Wo die Eifersucht kocht, die Fäuste beinahe fliegen und Selene wieder einmal zwischen Überleben und Entlarvung balanciert. Nina brodelte schon seit Tagen vor Wut – die Augen zusammengekniffen, die Lippen verzogen, die Schultern steif wie die eines Wolfes, der nur darauf wartet, dass jemand in sein Revier eindringt. Selene spürte es überall. Im Speisesaal. In der Wäscherei. In den verfluchten Fluren, wo die Schatten zu lange verweilten. Es war ein Druck, der wie die Feuchtigkeit vor einem Gewitter auf ihrer Haut klebte. Und heute platzte Nina schließlich der Kragen. Selene beendete gerade ihre Putzarbeit – sie fegte den hinteren Korridor nahe dem Übungshof –, als sie die Veränderung spürte. Ein Kribbeln im Nacken. Eine Veränderung in der Luft. Ein Hauch feindseliger Energie. Dann S

