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GEZEICHNETES REINBLUT

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Blurb

„Eine Regel überdauert die Nacht: Sprich niemals mit einem Todesengel. Sieh einem Reinblut niemals in die Augen. Denn tust du es doch… bist du schon tot.“

Marleen von Hohenberg ist unmöglich: ein Reinblut, das sich weigert zu fressen.

Sie lebt versteckt inmitten der Menschen—Universitätsvorlesungen, schnelle Kaffees, geliehene Menschlichkeit—beschützt von dem einzigen Vater, den sie je hatte.

Bis ein Todesengel ihr Leben zerreißt.

Ein brutaler Mord. Ein Geheimnis, das ans Licht kommt.

Und Marleens verborgene Macht erwacht endlich—leuchtend, unaufhaltsam, furchteinflößend.

Plötzlich ist sie die Jägerin. Sie verfolgt den Mörder bis in sein Versteck und löscht ihn in einem Blutsturm aus, den sie nicht ungeschehen machen kann.

Die Vampir-Taskforce rückt näher.

Kommissar Vogel—rücksichtslos, brillant, besessen vom Mythos des Reinbluts—sollte sie auf der Stelle verhaften. Stattdessen macht er ihr ein Angebot: Hilf, die Verschwörung zu zerschlagen, die jedes überlebende menschliche Leben bedroht… oder stirb als Sündenbock.

Ein Schattenmeister zieht die Fäden.

Verrat droht aus ihrem eigenen, zerbrechlichen Kreis.

Marleens erwachendes Herz brennt heller mit jedem Mord, den sie nie begehen wollte. Sie könnte ihre gespaltene Art retten… oder zur Waffe werden, die vollendet, was der Todesengel begonnen hat.

In einer Welt, die von Monstern beherrscht wird, könnte das tödlichste unter ihnen genau das Wesen sein, das noch an Gnade glaubt.

Die Frage ist nur: Wird die Gnade sie überleben?

