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DU HAST MICH VERLOREN, ALS DU MICH HATTEST

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Blurb

Drei Jahre lang war Clara Bennett die perfekte Luna.

Sie liebte ihren Mann. Sie zog seine Tochter groß. Sie schützte seinen Ruf. Sie stand in jeder Schlacht an seiner Seite.

Aber Ethan Vale hat sie nie geliebt. Sein Herz gehörte Vivian Hart, seiner ersten Liebe.

Als Vivian nach Silvermoon City zurückkehrt, hört Clara endlich auf so zu tun, als könnte Geduld jemanden dazu bringen, sie zu lieben. Sie reicht die Scheidung ein und verlässt das Blackthorn Rudel mit nichts als ihrer Würde.

Doch bevor sie geht, erlaubt sie sich eine rücksichtslose Nacht mit einem mysteriösen Alpha, den sie nie wiedersehen will.

Oder so denkt sie.

Am Montagmorgen findet sie heraus, dass der Fremde Adrian Blackthorn ist - ihr neuer Boss, ein mächtiger Alpha König und der einzige Mann, den Ethan fürchtet.

Zum ersten Mal erfährt Clara, wie es sich anfühlt, gewollt zu werden. Nicht als Luna. Nicht als Ehefrau. Nicht als politische Allianz. Sondern als Clara.

Und während sie ein neues Leben aufbaut, beginnt Ethan zu zerbrechen. Die Frau, von der er dachte, sie würde immer warten, ist weg. Seine Tochter vermisst sie. Sein Haus fühlt sich leer an. Und je mehr er zusieht, wie Clara selbstbewusst, erfolgreich und glücklich ohne ihn wird, desto mehr erkennt er die Wahrheit:

Er hat Clara nicht verloren, als sie sich scheiden ließ.

Er hat sie jedes Mal verloren, wenn er jemand anderen gewählt hat, während sie noch neben ihm stand.

Jetzt will Ethan seine Frau zurück.

Aber Clara ist sich nicht sicher, ob sie ihren Ehemann noch will.

Und dieses Mal darf sie wählen.

