verstummten. Selbst die ältesten Krieger senkten den Blick. Viktor war berüchtigt. Grausam. Unerbittlich. Man sagte, er habe schon als Junge seinen ersten Herausforderer getötet, ohne zu zögern. Und nun war er hier, um das Bündnis zu besiegeln. Durch eine Paarung. Lina spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Sie hatte Gerüchte gehört. Rudolf plante, Selma an Viktor zu geben. Die perfekte Luna für den perfekten Alpha. Ein Bündnis, das beide Rudel unbesiegbar machen würde. Doch etwas an Viktors Blick, als er Selma musterte, ließ Übelkeit in Linas Magen aufsteigen. Es war kein Verlangen. Es war Berechnung. Sie zog sich weiter in die Schatten zurück, als Viktor das Wort ergriff. Seine Stimme war tief, rau wie Kies unter Stiefeln. „Alpha Rudolf“, begann er, „die Zeit für Worte ist vorbei. Mein Rudel braucht Stärke. Euer Rudel braucht Schutz. Die Paarung wird das Siegel sein.“ Rudolf nickte zufrieden. Sein Gesicht, gezeichnet von Jahren der Herrschaft, verzog sich zu einem Lächeln. „Meine Tochter Selma ist bereit. Das Mondsichelmal beweist ihre Würdigkeit.“ Viktor wandte den Kopf. Sein Blick glitt über Selma, dann weiter. Lina erstarrte. Für einen winzigen Moment schien es, als hätte er sie gesehen. Aber nein. Unmöglich. Sie war unsichtbar. Später, als das Fest in vollem Gange war und der Wein floss, schlich Lina durch die Gänge zu den privaten Gemächern. Sie wollte Selma warnen, falls etwas nicht stimmte. Die Tür zum Arbeitszimmer des Alphas stand einen Spalt offen. Stimmen drangen heraus. Tiefe, männliche Stimmen. Lina drückte sich gegen die Wand, das Herz hämmernd. Sie sollte gehen. Aber sie blieb. „...die Kleine ist perfekt“, sagte Rudolf. „Schön, gehorsam, markiert. Sie wird dir starke Welpen schenken.“ Viktors Lachen war kalt. „Ja. Aber ich brauche mehr als das. Ich brauche einen Erben, der unangefochten ist. Und dann...“ Er machte eine Pause. „Dann werde ich sie entsorgen.“ Lina hielt den Atem an. „Entsorgen?“, fragte Rudolf scharf. „Nach der Paarungszeremonie. Sobald sie trächtig ist. Eine Luna, die nur Zuchtstute ist, hat ihren Zweck erfüllt. Ich werde sie in die Wälder schicken. Oder schlimmer. Das Rudel wird es akzeptieren. Sie ist nur eine Frau.“ Rudolfs Stimme wurde leiser. „Und wenn sie Widerstand leistet?“ „Dann töte ich sie selbst. Aber keine Sorge. Selma wird fügsam sein. Alle markierten Mädchen sind das.“ Lina presste die Hand auf den Mund, um nicht aufzuschreien. Selma. Ihre Selma. Die Einzige, die je nett zu ihr gewesen war. Sie sollte benutzt, geschwängert und weggeworfen werden wie Abfall. Tränen brannten in ihren Augen. Sie wollte hineinrennen, schreien, kämpfen. Aber sie war nur eine Dienerin. Machtlos. Dann hörte sie Schritte. Sie wollte fliehen, doch es war zu spät. Die Tür flog auf. Viktor stand da. Seine sturm grauen Augen bohrten sich in ihre. Zeit schien stillzustehen. Er musterte sie. Von oben bis unten. Langsam. Als würde er etwas wittern. „Wer bist du?“, fragte er leise. Gefährlich leise. Lina senkte den Blick. „Niemand, Herr. Nur eine Dienerin.