In den Keller drang kein Sonnenlicht, doch die hohen, schmalen Sicherheitsfenster oben an der Betonmauer verwandelten sich allmählich von einem tiefen, bläulichen Anthrazit in ein blasses, klinisches Grau. Lyra saß auf der Kante des verrosteten Schreibtisches, ihren Laptop auf den Knien, dessen Bildschirm die dunklen Ringe unter ihren Augen beleuchtete. Kaelen schlief, oder tat zumindest so, den Kopf in ihrem Schoß ruhend, sein langer Körper unbeholfen über die Metalloberfläche ausgestreckt. Sein Atem war ein leiser, gleichmäßiger Anker im Raum, ein rhythmisches Summen, das die aufkommende Panik der realen Welt in Schach hielt. Ihre Finger schwebten über der Tastatur. Kapitel 3 von *The Rebel’s Vow: Book 2* war zur Hälfte geschrieben, ein zerklüftetes Prosafragment, das sich weniger wie

