Maya

876 Words

Maya kam am zweiten Weihnachtsfeiertag um elf Uhr morgens an, mit dem Baby, einer Tasche ungefähr so groß wie ein kleiner Kühlschrank und der wilden, hohläugigen Energie einer Frau, die seit vier Monaten keine durchgeschlafene Nacht mehr erlebt hatte und vierzig Minuten auf Reserve und purem Trotz gefahren war. Nimm sie, sagte Maya statt einer Begrüßung, drückte Olivia das Baby in die Arme, bevor diese richtig aufgestanden war, und ging direkt an ihr vorbei in die Küche zum Wasserkocher und zu zehn ununterbrochenen Minuten als Mensch, der gerade niemanden auf dem Arm hielt. Das Baby hieß Esme. Sie war dreieinhalb Monate alt und schaute zu Olivia mit dem tief unbeeindruckten Gesichtsausdruck einer kleinen Richterin auf, die sich ihr Urteil noch vorbehielt. Olivia stand im Flur ihrer Elter

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