“ Er trat näher. Zu nah. Sein Geruch umhüllte sie. Wild. Moschus. Sturm. Und etwas Tieferes. Etwas, das ihre Knie weich werden ließ. „Niemand?“, wiederholte er. Seine Hand schoss vor, packte ihr Kinn, zwang sie, ihn anzusehen. In diesem Moment passierte es. Ein Funke. Ein Feuer. Etwas Uraltes, Animalisches erwachte in ihrer Brust. Ihr Wolf, der immer geschwiegen hatte, weil er zu schwach war, heulte auf. Ein Band spannte sich zwischen ihnen. Unsichtbar. Unzerbrechlich. Ein Gefährtenband. Ein wahres, von der Mondgöttin gegebenes Band. Unmöglich. Sie war unmarked. Wertlos. Er war der zukünftige Alpha, der Selma nehmen sollte. Und doch... zog es sie zu ihm. Ein Hunger, der in ihren Adern brannte. Ihre Haut prickelte. Ihr Atem ging schneller. Viktor ließ ihr Kinn los, als hätte er sich verbrannt. Seine Augen weiteten sich. Nur für einen Sekundenbruchteil. Dann wurde sein Gesicht wieder maskenhaft. „Geh“, befahl er rau. „Verschwinde, bevor ich es mir anders überlege.“ Lina stolperte rückwärts. Ihr Herz raste. Sie floh durch die Gänge, blind vor Tränen und Verwirrung. In ihrer kleinen Kammer unter dem Dach warf sie sich auf das harte Bett. Ihr Körper zitterte. Das Band pulsierte in ihr. Stark. Fordern. Es war echt. Ein wahres Gefährtenband. Aber wie? Warum sie? Die Unmarkierte. Die Bastardtochter. Und doch wusste sie eines mit grausamer Klarheit: Viktor wollte Selma benutzen. Selma verdiente das nicht. Selma verdiente Liebe, Respekt, ein Leben. Lina ballte die Fäuste. Sie würde Selma schützen. Egal was es kostete. Selbst wenn es bedeutete, dem Monster gegenüberzutreten, das sie nun als ihres erkannte. Doch tief in ihr flüsterte eine andere Stimme. Eine hungrige, verzweifelte Stimme. Was, wenn du ihn willst? Sie schloss die Augen. Der Vollmond schien durch das winzige Fenster. Silbernes Licht badete ihr Gesicht. Und in diesem Licht sah sie es zum ersten Mal. Auf ihrer Schulter, schwach, kaum sichtbar, aber da: Ein Hauch von Silber. Ein winziger Halbmond. Entstanden in der Sekunde, als das Band erwacht war. Die Mondgöttin hatte gesprochen. Aber zu welchem Preis? Lina weinte leise in die Nacht. Denn sie wusste: Der Morgen würde Blut bringen. Und vielleicht Liebe. Oder Tod. Am nächsten Tag begann das Spiel. Viktor würde seine Pläne nicht aufgeben. Rudolf würde nicht nachgeben. Selma ahnte nichts. Und Lina stand dazwischen. Zwischen Loyalität und Verlangen. Zwischen Schutz und Hingabe. Ein verbotener Anspruch. Eine Nacht voller roher, verzweifelter Leidenschaft. Und ein tödliches Duell bei Morgengrauen. Aber das alles lag noch in der Zukunft. Jetzt gab es nur das Band. Und die Gewissheit, dass nichts mehr so sein würde wie zuvor.

editor-pick
Dreame-Editor's pick

bc

Eine zweite Chance auf Rache

read
1K
bc

Die Jagd des Lykaners

read
1K
bc

Pawn Of Wolves ~ Einsame Wölfin

read
1.1K
bc

An einen behinderten Mafia-Boss verkauft

read
7.5K
bc

Die verratene Bindung

read
4.4K
bc

Vom Lykan-Stiefbruder beansprucht

read
6.6K
bc

Seine Himmlische Gefährtin

read
1.1K

Scan code to download app

download_iosApp Store
google icon
Google Play
Facebook