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Der Schrei traf Marleen in die Brust, einen Herzschlag, bevor er ihre Ohren erreichte. Er schlug ein wie ein körperlicher Hieb, scharf und plötzlich, vibrierte durch ihre Rippen, noch bevor der Laut sich vollständig formte. Sie stand am Waschbecken, die Finger tief im kalten Wasser versunken, während sich der rohe Schrei entfaltete und in die Nacht auslief. Draußen war die Straße unnatürlich still geworden. Kein sanftes Verstummen des Abends, sondern diese schwere Ruhe, die auf Blut folgte. Die blieb. Die wartete. Marleen zog die Hände heraus und trocknete sie langsam, mit Bedacht. Sie wusste bereits, dass sie jede verschwendete Sekunde bereuen würde. Eine raue Stimme erhob sich aus den Schatten. „Wo ist euer Priester, Göre?“ Ihre Schultern spannten sich. Gangster. Sie kamen immer zurück, als wäre das Viertel ein Spielbrett, das sie nie ganz zu Ende spielten. „Ich weiß, wer ihr seid!“, rief Matthias. „Verschwindet von hier!“ Eine ölige, spöttische Lache war die Antwort. „Na sieh mal einer an. Der Kleine hat Zähne, was?“ Marleens Finger krallten sich in den Rand des Beckens, bis die Knöchel schmerzten. Genug. Sie wischte sich die Hände am Rock ab und trat aus der Ecke. Matthias stand steif im Hof, die kleinen Fäuste an den Seiten geballt, einem Kerl gegenüber, der ihn um Längen überragte. Der Mann beugte sich vor und tippte dem Jungen träge gegen den Kopf, als würde er eine Fliege verscheuchen. „Pass auf, wie du redest, Wurm“, sagte der Gangster mit beiläufiger Grausamkeit. Matthias wich zurück. „Fass mich nicht an!“ Der Mann grinste, zog ein zerknittertes Blatt Papier aus dem Mantel und schob es Matthias unter die Nase. „Der Priester soll das unterschreiben. Und wir ziehen nicht ab, nur weil ein Haufen Waisen glaubt, der Block gehört ihnen. Hol ihn. Sei einmal nützlich.“ Hitze flutete Marleens Brust. Sie packte das schwere Metallbecken und stürmte los. „Hey!“ Ihre Stimme schnitt durch die Luft. „Ihr habt drei Sekunden, um zu verschwinden, bevor ihr bereut, je hier aufgetaucht zu sein.“ Sie schlug mit aller Kraft zu. Der Gangster wich mühelos zur Seite. Seine Hand schoss vor und schloss sich um ihre Kehle. Kalte Ringe drückten sich in ihre Haut, als er zudrückte. Nicht hastig, nicht panisch, sondern langsam und absichtlich, ihr die Luft Zentimeter für Zentimeter raubend. „Glaubst du wirklich, du bist hart?“, höhnte er und beugte sich so nah heran, dass sie den Geruch von abgestandenen Zigaretten und saurem Atem wahrnahm. Die Welt kippte. Matthias erstarrte. Die jüngeren Kinder duckten sich hinter ihn, Augen weit aufgerissen vor Angst. Marleen starrte den Mann mit tränenden Augen an und presste Worte an der Klammer um ihren Hals vorbei. „Wo sollen wir hin, wenn ihr uns unser Zuhause nehmt?“ Sein Griff zog sich noch fester zu. „Nicht mein Problem.“ Schwarze Punkte tanzten am Rand ihres Blickfelds. Dann durchschnitt eine ruhige Stimme die Spannung. „Entschuldigen Sie.“ Alle Köpfe wandten sich. Am Eingang der Gasse stand ein Mann, eine Zigarette glühte zwischen seinen Fingern. Mit gelangweilter Distanz musterte er die Szene, schnippte Asche zu Boden und fragte beiläufig: „Wissen Sie zufällig, wo hier die nächste Polizeiwache ist?“ Der Gangster schnaubte. „Hau ab.“ Der Fremde zuckte die Schultern, als würde ihn das alles kaum berühren. Doch sein Blick senkte sich und blieb an der Hand hängen, die noch immer Marleens Kehle umklammerte. „Sie sollten sie besser loslassen“, sagte er leise. Die Augen des Gangsters verengten sich. „Und wer zum Teufel bist du?“ Der Mund des Fremden verzog sich, kaum merklich. „Willst du das wirklich wissen?“ Einer der Männer im Hintergrund trat vor, blieb abrupt stehen. Sein Blick hatte sich auf ein kleines, gesticktes Emblem an der Jacke des Fremden geheftet. Was immer er erkannte, ließ ihm das Blut aus dem Gesicht weichen. Er beugte sich vor und flüsterte hastig etwas. Der Anführer versteifte sich. Fluchte leise. Dann stieß er Marleen grob von sich weg. Sie stolperte zurück. „Tz. Vergiss es“, murmelte er. „Wir kommen nächste Woche wieder. Der Priester sollte dann besser da sein.“ Sie lösten sich im Dunkel auf und warfen noch einen letzten giftigen Blick zurück. Matthias und die anderen waren sofort bei Marleen. Der Fremde atmete einen dünnen Rauchstreifen aus. „War ich zu spät?“ „Nein“, sagte Matthias und brachte ein wackliges Grinsen zustande. „Gerade noch rechtzeitig.“ Marleen richtete sich auf und rieb sich den Hals. „Ich hatte das im Griff.“ Matthias schnaubte. „Klar. Du bist total eingefroren.“ Sie schnippte ihm leicht ans Ohr. „Sag Pater Wilhelm nicht, dass ich geflucht habe. Ich stehe sowieso schon auf dünnem Eis bei ihm.“ „Nur wenn du eine Woche lang meine Wäsche machst.“ Sie seufzte. „Abgemacht.