KAPITEL 14 – Die Falle im Sonnenlicht

2556 Words

Der Morgen ergoss sich wie Honig über das Rote Mond-Rudel – golden, warm, trügerisch sanft. Ein Morgen, der einen herausforderte, zu glauben, alles sei normal. Selene wusste es besser. Sie betrat mit ihrem Wäscheeimer den Hof und spürte eine kaum wahrnehmbare Veränderung in der Luft – ein Unbehagen, dünn wie Spinnweben, aber tödlich wie Gift. Jemand hatte etwas verändert. Jemand hatte den Tagesablauf umgestaltet. Jemand hatte eine Bühne bereitet. Sie spürte es, bevor sie es sah. Ninas Werk. Ihr Wolf sträubte sich unter ihrer Haut. „Bleib ruhig“, ermahnte sie sich. „Bleib menschlich, bleib zahm.“ Sie überquerte den Hof zu den Wäscheleinen, die Sonne warf einen langen, schmalen Schatten. Alles fühlte sich zu still an. Zu beobachtet. Eine Stille, die einem das Gefühl gab, die Welt halte den A

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