Wo Pflicht zur Prüfung wird, Wahrheiten im Staub verborgen liegen und Selenes Herz sie verrät. Der Morgen brach langsam und silbern an, die Luft schwer von Nebel, der sich wie trübe Finger um das Packgelände kräuselte. Selene spürte jede Faser davon – diese unheimliche Stille, die andeutete, dass der Tag den Atem anhielt und darauf wartete, dass etwas schiefging. Kaum hatte sie die getrockneten Wäschestücke gestapelt, erschien Arden in der Tür. Arden, der Soldat mit einem Blick, der scharf genug war, um jemanden lebendig zu häuten. Ethans rechte Hand. Ein Mann, der aus Schweigen und Misstrauen bestand. „Selene.“ Seine Stimme war kurz angebunden, beherrscht. „Alpha will dich.“ Sie umklammerte den Stapel gefalteter Tücher fester. „Jetzt?“ „Ja“, sagte Arden, sein Blick wanderte über sie,