“ Matthias riss triumphierend die Faust hoch. Der Fremde beobachtete den Austausch mit schwacher Belustigung und schüttelte den Kopf. Als er sich zum Gehen wandte, warf er über die Schulter: „Versucht, keinen Ärger anzuziehen.“ „Warte.“ Das Wort entglitt Marleen, bevor sie es aufhalten konnte. Er blieb stehen und sah zurück, sein Ausdruck im schummrigen Licht nicht zu lesen. „Danke“, sagte sie vorsichtig. „Sie hätten sich nicht einmischen müssen.“ Er wandte den Blick ab und atmete langsam aus. „Ich mag es einfach nicht, wenn Müll glaubt, er könnte hier das Sagen haben.“ In den Worten lag etwas Altes, Müdes. Er ging weiter, ohne auf eine Antwort zu warten, seine Gestalt verschmolz mit der Nacht. Auf halber Treppe hob er noch einmal die Hand. „Oh, und die Polizeiwache…“, rief Marleen ihm nach. „Weiß ich schon, wo sie ist“, kam es trocken zurück, ein Hauch von Humor in der Stimme. Dann war er verschwunden. Marleen blieb stehen, während das Adrenalin aus ihrem Körper wich und etwas Zerbrechliches zurückließ. Ein ungewohnter Funke Hoffnung. Vielleicht konnten sich Dinge wirklich ändern. „Marleen! Hörst du mir überhaupt zu?“ Matthias’ Stimme riss sie zurück. „Was?“ „Miriam jammert wegen Nudeln. Schon wieder alle.“ Miriam hüpfte auf den Zehenspitzen, die Augen hell und erwartungsvoll. Marleen zwang sich zu einem müden Lächeln. „Schon gut. Ich geh welche holen.“ „Kann ich mitkommen?“, fragte Miriam. „Nicht heute. Es ist zu spät.“ Sie zog den Mantel an und trat hinaus in die Kälte. Die Straßen waren still. Kein Verkehr. Keine Stimmen. Nur das tiefe Summen flackernder Straßenlaternen. Die Ruhe drückte gegen ihre Ohren wie eine Warnung. Die Glocke des Kiosks klingelte leise. Herr Falk blickte von seinen Kisten auf, sein kleines Lächeln erlosch fast sofort. „Spät heute, Marleen?“ „Nur Nudeln“, sagte sie und warf einen Blick zum dunklen Fenster. Er nickte, verschwand nach hinten und kam mit einem Päckchen zurück. „Hier. Geht aufs Haus.“ Sie wollte ihm Münzen reichen. „Herr Falk…“ „Behalten“, sagte er leise, aber bestimmt. „Die Ausgangssperre kommt näher. Geh direkt nach Hause.“ Die Sorge in seinen Augen zog ihr den Magen zusammen. Sie trat wieder hinaus, die Nudeln unter dem Arm. Die Straßenlaternen flackerten. Sie verlangsamte den Schritt. Eine gutturale Stimme riss die Stille entzwei. „Also hier hast du dich versteckt, du kleines Scheißstück…“ Nicht an sie gerichtet. Marleen duckte sich hinter den nächsten Hauseingang, der Puls hämmerte. Unter der flackernden Lampe kauerte ein Mann, die Hände erhoben. „B-bitte“, flehte er. „Ich zahl. Ich schwöre…“ „Geduld?“, höhnte der Gangster. „Das sagst du jedes verdammte Mal.“ Der erste Schlag traf mit einem feuchten Knacken. Dann noch einer. Und noch einer. Marleen presste sich gegen das Mauerwerk, hin und her gerissen zwischen Flucht und Eingreifen. Dann Stille. Plötzlich. Falsch. Als sie wieder hinzusehen wagte, war der Mann nicht mehr menschlich. Karmesinrote Augen glühten im Dämmerlicht. Fänge gebleckt. Mit einer einzigen, brutalen Bewegung trieb er seine Hand durch die Brust des anderen. Der Körper sackte lautlos zusammen. Marleen schlug sich die Hand vor den Mund. Sie bewegte sich. Ihr Stiefel stieß gegen eine Mülltonne. Metall schepperte, laut wie ein Schuss. Der Vampir riss den Kopf herum. Seine Lippen verzogen sich zu einem langsamen, räuberischen Grinsen. „Na so was“, schnurrte er, die Stimme schwer vor dunklem Vergnügen. „Was haben wir denn hier?“ Marleen rannte. Ihre Stiefel klatschten auf den Asphalt, die Lungen brannten, während sich die leeren Straßen endlos vor ihr ausdehnten. Die Nacht schien dichter zu werden, drängte von allen Seiten. Ein Schatten verwischte. Dann krachte etwas von hinten in sie hinein. Sie schlug hart auf, die Luft wurde ihr aus den Lungen gepresst. Noch bevor sie sich wegrollen konnte, drehte er sie auf den Rücken und presste ihre Handgelenke über ihrem Kopf fest. Sein Gewicht war kalt und unerbittlich, drückte sie in den Beton. „Bitte“, keuchte sie. „Bitte…“ Er lachte leise, dunkel. „Warum werde ich auf einmal so aufgeregt?“ Sie wehrte sich, trat und bäumte sich mit allem, was sie hatte. Es änderte nichts. Er zuckte nicht einmal. Beugte sich nur näher, die roten Augen fest auf ihre gerichtet, der Griff fester werdend, je mehr sie kämpfte. „Hier ist niemand, Liebling“, murmelte er mit glatter, widerwärtiger Sanftheit. „Vampire waren einmal Menschen. Genau wie du.“ Seine Fänge fingen das matte Licht der Straßenlaterne ein. „Sieh mir in die Augen“, flüsterte er, uralte Macht in jedem Wort. „Dieses Geschenk. Es macht dich überlegen.“ Ihre Glieder spannten sich, jeder Muskel schrie, doch sein Körper lastete nur noch schwerer auf ihr. Sein Gesicht kam näher, der Atem kalt auf ihrer Haut. „Ich werde dich nicht töten.“ Ihr Herz stolperte. „Ich mache dich zu einer von uns.“ „NEIN.“

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