Die Last dessen, was sie mitgenommen hatte Der Morgen brach langsam und schwerfällig über die Welt herein, als ob der Himmel selbst die Spannung spürte, die durch das Rudel des Roten Mondes kroch. Die Wölfe bewegten sich mit abgehackten Schritten, die Nackenhaare aufgestellt, jedes Flüstern schärfer als das vorherige. Etwas Unsichtbares lud die Luft auf – ein Sturm braute sich in Stille zusammen, Blitze zuckten unter der Oberfläche. Selene spürte jedes Knistern davon. Jeden Blick. Jede Frage, die ihr zu nahe kam. Ihre Handflächen trugen noch immer das geisterhafte Gewicht der Dolche, die sie gestohlen hatte – obwohl sie sie versteckt, obwohl sie jede Spur verwischt hatte, fühlte sich die Erinnerung an die Klingen auf ihrer Haut frisch, heiß, zu präsent an. Wie Schuld. Wie Adrenalin. W