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Kapitel 1 Das Jubiläum
Ich habe drei Stunden damit verbracht, so auszusehen, als würde ich nicht drei Stunden brauchen. Das Kleid war neu. Kein Luna-Rot, kein Blackthorn-Schwarz. Ein tiefes Smaragdgrün, das meine Mutter einmal gesagt hatte, würde meine Augen zum Leuchten bringen. Meine Haare hatte ich offen gelassen - Ethan mochte sie offen, hatte er einmal gesagt, vor zwei Jahren. Ich hatte sogar Parfüm aufgelegt. Kein Rudel-Duft, kein "Ehefrau von Alpha", nur ich. Vanille und etwas, das Sophie als "gefährlich" bezeichnet hatte. Der Tisch im kleinen Esszimmer von Vale Manor war für zwei gedeckt. Ich hasse das große Esszimmer. Es hat Platz für zwanzig Personen und klingt wie eine Kathedrale. Wenn man dort allein isst, hört man sein eigenes Kauen. Also das kleine. Mit Kerzen. Mit dem Wein, den Ethan aus Italien mitgebracht hatte und für einen besonderen Anlass aufgehoben hatte. Heute war unser dritter Hochzeitstag. Um 19:00 Uhr habe ich Lily ins Bett gebracht. Sie hat mich gefragt, ob Papa heute Abend mit uns den Film schaut. Ich habe gesagt: "Vielleicht später, Schatz." Sie hat meine Hand gedrückt und gesagt: "Du siehst hübsch aus, Mama Clara." Sie nennt mich manchmal so, wenn Vivian nicht da ist. Wenn Vivian da ist, nennt sie mich Clara. Das ist in Ordnung. Ich habe es ihr nie übel genommen. Um 19:30 Uhr habe ich Ethan geschrieben. Tisch ist bereit. Bin im kleinen Esszimmer. C. Um 19:42 Uhr kam das erste Mal das typische "Ethan Vale schreibt..." - diese drei Punkte, die auftauchen und wieder verschwinden. Alphas, die Milliarden bewegen, können keine einfache Nachricht tippen. Um 19:43 Uhr kam seine Antwort. Späte Sitzung im Tower. Vivian ist mit Lily's Architektenmodell hier, sie braucht Input. Wir essen hier schnell was im Büro. Fang ohne mich an. Mach dir keinen Kopf. Ich habe die Nachricht dreimal gelesen. Vivian ist hier. Vivian Hart war vor drei Wochen nach Silvermoon zurückgekehrt. Drei Wochen. Elite-Architektin, die Frau, die Ethan zuerst geliebt hatte. Die Mutter seiner Tochter. Die Frau, für die er in seiner Jugend die Regeln seines Vaters gebrochen hatte. Ich hatte versucht, erwachsen zu sein. Wirklich. Ich hatte sie zum Abendessen eingeladen. Ich hatte Lily geholfen, ein Willkommensbild für ihre Mama zu malen. Ich hatte zu Ethan gesagt: "Sie ist Teil deiner Geschichte. Das respektiere ich." Ich war so verständnisvoll, dass ich mich selbst kaum noch gehört habe. Der Kerzenwachs tropfte auf das Leinen. Tropf. Tropf. Tropf. Ich saß da in meinem smaragdgrünen Kleid, das niemand sehen würde, und verstand es endlich. Ich wartete nicht darauf, dass Ethan anfängt, mich zu lieben. Ich wartete darauf, dass er aufhört, jemand anderen zu lieben. Das ist ein Unterschied. Ein riesiger, demütigender Unterschied. Ich stand auf. Meine Knie haben nicht gezittert. Das hat mich selbst überrascht. Ich ging in unser Schlafzimmer - sein Schlafzimmer, in dem meine Sachen in einer Ecke des begehbaren Schranks hingen, als wären sie zu Gast - und holte die Mappe, die ich seit zwei Wochen vorbereitet hatte. Bennett Legal. Meine Kanzlei. Eigentlich nur ein Name, ein Stempel und Sophie Reed, die an einem wackeligen Schreibtisch saß und sagte: "Wir schaffen das." Ich hatte die Scheidungspapiere selbst aufgesetzt. Sauber. Fair. Keine Unterhaltsforderung. Kein Anteil an Vale International, obwohl mir nach Pack-Gesetz die Hälfte zugestanden hätte. Nur meine Kleidung, meine Bücher und mein Name zurück. Clara Bennett. Ich ließ den Antrag von meinem eigenen Kurierdienst abholen. Ein menschlicher Kurier - Wölfe hätten getratscht, bevor die Tinte trocken war. Dann löschte ich die Kerzen. Eine nach der anderen. Das Wachs war bereits fest. Im Spiegel im Flur sah ich eine Frau in einem wunderschönen grünen Kleid, die allein an ihrem Hochzeitstag aussah. Nicht gebrochen. Nur... fertig. Mein Wolf, den ich seit drei Jahren nicht mehr gespürt hatte, weil Blackthorn keine starke Luna wollte, hob in meiner Brust den Kopf. Nur ein Zucken. Ein Flackern von Silber hinter meinen eigenen Augen. Ich nahm mein Handy und rief die einzige Nummer an, die ich seit Monaten nicht mehr gewählt hatte, weil ich immer die Starke sein wollte. "Mama?", sagte ich, als Elena dran ging. "Clara? Was ist passiert?" "Ich gehe", sagte ich. Und zum ersten Mal seit drei Jahren weinte ich nicht dabei. "Ich verlasse ihn noch heute Nacht. Kann ich nach Hause kommen?" Stille. Dann ihre feste Stimme: "Dein Zimmer war nie besetzt. Aber Clara?" "Ja?" "Bau dein neues Leben nicht darauf auf, zu beweisen, dass dein altes ein Fehler war. Bau es, weil du es willst." Ich legte auf. Ich zog das grüne Kleid nicht aus. Ich zog meine Lederjacke darüber, nahm nur eine kleine Tasche und ließ Vale Manor hinter mir. Das Haus war riesig. So riesig, dass niemand hörte, wie die Haustür ins Schloss fiel. Auf der Fahrt nach Silvermoon City, mit dem Taxi, weil ich Ethans Fahrer nicht rufen wollte, vibrierte mein Handy. Ethan: Danke für dein Verständnis heute. Ist nicht selbstverständlich. Ich schaltete das Handy aus. Ich wusste nicht, dass mein Taxi mich nicht direkt zu meiner Mutter bringen würde. Ich wusste nicht, dass Sophie mir eine Einladung für heute Abend geschickt hatte: Wenn du heute Abend einen Grund brauchst, nicht zu Hause zu weinen - Elysium, Mitternacht. Nur Frauen, nur Wölfe, keine Nachnamen. Du musst mal wieder du sein. Und ich wusste nicht, dass in diesem Club ein Mann mit Augen wie die Nacht selbst auf mich warten würde, der mich ansehen würde, als wäre ich die erste Frau, die er seit Jahren wirklich sieht. Ich dachte, ich hätte heute meine Ehe beendet. In Wahrheit hatte ich gerade erst angefangen, sie zu begraben.

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